Marketing und Social Media [Interview mit Gregor Biswanger von CleverSocial]
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Der 4. Februar 2004 änderte den Verlauf der noch jungen Internetgeschichte: Facebook erblickte das Licht der digitalen Welt und schickte sich an, Menschen weltweit miteinander zu verbinden. Seit einiger Zeit sind Facebook und Co. nicht mehr aus der Marketing und PR-Welt wegzudenken. Die Herausforderung für Werbetreibende besteht darin, soziale Netzwerke Clever einzusetzen, um aufzufallen. Gregor Biswanger und Christine Krupinski haben mit ihrem Team die Anwendung CleverSocial entwickelt, die personenbezogene Verhaltensanylysen von Social-Media-Nutzern verspricht. 

WebMagazin: Erkläre uns doch bitte das Prinzip von CleverSocial, wie funktioniert Eure Idee?

Gregor Biswanger: CleverSocial ist eine webbasierte Social-Media-Monitoring-Anwendung, mit der man sämtliche Kontakte der sozialen Netzwerke zu einem großen Zielgruppen-Pool zusammenfassen kann. Auf Basis benutzerdefinierter Zielgruppen werden bestimmte Personengruppen automatisch erstellt, die beispielsweise mit individualisierten Informationen oder Werbung beliefert werden können.

CleverSocial geht jedoch noch einen Schritt weiter und fasst die personenbezogenen Verhaltensanalysen zu einzelnen Zielgruppen zusammen. So kann genau analysiert werden, wann und wie lange eine Zielgruppe online ist. Aber auch Informationen darüber, welche Zielgruppe auf welcher Plattform am aktivsten ist, findet CleverSocial dank seiner ausgefeilten Algorithmen spielend heraus.

Aber auch Strategien lassen sich durch zusätzlich ermittelte Trends planen. Damit wird angezeigt, mit welchen Themen sich eine bestimmte Zielgruppe am häufigsten beschäftigt. 

Darüber hinaus gibt es viele weitere Möglichkeiten: Ob es das Erkennen der aktuellen Stimmung einer Zielgruppe ist oder das Hinterlegen von Notfallplänen oder das Planen von Aktivitäten mithilfe eines Redaktionsplans – mit CleverSocial stehen den Social-Media-Beauftragten einer Firma zahlreiche Optionen zur Verfügung. Dazu gehört natürlich auch das automatische Veröffentlichen von Nachrichten auf unterschiedlichen Plattformen mit individuellen Anpassungen,  aufwendigen Konkurrenzvergleichen und vielem mehr.

WebMagazin: Wo steht Ihr bei der Entwicklung von CleverSocial gerade und wie finanziert Ihr Euch?

Gregor: Aktuell sind wir mit unserer Software in der Preview-Phase (Beta) und bauen auf das Lean-Startup-Prinzip auf. Wir finanzieren uns durch unterschiedliche Quellen. Auch meine Aktivitäten als Autor, Trainer und Sprecher auf Softwareentwickler-Events aus der Microsoft-Welt füllen regelmäßig unsere Haushaltskasse auf.

WebMagazin: Was macht CleverSocial besonders, wer sind Eure Mitbewerber und was unterscheidet Euch vom Rest? 

Gregor: Unsere Mitbewerber sind die bekannten Social Media Marketing Tools, die einen Überblick darüber geben, wie die eigene Marke im Web wahrgenommen wird. Wir gehen in diesem Punkt einen großen Schritt weiter, indem wir einen Überblick verschaffen, wie das soziale Web mit der eigenen Marke vernetzt ist. 

WebMagazin: Was sind die Grundpfeiler Eures Monetarisierungskonzepts, wie verdient Ihr Geld? 

Gregor: CleverSocial baut auf dem SaaS-Modell auf (Software as a Service). Wir verlangen monatlich eine Nutzungsgebühr der Plattform.

WebMagazin: Wie seid Ihr auf die Idee von CleverSocial gekommen, und was habt Ihr vorher gemacht? 

Gregor: Ich bin seit Jahren in der Microsoft Community im DACH-Bereich als Trainer und Sprecher unterwegs, schreibe regelmäßig Artikel für Fachmagazine und habe zahlreiche Video-Trainings bei video2brain.de veröffentlicht.

Die Themen waren oft bunt gemischt. Einmal erzählt man etwas zur Softwarearchitektur, ein anderes Mal über neue Technologien von Microsoft und dann wird wieder ein Video-Training veröffentlicht. Um den Kontakt zu den Teilnehmern und Lesern aufzubauen und aufrecht zu erhalten, waren die sozialen Medien ideal. Neue News zu meinen Aktivitäten wurden schnell auf den Plattformen publiziert.

Leider haben mich immer zahlreiche Fragen gequält: Wer von meinen tausend Kontakten interessiert sich für welches Thema? Wie viele für Softwarearchitektur? WPF? Windows Store Apps? Oder gar ein ganz neues Thema, das ich selbst noch gar nicht auf der Agenda habe? Zu welchem Thema soll ich einen Artikel schreiben oder ein neues Video-Training produzieren?

Das ärgerte mich, da die Informationen vorhanden waren, aber leider überall verteilt. Der Zeitaufwand war einfach zu groß, um jeden Post auf jeder Plattform genau durchzulesen und zu analysieren. Es war ein großes Problem, das nur mit Software gelöst werden konnte. Das war die Geburtsstunde von CleverSocial.

WebMagazin: Was sind Eure nächsten Meilensteine, und was wollt Ihr in den kommenden sechs Monaten erreichen

Gregor: Der nächste Meilenstein besteht darin, das Produkt abzurunden und aus der Preview-Phase (Beta) in ein finales Produkt zu überführen. Wir haben zahlreiche Ideen, die wir allesamt in Zukunft umsetzen wollen und werden.

Zusätzlich möchten wir erreichen, dass Unternehmen den wahren Benefit des Social Media Marketings erkennen. Denn das Thema Social Media ist heute auf einem Stand, der sehr gut mit dem klassischen Web verglichen werden kann.

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