Legenden sterben früh – Reaktionen auf den Selbstmord von Aaron Swartz
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Netzaktivist, Hacker, Reddit- und RSS-Mitbegründer und nun auch Internet-Legende: Die Netzgemeinde trauert um Aaron Swartz, der sich vergangenen Freitag in New York das Leben nahm. Der Internet-Vordenker wurde nur 26 Jahre alt, begann seine Karriere aber bereits im zarten Alter von 14 Jahren, als er an RSS-Spezifikationen mitgearbeitet hat. Darüber hinaus bezog Swartz in der SOPA-Diskussion eine klare Position gegen das Gesetz und war Mitglied beim Board of Directors bei Wikipedia. Im vergangenem Jahr hackte er das Online-Archiv JSTOR des MIT-Institutes und veröffentlichte anschließend die darin enthaltenen Artikel.

Damit machte sich Aaron Swarz zu einer Galionsfigur der Vision eines offenen Internets, in dem alle Inhalte frei und kostenlos zugänglich sind. In wenigen Wochen hätte ein Prozess wegen Datendiebstahls gegen Swartz beginnen sollen. Im Falle einer Verurteilung hätten Swartz mehrere Jahre Gefängnis gedroht. Aaron Swartz kam dem Prozess mit seinem Tod zuvor. Erwartungsgemäß ließen die Reaktionen auf seinen Selbstmord nicht lange auf sich warten.

So hackten Netzaktivisten der Anonymous-Bewegung Webseiten des MIT und platzierten darauf einen Nachruf zu Aaron Swartz. Auch Timothy Berners-Lee, Erfinder des World Wide Webs, gedachte Aaron Swartz‘ Tod mit einem bewegenden Tweet:

 

Die Netzaktivisten von Public.Resource.Org verabschieden sich auf ihrer Homepage von Aaron Swartz. Die Non-Profit-Organisation setzt sich in den USA für ein offenes Internet ein und veröffentlicht kostenlos Fallrechtssammlungen als Public Domain. Auf der schwarz gefärbten Homepage ist unter anderem zu lesen: „Aaron Swartz hat unsere Welt freier gemacht“.

swartz

Quelle: public.resource.org/aaron

 

Aaron Swartz kämpfte seit Jahren mit Depressionen. So berichtete er bereits vor einiger Zeit in seinem persönlichen Blog über seine Erkrankung und bezeichnete sich selbst als „very sick“.

 aaron

Quelle: aaronsw.com/weblog/verysick

 

Der Anstehende Prozess sowie die Aussicht auf eine mehrjährige Haftstrafe wegen Datendiebstahls haben ihm offenbar den letzten Lebenswillen geraubt. Zurück bleiben seine Visionen und Errungenschaften für ein freies Internet.

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