Linknetzwerken geht es weiter an den Kragen
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Es ist schon ein paar Tage her, als Matt Cutts, Head of Web Spam Team bei Google, auf Twitter verkündete, dass es explizit einem Linknetzwerk in Frankreich an den Kragen ginge, da es die Quality Guidelines von Google verletze.

Nach dieser Ankündigung stellte Buzzea kurzerhand seinen Betrieb ein. Man wolle das gesamte Produkt verbessern, hieß es in einem Blog-Beitrag. Kurz darauf folgte die Kündigung sämtlicher Verträge mit den Kunden und die Empfehlung an Blogger, die gekauften Links auf „no-follow“ zu setzen. Wenigstens wurde schnell reagiert, könnte man meinen. Auf der anderen Seite zeigen die Bemühungen des Web Spam Teams ein mal mehr, wie schnell eine lukrativ geglaubte Geschäftsidee durch Google vor dem Aus stehen kann.

Hier wurde erneut ein Netzwerk öffentlich an den Pranger gestellt. Faktisch existieren davon einige in Europa. Auch Deutschland soll nun nach Frankreich im Visier stehen und von den Top Rank Websites, welche die Googles Quality Guidelines missachten, gereinigt werden. Das Googles Web Spam Team prüft seit geraumer Zeit verstärkt unnatürliche Verlinkungen.

Erst kürzlich hatte Matt Cutts Beitrag auf seinem eigenen Blog „The decay and fall of guest blogging for SEO“ auf Twitter für Forore gesorgt. Zwar hat sich Guest Blogging in der Vergangenheit auch für SEO bezahlt gemacht, allerdings ist es in der Szene seit langem selbstverständlich, auf befreundeten Blogs und Plattformen Gastbeiträge zu verfassen.

Wenn eine solche Praxis nun auch abgestraft wird, stellt sich die Frage, wie man sich als Autor noch selbstvermarkten kann. Alex Howard, Kolumnist bei Tech Republic, fragt kurz darauf nach: „How different is „guest blogging“ from sponsored posts & „native advertising?“ Is it a matter of semantics or a real difference?“

Der Ansatz ist sicher nicht schlecht, wenn tatsächlich nur die Sites abgestraft werden, welche Gastbeiträge lediglich für SEO-Zwecke verwenden. Dch wo ist die Grenze zu ziehen, beziehungsweise wie kann Google das zuverlässig messen? Trifft es damit nicht zum Teil auch die Falschen, die sich ein gutes Ranking durch das Erstellen von qualitiativ hochwertigem Content mühsam erkämpft haben?! Laut Google zielen die Bemühungen des Web Spam Teams nur auf Spammer ab und nicht auf Ersteller von hochwertigen Inhalten. Außerdem werden in den Webmaster Tools auch immer mehr Detailinformationen zu schädlichen Links gegeben.

Mittlerweile wird es auch für Nicht-SEOs immer wichtiger, Verlinkungen sorgfältig zu prüfen und Linkpartnerschaften nur nach bestimmten Gesichtspunkten einzugehen. Das Linkkauf gefährlich ist, wird schon ziemlich lange gepredigt. Das ändert allerdings nichts an der Tatsache, dass diese Praxis, ebenso wie Linknetzwerke, weiterhin existent ist. Aber jeder der dies aus Gründen des schnellen Linkaufbaus tut, sollte gewarnt sein. Bei einer Abstrafung eines vermeintlichen Partners leidet auch die eigene Seite.

Bei dem Vorgehen gegen die europäischen Linknetzwerken passiert genau das. So wird zum Einen der Pagerank der Linkverkäufer zurückgestuft. Das kann gegebenenfalls auch das Ranking von Linkkäufern negativ beeinflussen. Zum anderen werden Seiten, die Links aus dem Netzwerk erworben haben, abgestraft und erhalten von Google eine Warnung bezüglich der unnatürlichen Links.

Der Worst Case ist, laut den Quality Guidelines, der Ausschluss von Google News. Dies könnte besonders große Nachrichtenseiten treffen, die auf interessante News von verschiedensten Quellen verlinken. Jeder, der Linkkauf zum Aufbau eines guten Rankings genutzt hat, sollte jetzt aktiv werden. Gerade wenn dieser über einen längeren Zeitraum betrieben wurde, wird der Linkabbau einige Zeit in Anspruch nehmen.

Alle diejenigen, die Linknetzwerke zum Link Building nutzen, sollten daher jetzt beginnen die Links aus den Netzwerken abzuziehen. Dies gilt füt gekaufte wie verkaufte gleichermaßen. Sollte es nämlich auch nur ein bekanntes Netzwerk treffen, mit dem man in direkter Verbindung steht, ist das Kind schon in den Brunnen gefallen und man kann seinem eigenen Ranking Lebewohl sagen. 

Selbstverständlich ignorieren viele Matts schon lange bekannte Ankündigung, gegen Linknetzwerke und das sogenannte Black Hat SEO vorzugehen, kann man doch damit nach wie vor relativ schnell und effektiv Geld verdienen. Aber technisches SEO rückt immer mehr in den Hintergrund. So dankte auch SEO-Urgestein Jill Whalen nach beinahe 20 Jahren mit der Begründung ab, dass technische Optimierung nicht mehr notwendig sei. Google wisse doch mittlerweile, was auf der Seite steht. Manipulative Techniken verlieren ihre Wirkung und wirken sich sogar abwertend auf Websites aus. Die Qualität von Links löst die Quantität in jeglicher Hinsicht ab.

Das eine technische Optimierung gar nicht mehr nötig sei, halte ich persönlich für eine gefährlich verallgemeinerte Formulierung. Ist doch damit gemeint, dass typische SEO-Kniffe wie „no-follow“ einfach nicht mehr so funktionieren wie früher. Trotzdem hat eine Seite technisch den Nutzeranforderungen gerecht zu werden. Folglich sind Seiten nach wie vor Usability-technisch zu optimieren, da dies das Ranking sehr wohl positiv beeinflussen kann. Kurze Klickpfade, eine gut strukturierte und aufschlussreiche Navigation und optimierte Ladezeiten sind On-Site-SEO-Praktiken, die sich nach wie vor auszahlen.

Im obigen Video, lässt Matt detaillierter seine Ansicht zum Thema Guest Blogging durchblicken. Er erklärt zum Beispiel, warum Artikelverzeichnisse nicht umbedingt zum Linkaufbau genutzt werden sollten. Das Thema Guest Blogging ist natürlich wesentlich komplexer und bedeutet eben nicht, die eigenen Beiträge über sämtliche Artikelverzeichnisse zu verbreiten. Jedem sollte daher klar sein, dass Matt nicht den Tod der Gastbeiträge ausgerufen hat und sich diese nicht grundlegend negativ auf das Ranking auswirken. Viel mehr wird erneut betont, das die Qualität des Beitrages im Vordergrund stehen muss. Beiträge, die deutlich zu Verlinkungszwecken und weniger für die Information der Leser verfasst sind, führen zu Negativ SEO. Unique Content ist King.

 

Aufmacherbild: Social network and people networking communication Foto via Shutterstock / Urheberrecht: Lightspring

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