Line – Messenger-App konkurriert mit Whatsapp und Twitter
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Ende Oktober wurde bekannt, dass Whatsapp von 350 Millionen Nutzern verwendet wird. Imposante Zahlen, die die Dominanz der App auf dem Smartphone-Messenger-Markt unterstreichen. Doch wie lange wird Whatsapp noch auf dem Thron sitzen? Denn aus Japan kommt mit dem Line Messenger veritable Konkurrenz.

Hinter Line steckt das japanische Unternehmen Naver, dessen Blog jüngst vermeldete, die Marke von 300 Millionen Nutzern durchbrochen zu haben. Ferner wächst Line dynamischer als Whatsapp. An den Start ging Line im Juni 2011. Im Juli 2012 stand man bereits bei 50 Millionen Nutzern, am 18. Januar 2013 gesellte sich der einhundertmillionste Nutzer hinzu, am 21. Juli waren es 200 Millionen und am 25. November 300 Millionen User. 

Außerhalb von Japan ist Line vor allem in Taiwan, Thailand, Indonesien, Spanien und Indien sehr beliebt. Was die Funktionen betrifft, hebt sich Line beispielsweise mit einer öffentlichen Pinnwand und einer Notizfunktion von anderen Messenger-Apps wie Whatsapp ab. Als Monetarisierungsmodell setzen die Macher auf Spiele und quietschbunte Sticker, die man extra kaufen kann. Denn Line selbst ist komplett kostenlos.

Line Infografik
Screenshot http://lineblog.naver.jp/archives/34348987.html 


Konkurrenz für Twitter

Insbesondere die Funktion der „Offiziellen Konten“ ist sehr interessant – sowohl für den User, aber vor allem als Businessmodell für Line. Denn die Funktion bietet die Möglichkeit, Content auf eine Twitter-ähnliche Art und Weise zu verbreiten. User können beispielsweise die offiziellen Konten von Katy Perry oder Paul McCartney abonnieren und werden dann auf Wunsch über jeden Post dieses Kontos informiert. Der Vorteil gegenüber Twitter: Folgt man vielen Twitter-Usern, geht so mancher Tweet im Rauschen unter. Die Line-Funktion ermöglicht dem Nutzer hingegen einzustellen, über welche Nachrichten man direkt per Push-Nachricht informiert werden soll. 

TheNextWeb witterte hinter Line schon einen veritablen Twitter-Konkurrenten, der dem Kurznachrichtendienst Werbegelder streitig machen könnte. Dass man auch in dieser Beziehung mit Line rechnen muss, zeigt allein der Vergleich von McCartneys Twitter- und Line-Followern: Auf Twitter hat der Beatle 1.689.195 Follower, auf Line 7.686.143 Follower. Am 30. Oktober, als TheNextWeb berichtete, waren es nur doppelt so viele Follower auf Line, inzwischen sind es viereinhalb mal so viele.

Woher kommt der Erfolg? Die Sticker sind ein großer Teil der Stategie. So bekommen nur diejenigen, die McCartney folgen, ganz bestimmte Sticker, die man dann in seinen Nachrichten verwenden kann.

Expandiert Line derart schnell auch in Europa, wird es nicht nur für andere Messenger-Apps wie Whatsapp eine Bedrohung, sondern auch für ein „Promoted Content“-Businessmodell á la Twitter. Für mich persönlich ist Line derzeit noch keine Alternative, vor allem wegen der geringen Verbreitung in meinem Freundes- und Bekanntenkreis. Während nahezu jeder Kontakt mit Smartphone auch Whatsapp benutzt, tauchen in meiner Line-Kontaktliste lediglich 5 Personen auf.

 

 

  

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