LG G2 – alle Details zum neuen Android-Flaggschiff aus Korea
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LGs Anstrengungen auf dem Smartphone-Markt konnte man bisher am besten mit „bemüht“ beschreiben. Wirklich durchschlagenden Erfolg konnten die Koreaner mit ihren Geräten nicht verbuchen. Zugegeben, die Modelle waren nett designt, doch gegen die Konkurrenz von Apple, Samsung, HTC oder Sony zog man in Europa zumindest gefühlt stets den Kürzeren. Weltweit gesehen sieht es etwas anders aus: Hier liegt LG laut IDC mit einem Marktanteil von 5,1 Prozent im zweiten Quartal 2013 auf Platz 3 hinter Samsung und Apple. 

Diesen Schwung will das Unternehmen mitnehmen und präsentierte gestern im New Yorker Lincoln Center sein neues Flaggschiff: das LG G2. Und schaut man sich die Spezifikationen des Android-Phones an, muss man konstatieren: Es hat einiges an Potenzial.

CPU-Power und Mega-Display

Heraus sticht zunächst einmal der verbaute Prozessor, der neue Qualcomm Snapdragon 800 mit 2,26 GHz Quad Core Krait CPU. Bereits im Vorfeld sorgte der Turbo-Prozessor mit einem erstaunlichen Score von fast 30.000 im Antutu Benchmark für Aufsehen.

In puncto Schnelligkeit wird das G2 also weit vorne mitspielen. Allerdings sind wir angesichts des bekannten Energiebedarfs von Quad Core Prozessoren gespannt, wie sich diese geballte CPU-Power auf die Akkulaufzeit auswirkt.

Denn auch das 5,2 Zoll große Display mit Full-HD-Auflösung dürfte durchaus einen ordentlichen Stromhunger entwickeln. Allerdings versuchte LG solche Befürchtungen direkt mit Erläuterungen zu verschiedenen energiesparenden Technologien zu kontern, die im G2 verbaut wurden. Darunter die Graphic RAM (GRAM) Technologie, die den Stromverbrauch des Displays um bis zu 26 Prozent reduzieren soll. 

Eine außergewöhnliche Design-Entscheidung trafen die Koreaner bezüglich des Lautstärkereglers. Der sitzt nämlich auf der Rückseite, genauso wie der Power-Button. An den Seiten gibt es beim G2 keine Knöpfe mehr. Eine sinnvolle Entscheidung, denn die Bedienung seitlicher Knöpfe ist bei einem so großen Gerät oft schwierig. Aber keine Angst. Um das Gerät aus dem Ruhezustand zu wecken, muss man nicht unbedingt den Power-Knopf auf der Rückseite drücken. Stattdessen stellte LG die Funktion KnockON vor: zweimal auf das Display tippen und das Gerät schaltet sich an.

LG G2
Die Rückseite des LG G2 mit dem Lautstärkeregler unter dem Kamerobjektiv (© PRNewsFoto/LG Electronics USA).

Das Aussehen des schlanken Smartphones erinnert trotz des etwas größeren Displays an das Samsung Galaxy S4. Und genau wie beim Galaxy hat auch LG all die ansprechende Technik in ein Kunststoffgehäuse gequetscht. Schade!

Ebenfalls schade: Ausgeliefert wird das G2 mit Android 4.2.2 und nicht mit der kürzlich von Google vorgestellten Version 4.3.  Wann genau das sein wird, erklärte LG nicht. Auch über den Preis schwieg man sich aus. Nur so viel: Das G2 soll innerhalb von acht Wochen bei rund 130 Mobilfunk-Providern erhältlich sein.

Den entsprechenden Provider vorausgesetzt, kann man dann mit dem G“ auch per LTE im mobilen Netz surfen. Worüber wir uns immer wider wundern, sind die Versuche der Smartphone-Hersteller mit tollen Surround-Sound-Features oder hübschen Klangpaketen zu punkten. So auch LG. Das G2 sei das erste Smartphone, das eine Audiowiedergabe mit 24 Bit und 192 KHz ermögliche. Die Frage, die sich hier allerdings stellt: Wer hat Audio in ssolcher Qualität überhaupt auf seinem Gerät? Wohl die wenigsten, denn egal ob heruntergeladen oder gestreamt, selten erreicht digital vorliegende Musik dieses Level.

Hier die wichtigsten Spezifikationen des LG G2 im Überblick:

  • Prozessor: 2.26GHz Qualcomm Snapdragon‘ 800 mit Quad Core Krait CPU
  • Display: 5,2 Zoll Full HD IPS (1.080 x 1.920 pixels / 423 ppi)
  • Interner Speicher: 32GB / 16GB
  • RAM: 2GB LPDDR3 800MHz
  • Kamera: hinten 13 MP; vorne 2,1MP
  • Akku: 3,000mAh
  • OS: Android Jelly Bean 4.2.2
  • Abmessungen: 138.5 x 70.9 x 8.9mm
  • Farben: Black / White

Weitere Features des G2

  • Answer Me — Automatische Beantwortung von Anrufen nachdem die Klingeltonlautstärke reduziert wird, sobald der Nutzer das Gerät zum Ohr führt.
  • Plug & Pop — Das Gerät offeriert dem Nutzer Optionen oder mögliche Features zur Auswahl, wenn ein Kopfhörer oder ein USB-Kabel angeschlossen wird.D
  • Text Link — Infos in Textnachrichten können ausgewählt und einfach in Notizen oder dem Kalender gespeichert – oder man sucht danach im Internet.
  • QuickRemote — Das LG G2 kann als Fernbedienung von LG Home Entertainment Systemen genutzt werden; darüber hinaus kann es die Befehle herkömmlicher Fernbedienungen erlernen und so mehrere Geräte steuern.
  • Slide Aside — Einfaches Multitasking mit einem Drei-Finger-Swipe (Video unten)
  • Guest Mode — Die Privatsphäre des Besitzers wird geschützt: nur vorausgewählte Apps werden angezeigt, wenn ein Nutzer mit einem Gast-Unlock-Pattern das Gerät entsperrt.

Fazit

Das LG G2 strotzt nur so vor neuester Technik. Das schlanke Design, ein superschneller Prozessor und ein High-End-Display sind auf den ersten Blick sehr attraktiv. Deren Auswirkungen auf die Akkulaufzeit bleibt jedoch abzuwarten, egal welche Energiesparmaßnahmen LG dagegen auffährt. Minus-Punkte sind das Plastikgehäuse sowie die Auslieferung mit Android 4.2.2. Die neuen Zusatzfeatures sind nett, aber alles andere als revolutionär. Ob LG mit diesem Gerät in den kommenden Monaten bestehen kann – vor allem wenn die Konkurrenz die nächste Generation von High-End-Samrtphones herausbringt, ist fraglich. 

 

 

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