Mobile First – das größte Missverständnis im Webdesign?
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Laura Klein hat auf O’Reilly Programming den sehr interessanten Beitrag „Mobile First? Not so fast!“ geschrieben, auf den wir Euch unbedingt hinweisen möchten. Es geht um das Webdesign Mantra schlechthin: Mobile First.

Laura Klein hat nämlich gewisse Probleme damit, diesem Ansatz blind und ohne nachdenken zu folgen. Während sie vorweg schickt, dass sie grundsätzlich mit den meisten Überlegungen, die hinter „mobile first“ stecken einverstanden ist, wünscht sie sich dennoch, dass wir uns möglichst bald davon verabschieden. Warum? Weil laut Klein „mobile first“ oftmals mit „kleines Display“ beziehungsweise „responsive layout“ gleichgesetzt wird. Und wer sich zu Beginn des Designprozesses als erstes Gedanken über die Bildschirmgröße macht, wählt laut Klein einen falschen Ansatz.

Stattdessen sollte man sich immer zuerst Gedanken darüber machen, welches wichtige Kundenproblem oder welche wichtige Kundennachfrage man mit seinem Produkt lösen beziehungsweise bedienen möchte. Erst dann beginnt man, zu designen. Doch bevor man sich dann direkt wieder der Bildschirmgröße widmet sollten zwei Aspekte im Fokus stehen: Flow und Kontext.

Mit Flow bezeichnet Klein die tatsächliche User Experience. Das erfordert darüber nachzudenken, wie genau der User das Produkt bedient, um ans Ziel, also zur Problemlösung beziehungsweise Befriedigung seiner Nachfrage zu gelangen. Und weil dabei gilt „Viele Wege führen nach Rom“, ist es die Aufgabe des Designers und oder Produkt Managers zu erkennen, welche Wege der User einschlagen könnte. Sprich: Man sollte vorher alle möglichen Arten der Produktnutzung erkennen und Verhaltensweisen entweder unterstützen oder verhindern.

Wenn also Flow beispielsweise auf die Reihenfolge anspielt, in der User bestimmte Aktionen ausführen, dann ist Kontext die Umgebung, in der sie dies wahrscheinlich tun.

Flow ist also das „wie“ und Kontext das „wo“ und „wann“. Dazu gehören unter anderem Antworten auf Fragen wie den Ort der Nutzung, auf welchem Gerät wird das Produkt genutzt, wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass man unterbrochen wird oder wie stabil ist die Internet-Verbindung?

Diese beiden Aspekte verdeutlichen, dass zum Gestalten von Verhalten nicht nur die Bildschirmgröße relevant ist. Zu selten denkt der oder die Designerin daran, welche unterschiedlichen Flows und Kontexte sein Produkt möglich macht und umfasst. Ein gut designtes User Interface berücksichtigt nicht nur die Screen-Größe, sondern eben auch andere, ebenso wichtige Faktoren der User Experience: von wo bzw. wie gelangen die User zum Produkt, was machen sie nach der Nutzung, in welcher Umgebung nutzen sie es und welche Zusatzleistungen oder Features könnten sie in genau diese Umgebung bei der Produktnutzung unterstützen. Ein gutes Interface ermöglicht die meisten der wahrscheinlichen Nutzerverhalten und verhindert die wirklich unerwünschten! Deswegen: Zuerst alle möglichen Flow-Variablen in Erwägung ziehen und den Nutzungskontext des Users beachten, bevor man sich Gedanken über die Art und Weise und vor allem die Größe der Bildschirminteraktion macht.

Noch mehr interessante Gedanken zum Thema Design von User Interfaces findet Ihr im Artikel „Natural User Interfaces – Die Kunst, Nutzung intuitiv zu gestalten“ von Professor Wolfgang Henseler. Darin erklärt der Gründer und Managing Creative Director von SENSORY-MINDS, dem Offenbacher Designstudio für Neue Medien und innovative Technologien, wie man dank Natural User Interfaces intuitive Designs erstellt. Ein Lesetipp nicht nur für Webdesigner!

Mobile Design auf der MobileTech Conference 2013 in Berlin

Wie Laura Klein zu Beginn ihres Blogposts einräumt, ist sie grundsätzlich mit den meisten Überlegungen, die hinter „mobile first“ stecken einverstanden. Denn um Performance und Usability zu verbessern, hat es nun mal seine Vorteile, Websites nach den Konzepten „mobile First“ und „Progessive Enhancement“ umzusetzen. Das Projekt wird dabei zuerst für kleine Displays und schwache Geräte entwickelt und im zweiten Schritt für größere Displays und leistungsstärkere Systeme erweitert. Jonas Hellwig, professioneller Designer, Frontend-Entwickler, Fachbuchautor und Trainer aus Berlin, demonstriert in seiner Session „Mobile First Responsive Web Design“ auf der MobileTech Conference am 2. September, dass man als Ergebnisse von „mobile first“ eine optimale Performance auf allen Geräten, die unkomplizierte Wartung und Erweiterbarkeit der Website sowie zufriedenere Besucher erwarten darf.

Alle, die sich bereits jetzt für eine Teilnahme an der MobileTech Conference entscheiden, dürfen sich über günstige Frühbucherkonditionen freuen. Wer sich bis zum 4. Juli 2013 anmeldet, kann über 200 Euro sparen und sich ein Intellibook-Tablet For Free sichern!

Hier geht’s zur Anmeldung.

Die Frühbucherpreise im Detail:

Bei Buchung des 3-Tages-Pass bis 4. Juli erhält man das Intellibook-Tablet mit Android-OS, hochauflösendem 7-Zoll-Multitouch-Display, Dual-Core-1,6-GHz-Prozessor, 1-GB-Arbeitsspeicher, 8-GB-Speicher, built-in Front-Kamera, Mikrofon sowie Lautsprecher, HDMI-Ausgang, microSD-Slot, USB-Host und Kopfhörerausgang kostenfrei.

Kollegenrabatt: Wenn man sich insgesamt mit mindestens drei Kollegen anmeldet, spart man 10 Prozent zusätzlich. Dazu bei der Anmeldung einfach den Aktionscode „GROUP“ eingeben.

Extra-Specials: Studenten, Freelancer, Start-ups und Non-Profit-Organisationen erhalten bei uns individuelle Sonderkonditionen – schreiben Sie uns hierzu einfach eine E-Mail an contact@mobiletechcon.de.

MobileTech Conference 2013 in Berlin

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