Mobile Payment – Marktpotenzial und Erfolgsfaktoren
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Laut einer Analyse der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) sollen die Erlöse aus Mobile-Payment-Transaktionen in den nächsten sechs Jahren auf über eine Milliarde Euro steigen.

Nach Einschätzung der Branchenexperten wird das Marktvolumen für mobile Bezahldienstleistungen in den kommenden Jahren rasant zunehmen.

 

Mobile Payment: bis 2020 Milliarden-Markt 

Aktuell liegen die Erlöse aus Mobile-Payment-Transaktionen bei etwa 7,4 Millionen Euro im B2C-Segment. Bis 2020 soll die Eine-Milliarde-Marke erreicht werden.

Weltweit treten derzeit ungefähr 3.500 Startups im Finanzsektor in Konkurrenz zum klassischen Bankengeschäft. Voraussichtlich soll es allerdings im Jahr 2020 wesentlich weniger Anbieter geben als heute. Weltweit sind es rund 80 Unternehmen, die im Mobile-Payment-Markt aktiv sind. Nach Einschätzung der Experten sollen sich aber in Zukunft lediglich drei bis fünf Anbieter im Markt etablieren können.

Bislang gibt es keinen einzigen Anbieter von Mobile-Payment-Lösungen, der eine für das B2B-Segment ausgereifte Anwendung bereithält. Unsere Analyse zeigt, dass sich insbesondere Industrie- und Automobilersatzteile, Elektronikkomponenten und Baustoffe für den Einkauf über mobile Bezahlwege eignen. Gerade das Geschäftskundensegment bietet daher für Anbieter große Chancen – auch, um dem enormen Wettbewerbsdruck im B2C-Segment auszuweichen,

so Dr. Nikolas Beutin, PwC-Partner und Experte für Mobile Payment.

Mobile Payment: elf Millionen Kunden bis 2020

Die Kundenbasis für Mobile Payment soll bis 2020 von aktuell rund 176.000 auf elf Millionen steigen. Und in dieser Prognose sind die Anwender im Geschäftskundenbereich noch nicht einmal enthalten. Zwar sollen die Erlöse je Endverbraucher nur leicht von 42 Euro auf 46 Euro pro Jahr steigen, trotz allem hat der Markt ein riesen Potential. Einzige Hürden bis dato, die Sicherheitsbedenken der Anwender und eine technologisch ausgereifte Lösung.

Mobile Payment in Deutschland 2020 – Marktpotenzial und Erfolgsfaktoren

In PwCs Analyse „Mobile Payment in Deutschland 2020 – Marktpotenzial und Erfolgsfaktoren“ ist das aktuell noch recht verhaltene Potential zum einen auf die wettbewerbsbedingt sinkenden Margen bei hohen Investitionskosten zurückzuführen, zum anderen auf das Interesse von Verbrauchern und Geschäftskunden an einer weitgehenden Standardisierung. Auch hierzulande steigt die Vielfalt unterschiedlicher Zahlungssysteme und das obwohl der Handel die Entwicklung weiter ausbremst.

Über 20 Payment-Dienstleister versuchen derzeit Lösungen für das kontaktlose Zahlen am Checkout zu etablieren. Davon sind einige bereits am Mart, andere wollen bald folgen.

Im Idealfall zahlen Nutzer mit einer einzigen App bei allen Unternehmen. Dazu muss die Anwendung mehr bieten als eine reine Bezahlfunktion – die Einbindung von Coupons, Bonuspunkte-Systemen und anderen Mehrwertfunktionen ist ein wesentliches Merkmal auf dem Weg zu einer so genannten „Mobile Wallet“, der digitalen Brieftasche. Vor allem aber müssen die Apps absolute Sicherheit garantieren und ein hohes Maß an Vertrauen bei den Verbrauchern genießen,

betont Beutin.

Immer mehr Startups bieten E-Wallets zum Bezahlen an

Startups wie Yapital, Kesh oder PayCash bieten sogenannte E-Wallets zum Bezahlen mit mobilen Geräten an. Eine wesentlich ausgereiftere Lösung bietet das luxemburgische Startups Cashcloud. Die App ermöglicht sowohl das Bezahlen in Online-Shops und im stationären Handel als auch den Geldtransfer zwischen Nutzern. Außerdem können Coupons und Cashback-Aktionen über die App eingebunden werden.

Cashcloud kooperiet mit MasterCard

Durch eine Kooperation mit MasterCard kann Cashcloud weltweit an allen PayPass-Akzeptanzstellen genutzt werden. Hier in Deutschland wird von rund 50.000 Akzeptanzstellen ausgegangen. Beteiligte Unternhemen sind beispielsweise Aral, Shell, Galeria Kaufhof, Douglas und Starbucks.

Mit der MasterCard-Kooperation kann davon ausgegangen werden, dass zukünftig weit mehr Akzeptanzstellen und Händler angeschlossen werden. Allerdings ist nach wie vor keine All-in-One-Lösung verfügbar. Gerade beim kontaktlosen Bezahlen im stationären Handel ist man sich uneinig. Manche Anbieter setzen auf NFC (Near Field Communication), Yapital, Kesh, PayCash oder PayMey nutzen QR-Codes, während Apple und PayPal die Funktechnologie BLE (Bluetooth Low Energy) favorisieren.

Im Mobile Payment wird also zeitnah noch Einiges passieren. Vor allem muss das Vertrauen der Konsumenten gewonnen werden und eine Standardisierung stattfinden. Laut KPMG zahlen rund 15 Prozent der Deutschen bereits mobil. Da geht somit noch Einiges.

Aufmacherbild: Touch screen mobile phone to display business icon and technology, Design concept of technology information and e-commerce von Shutterstock/ Urheberrecht nakorn

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