Mein Leben ohne Facebook: Tag 7
Kommentare

Gestern war ich in einem Elektronikfachgeschäft meines Vertrauens und habe mir eine Vielzahl an Smartphones unterschiedlichster „Herkunft“ angeschaut. Ich bin nicht fündig geworden. Als Zwischenlösung dient mir jetzt das alte Handy meines Mitbewohners – Samsung E1080w. Das Dual-Band Handy verfügt über einen 1,43 Zoll Display und eine Reihe an Funktionen: Anrufe, SMS, Kalender, Rechner, Alarmfunktion, Timer, Stoppuhr und sogar ein Spiel namens Luxor ist vorinstalliert. Mehr nicht.

Das quadratische Gerät stammt aus der Zeit, als die Welt noch ohne Smartphones auskam. Es ist ein klassisches Handy – ein tragbares Telefon. Einen Vorteil hat das robuste Teil allemal – heute habe ich getrost das Ladegerät zuhause gelassen. Denn ohne WhatsApp & Co. zerrt mein Samsung sicherlich noch eine Woche von dem halbaufgeladenen Akku.

Der wiederholte Weg zum besagten Elektronikfachhandel wird mir aber nicht erspart bleiben. Denn ein Adapter muss her, um meine Micro-SIM mit meinem Samsung Handy mit Retro-Charme erfolgreich zu vereinen.

Ob Ihr mir glaubt oder nicht, es ist aufregend. Ich habe gestern Abend Luxor auf dem Samsung gespielt und schwelgte dabei in Erinnerungen. Ich musste an den ersten „Heimcomputer“ denken, den wir Anfang der Neunziger, kurz nach dem Zerfall der Sowjetunion, im Wohnzimmer stehen hatten. Eines Abends hat sich die ganze Familie versammelt, um gemeinsam Pac-Man zu spielen. Es war faszinierend. Irgendwann bekamen wir Internet-Anschluss und ich kann mich noch genau an den Tag erinnern, als ich mit einem Kanadier in einem Chat-Raum gesprochen habe. Ich konnte es damals nicht fassen.

Ich habe in diesem Beitrag gar nicht über Facebook gesprochen. Denn es geht gar nicht primär um Facebook, WhatsApp oder Skype, sondern allgemein um die Möglichkeit, miteinander zu kommunizieren. Wir sind mobil und erreichbar. Soziale Netzwerke sind keine boshaften Strukturen, die uns von dem echten Leben entfernen. Jedenfalls sollten sie es nicht. Es ist eine andere, zusätzliche Art der Kommunikation, die den Alltag durchaus bereichern kann.

Ich habe seit nun schon einer Woche keinen Facebook-Account mehr und habe herausgefunden, welche Vorteile diese Social-Media-Abstinenz für mich hat – nämlich gar keine. 

    

Unsere Redaktion empfiehlt:

Relevante Beiträge

Meinungen zu diesem Beitrag

X
- Gib Deinen Standort ein -
- or -