Leap Motion: Touch-Steuerung ohne Touch für PC und Mac im Funktionstest
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Eine selbst für unsere Verhältnisse sehr futuristische Steuerung verspricht eine vollkommen neue Interaktion zwischen Mensch und Maschine, die nächste Generation der Touch-Steuerung. Die Rede ist von Leap Motion, einer Firma, die mit ihrem gleichnamigen Controller die Gestensteuerung der dritten Art ermöglicht. Ginge es nach ihnen, gehörten von fettigen Fingerabdrücken überzogene Displays schon bald der Vergangenheit an, denn die Bedien-Matrix von Leap Motion schwebt dank Sensor- und Kameratechnik in der Luft.    

Erstkontakt

Über ein Streichholzschachtel-großes Gadget mit integrierten Sensoren soll jeder, so versprechen zumindest die Entwickler, seinen herkömmlichen PC oder Mac in eine Zukunftsmaschine verwandeln. Das unscheinbare Gerät wird einfach über USB angeschlossen und per Leap Motion Software zum Leben erweckt. Weiterhin hat man Zugriff auf den Airspace Store, über den man Spiele und Apps herunterladen kann. Dieser ist auch bereits gefüllt mit einigen bekannten Gesichtern: The New York Times, Cut the Rope und weitere kostenlose und kostenpflichtige Apps können hier bezogen werden. Die Installation gestaltet sich mitunter etwas mühselig, da für die meisten Erweiterungen, die man über den Shop bezieht, weitere Software- und Treiber-Downloads erforderlich sind.

Aber auch „normale“ Programme können, immerhin ist der Leap Motion Controller faktisch nur ein Eingabegerät, gesteurt werden. Scrollen im Internet-Browser oder die Bewegung des Mauszeigers funktionierten tadellos.

Spaß und Ärger

Den meisten Spaß hatten wir mit der Cyber+Science+-+Motion-App. Hier kann man mit seinen Händen einen menschlichen Schädel drehen, vergrößern und auseinander nehmen. Das funktionierte vollkommen innovativ, und ließ uns nach auf hoffen. Neben weiteren Apps, die gut funktionierten, sorgten einige für Ernüchterung. Vor allem Cut the Rope hat uns sehr enttäuscht. In diesem Spiel bewegt man nur das vorhandene Maus-Symbol über die Motion-Steuerung, sprich das Spiel ist nicht für den Controller optimiert.

Wer übrigens schon mal mit einer Wii gespielt hat, weiß, dass dieses Rumfuchteln in der Luft nach kurzer Zeit an der Kondition kratzt. So auch bei Leap Motion: Wer dachte, mit den Händen vor dem Monitor herumzuwedeln, ginge einfach von der Hand, hat sich geirrt. 

Energiedurst

In unserem Test verwendeten wir zunächst einen Windows 7 PC (64-Bit) mit 2,8GHz-Prozessor und 4GB RAM. Der Leap Motion Controller schaffte es trotz der akzeptablen Leistung, den Rechner in die Knie zu zwingen. Das zeigte sich durch Ruckler, kurze Unterbrechungen und einmal sogar durch einen Systemabsturz. Die Macher empfehlen auf ihrer Website daher neuere Prozessoren, entweder Intel i3, i5, i7 oder AMD Phenom II. 2GB Arbeitsspeicher sind laut deren Angaben aber schon ausreichend.  

Ein neueres MacBook Pro, unser zweites Testgerät, kam sichtlich besser mit Leap Motion klar, zu vereinzelten Unterbrechungen kam es dennoch.

leap motion

© Leap Motion

 

Fazit

Leap Motion bringt Science Fiction ins Wohnzimmer. Zukunftsmusik erklingt im ganzen Raum. Wenn der Controller auch hier und da noch Schwachstellen hat, kann man sich auf Basis des momentan rasanten Update-Zyklus sicher sein, dass die Kinderkrankheiten mit der Zeit sukzessiv ausgemerzt werden.

Dennoch können wir vorerst noch keine Kaufempfehlung für den normalen User aussprechen. Die Lernkurve, um mit Leap Motion und seinen Eigenarten klar zu kommen, ist noch zu steil. Nerds und Technikjunkies werden aber bereits jetzt ihren Spaß mit dem Gerät haben. Ach ja, es kostet mit Versand nach Deutschland rund 90 US-Dollar.   

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