Mobile Trends 2013 – Quantified Self, Second Screen und Musik-Streaming
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Heute geht die MobileTech Conference 2013 in München mit dem Hauptprogramm in die Vollen. Im Laufe des Vormittag ließ uns Markus Bokowsky in seiner Session „Mobile Trends 2013“ in die mobile Zukunft schauen: Was erwartet die Branche in den kommenden zwölf Monaten, welche Branchen werden sich dank Mobile stark wandeln, welche Branchen werden zwangsweise einer Wandlung unterzogen. Und was bedeutet das alles für Entwickler und Entscheider?

Um diese Fragen zu beantworten, hatte Markus zehn Trends mitgebracht – einige bereits bekannt, andere ganz neu und manches davon skurril.

Trend 1: TABLETS

Die Faktenlage ist klar und verdeutlicht, warum auch in den kommenden 365 Tagen Tablets ein wichtiger Mobile-Trend bleiben: 8,2 Millionen Deutsche nutzen inzwischen ein Tablet, um ins Netz zu gehen. Nur unverhältnismäßig weniger als die 13,7 Millionen Smartphone-Nutzer. Apple ist der Marktführer und Android hat stark aufgeholt. Und was ist mit Microsoft?Markus Bokowsky ist hier mehr als skeptisch. Interessant wird die Entwicklung jenseits von Nordamerika, Europa und Asien. So gibt es beispielsweise in Indien mittlerweile Volkstablets wie das Aakash II, das mit einem Preis von 16 Euro und soliden Spezifikationen auch für die breite Masse auf dem Subkontinent erschwinglich ist.

Trend 2: SPRACHSTEUERUNG

Auch hier ist Markus Bokowsky skeptisch. Zurecht wie wir finden. Denn obwohl Untersuchungen zeigen, dass beispielsweise Siri-Nutzer in der Mehrheit sehr zufrieden mit ihrer Sprachassistentin sind, beschränken sich die Use Cases meist auf das Einleiten von Anrufen und das Diktieren von Messages.

In einer Nutzungssituation sieht Markus Bokowsky jedoch eine durchaus erfolgversprechende Zukunft: im Auto. Und das führt uns zu Trend Nummer drei.

Trend 3: DIGITAL DRIVESTYLE

Der Einsatzbereich, der besonders zukunftsträchtig sein könnte und von dem wir in diesem Jahr mehr hören werden, ist beim Autofahren. So hat Mercedes kürzlich die Integration von Siri in einer seiner Modellreihen vorgestellt. Andere Hersteller werden sicher nachziehen.

Trend 4: CAR SHARING

Wir bleiben beim Auto. Anbieter wie DriveNow, Car2Go, Flinkster oder Zebramobile sind einigen sicher schon ein Begriff. Per mobiler App oder sogar per SMS mit einem alten Feature-Phone lassen sich Autos eines CarSharing-Anbieters reservieren und anmieten.

Etwas neuer ist hingegen das sogenannte Peer-to-Peer CarSharing. Hier teilt man mit fremden Leuten sein Auto. Interessantes Konzept, aber hat es eine Zukunft? Markus Bokowsky ist skeptisch.

Trend 5: QUANTIFIED SELF

Ganz anders Bokowsky Einstellung zu einem Trend, der einst von Pionieren wie Gordon Bell als sogenanntes Lifelogging eingeführt wurde. Heute findet das Quantified Self, also das quantifizierte oder mit Zahlen oder Daten charakterisierte Ich, seinen Ausdruck in Apps wie Runtastic oder Hardware wie Google Glass.

Vermehrt werden wir in Zukunft im mobilen Alltag auf Aktivitätssensoren bzw. Aktivitätstracker treffen. Sie messen beispielsweise unsere Bewegungen und unterstützen Fitnesswillige durch einen Gamification-Ansatz. Als praktisches Beispiel zeigte Markus Bokowsky dem Publikum das Nike+ Fuelband (Foto unten), das die tägliche Aktivität des Users trackt, visualisiert und dafür Punkte vergibt.

Markus BokowskyMarkus Bokowsky in seiner Session „Mobile Trends 2013“.

Andere Ausprägungen von mobilen Aktivitätssensoren sind Schlaftracker, Messgeräte für Gehirnströme mit integrierten Katzenohren (neurowear.com) und vor allem der E-Health/M-Health-Bereich. Bokowsky ist überzeugt, dass gerade hier noch viele Möglichkeiten darauf warten erschlossen zu werden. So wurde beispielsweise auf der CeBit eine spezielle Jacke für autistische Kinder vorgestellt, die dank der Ausübung von Druck beruhigend auf die Kinder wirken soll. Geregelt wird dieser Druck durch das Touch-UI des mobile Device.

Trend 6: AUGMENTED REALITY

Ok, ok … auch Markus Bokowsky gibt zu, dass das Thema inzwischen etwas seinen Reiz verloren hat. Die drei AR-Felder, die jedoch auch in den kommenden zwölf Monaten weiter präsent sein werden, sind Gesichtserkennung, Texterkennung und 3D-Musterkennung.

Trend 7: SECOND SCREEN / SOCIAL TV

Das vermeintliche Hass-Thema von Markus. Zumindest Social TV. Denn der Nutzung von Facebook, Twitter & Co. auf dem Flachbildfernseher spricht Markus die Daseinsberechtigung ab. Ganz anders dagegen das Thema Second Screen. Die Nutzung von Tablet und Smartphone während des Fernsehens ist schon weit verbreitet und wird sich immer weiter durchsetzen. So tauschen sich beispielsweise bei Live-TV-Ereignissen Zuschauer per Twitter oder auf speziellen Plattformen/Apps aus.

Trend 8: MOBILE PAYMENT

Ein Trauerspiel in Markus Bokowskys Augen. Während man in Asien und Afrika schon lange und weit verbreitet mit mobilen Geräten bezahlen kann, hinkt Europa hinterher. Zitat Markus: „So lange unflexible Player wie Mobilfunkanbieter und die Finanzwirtschaft das Thema in der Hand haben, wird sich an der traurigen Situation nicht viel ändern. M-PESA in Kenia zeigt dagegen, das Mobile Payment sogar mit Feature-Phones super funktioniert. Dort ist die Überweisung und das Auszahlen von Geld dank Micro Payment Gang und Gäbe.

Trend 9: MUSIK STREAMING

Musik hat viel verändert im Mobile-Bereich und wird es weiter tun. Das heute existierende Musik-Ökosystem ist sehr diversifiziert und Musik-Streaming wird immer populärer. 25 Prozent der Zeit, die Deutsche online verbringen, entfällt auf Musik-Streaming.

Trend 10: CLOUD COMPUTING

Wer dachte die Mobile Trends 2013 kommen ohne dieses Buzz-Word aus – weit gefehlt. Egal ob man beispielsweise als Unternehmen das Cloud Computing selbst machen möchte, OS-Dienste à la iCloud oder Google Drive nutzen oder 3rd-Party-Dienste wie Dropbox einsetzen möchte – die Cloud wird auch in den nächsten 365 Tagen ein stetiger Begleiter sein.

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