Mein Leben ohne Facebook: Tag 2
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Mein Mitteilungsbedürfnis scheint überdurchschnittlich groß zu sein. Vielleicht habe ich deswegen nie ein Tagebuch geführt. Denn Momente, die einen besonders bewegen, schriftlich festzuhalten, um diese Aufzeichnungen dann von allen fernzuhalten, finde ich irgendwie schade. Ich teile mich lieber mit.

Gerne auch über Facebook. Anhand meiner Posts kann man ein ziemlich genaues psychologisches Profil von mir erstellen und das, ohne zwingend ein zertifizierter Psychologe zu sein. Jetzt ist dieser Kommunikationskanal weg und ich kann nicht mehr in die ganze Welt rausschreien, was für ein wunderschönes Lied ich gerade höre, was für ein tiefgründiges Zitat ich gelesen habe oder was für ein lohnenswertes Event uns am Wochenende bevorsteht. Das fehlt mir schon. 

Apropos Events. Die Wochenendplanung war mit Facebook deutlich unkomplizierter. Mittlerweile ist gefühlt jeder Veranstalter mit einem Event bei Facebook vertreten. Manche unterschätzen dabei die Reichweite des Netzwerks, haben dann urplötzlich tausende feierwütige Facebook-User vor Ort und zerbrechen sich den Kopf, wie sich diese Menschenmasse am geschicktesten über die winzige zur Verfügung stehende Veranstaltungsfläche verteilen lässt. Online meets offline…

„Dieses Wochenende bin ich mal spontan“

Da die Freizeitplanung, besonders in Berlin, offline viel aufwändiger ist, bin ich dieses Wochenende mal SPONTAN. Die anderen haben sich ja ausführlich informiert und wissen ganz genau, wo die „geheimen“ Open Airs stattfinden und was die Berliner „Underground“-Szene sonst noch zu bieten hat. Facebook sei Dank.

Ich habe gestern wieder mit meiner Oma telefoniert. Sie meinte, sie hätte für Facebook momentan auch gar nicht mehr so viel Zeit. Denn ihre Urenkelin alias meine Nichte ist gerade mal sechs Monate alt und lieber verbringe sie Zeit mit ihr, als mit fremden Leuten über Facebook zu schreiben. Ich wusste nicht, dass meine Oma „mit fremden Leuten über Facebook schreibt“, aber scheinbar ist ihr dieser Zeitvertreib nicht so wichtig.

Abschließend möchte ich noch ein Lied mit Euch teilen. Ich bin gestern auf dem Rückweg von der Redaktion an einer Bar vorbeigefahren, wo gerade dieser wunderschöne Titel lief. Lange nicht mehr gehört. Hätte ich Facebook, hätte ich den YouTube-Link ganz bestimmt auf meiner Wand gepostet. 

Mein Leben ohne Facebook: Tag 3

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