MailPile – Open Source Client soll E-Mails sicher machen
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Wer seine E-Mails künftig nicht mehr unfreiwillig Obama ins Postfach senden möchte, für den könnte MailPile eine interessante Alternative sein. Der Open-Source Web-Mail Dienst verspricht ein nutzerfreundlichen E-Mail-Programm mit all den Vorzügen der üblichen Anbieter, jedoch mit erhöhter Sicherheit und Verschlüsselungstechnologie.

Klar, die Macher hoffen aus gegebenem Anlass mit MailPile den Nerv der Internetnutzer treffen zu können, denn obwohl die Crowdfunding-Website IndieGoGo noch fast einen vollen Tag Spenden entgegennimmt, hat MailPile längst das angepeilte Finanzierungsziel von 100.000 Dollar um mehr als 55 Prozent übertroffen. Immer mehr Menschen machen sich um die Sicherheit ihrer Daten Gedanken, doch nur wenige haben das nötige Know-How, um ihre E-Mails zumindest rudimentär zu verschlüsseln.

Mailpile: IndieGoGo Campaign from Brennan Novak on Vimeo.

OpenPGP und S/MIME

MailPile bietet nun eine eingebaute Verschlüsselungstechnologie mit OpenPGP und S/MIME Unterstützung, doch vor allem ist der E-Mail-Client vollkommen in der Kontrolle der Nutzer. Zwar kann auch hier ein Ausspähen der E-Mails nicht vollständig ausgeschlossen werden, doch wird dies zumindest erschwert und hängt zu einem großen Teil auch davon ab, wie sicher der Nutzer selbst sein Konto verwaltet. So kann der Client zum Beispiel auf einem lokalen Host gespeichert werden, wie etwa einer Festplatte oder sogar einem USB-Stick, oder aber in einem Cloud-Speicher eigener Wahl. Zudem kann man festlegen, ob man auf den Client nur lokal oder auch über das Internet von einem beliebigen Ort zugreifen kann. Dazu benötigt man jedoch einen Dienst wie PageKit und der lokale Host muss natürlich aktiv mit dem Internet verbunden sein. Eine Möglichkeit wäre daher, MailPile auf einem Rasperry Pi zu installieren.

Wird MailPile von einem VPS ausgeführt, gelten die entsprechenden lokalen Gesetze, die etwa den Behörden in begründeten Verdachtsfällen und auf richterlichen Beschluss Zugang zu den Daten gewähren müssen. Auch ist es nie ganz ausgeschlossen, dass es Hackern gelingt, Codes zu knacken und sich eigenmächtig Zugriff zu verschaffen. Doch selbst in solchen Fällen muss ein geschütztes E-Mail-Konto spezifisch für einen Angriff ausgewählt werden, was eine flächendeckende Überwachung oder Ausspähung ausschließt.

Bis zum Roll-Out der Alpha-Version ist es noch eine Weile hin, doch ab Januar 2014 könnte das Programm laut den Machern an den Start gehen. Ähnlich wie Thunderbird wird MailPile E-Mails dann über einen Server herunterladen und lokal verarbeiten. Für die Zukunft ist es jedoch vor allem aufgrund der Nutzerfreundlichkeit denkbar, dass MailPile auch als IMAP oder SMTP Server fungieren kann. Die ersten Clients gibt es bisher lediglich für Mac und Linux, ein Client für Windows ist in Planung.

Weitere Informationen sowie Einblicke in das Design gibt es auf der Homepage von MailPile.

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