Liberty Reserve: Geldwäsche im großen Stil per Online-Währung
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Während Apple und Co. der geschickte Einsatz europäischer Steueroasen vorgeworfen wird, gibt es auch andere, deren Hauptgeschäft es ist, illegal erwirtschaftete Gelder in den Finanzkreislauf einzuschleusen. Die Rede ist von Liberty Reserve (LR), einer digitalen Währung, die für einen der größten Fälle von Cyberkriminalität und Geldwäsche der Neuzeit verantwortlich sein soll. Die zuständige Bank, ebenfalls mit dem Namen Liberty Reserve, hat ihren Sitz in Costa Rica.  

Über die Domain libertyreserve.com konnten Kunden echtes Geld gebührenpflichtig in Liberty-Reserve-Einheiten umtauschen und darüber internationale Finanzgeschäfte mit Akzeptanzpartnern dieser Währung abwickeln. Nach Abschluss einer Transaktion konnte die Onlinewährung wieder in echtes Geld umgetauscht werden. Mittlerweile wurde die Domain von der US-Justiz gesperrt.

liberty-reserve-screenshotScreenshot: http://libertyreserve.com

Laut der New York Times sollen auf diesem Wege bereits rund sechs Milliarden US-Dollar an staatlichen Kontrollen vorbeigeschoben worden sein. Eine großangelegte internationale Ermittlung, an der bisher 17 Länder beteiligt sind, will der Sache nun genauer auf den Grund gehen und die verantwortlichen Hintermänner stellen. In den USA und Costa Rica seien laut Medienberichten bereits fünf Mitarbeiter von Liberty Reserve verhaftet worden, darunter auch Geschäftsführer Arthur Budovsky, der am vergangenen Freitag in Spanien festgenommen wurde. Gegen zwei weitere Verdächtige wird noch ermittelt.

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