Microsoft streicht fast 18.000 Stellen – Nokia stark betroffen
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Microsoft will in den kommenden Monaten fast 18.000 Stellen streichen. Das teilte Microsoft CEO Satya Nadella seinen Mitarbeitern am vergangenen Donnerstag per Email mit. 12.500 dieser Stellen werden in der Verwaltung und Herstellung im Zusammenhang mit der Übernahme von Nokias Geräte- und Servicesparte gekürzt.

Microsofts kulturelle Veränderungen

Dieser Plan „zur Veränderung der Organisation und Kultur“ des Unternehmens soll größtenteils bis zum Jahresende umgesetzt werden. Die ersten 13.000 Mitarbeiter erhalten in den nächsten sechs Monaten ihre Kündigung. Die übrigen 5.000 Mitarbeiter sollen bis spätestens Juni 2015 entlassen werden. Als Aufwand erwarte man eine Summe von 1,6 Millionen USD, wovon ungefähr 800 Millionen USD für Abfindungen eingeplant sind. Zwar streiche man viele Stellen, jedoch würden an anderen Stellen wieder neue Arbeitsplätze entstehen, heißt es in der Email von Nadella. Man wolle den Vorgang sehr behutsam und sensibel über die Bühne bringen. Neben den Abfindungen werde man Mitarbeiter im Übergangsprozess in andere Positionen aktiv unterstützen. 

Nokia geht nach Hause

Auch Stephen Elop, ehemaliger Nokia-CEO und jetzt Chef der Handysparte bei Microsoft, wandte sich in einer Email an die Microsoft-Mitarbeiter und beleuchtete Microsofts Strategie hinter den nicht unerwarteten Entlassungen und der Integration der Nokia-Gerätesparte. So wolle man Nokia-Dienste und -Geräte vollständig ins Windows-Phone-Ökosystem integrieren. Das gilt unter anderem für die Nokia X-Reihe, die bisher noch unter Android lief. Der kleine Ausflug ins Roboteruniversum ist damit beendet. Vorhandene Produkte werden zwar weiterhin unterstützt und verkauft jedoch wolle man künftige Geräte und ausgewählte Designs vollständig in Windows Phone integrieren. Dabei soll mit den Lumia-Smartphones verstärkt die Einsteigerklasse, die derzeit das größte Wachstum verzeichnet, bedient werden; in höheren Preissegmenten soll Windows-Phone zur Business-Lösung werden. Die Produktion der Nokia-Gerätesparte will Microsoft wieder an den alten Nokia-Standorten Salo und Tampere konzentrieren. Die Entwicklung in Oulo wird eingestellt. Der Stellenabbau betrifft jedoch sämtliche Nokia-Standorte. 2013 hatte Microsoft eine Belegschaft von 127.000 Mitarbeitern, fast die Hälfte davon in den USA. 

Mit den jüngsten Entwicklungen bestätigen sich die Befürchtungen, dass Microsofts neue strategische Ausrichtung namens „Mobile & Cloud First“ zusammen mit der Nokia-Übernahme zahlreiche Arbeitsplätze kostet. Nadella macht bei seiner Einführung als CEO direkt Nägel mit Köpfen. Der jetzt geplante Stellenabbau ist sogar noch drastischer als die Stellenkürzungen, die sein Vorgänger Steve Ballmer im Jahr 2009 durchzog.

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