Mobile Trends 2015 [MobileTech Con 2014]
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Die Technik entwickelt sich immer weiter und gerade im schnelllebigen Mobile-Bereich kommen immer wieder neue Devices und Software auf den Markt. Markus Bukowski von der Bokowsky + Laymann GmbH hat einen guten Riecher für „Emerging Technologies„. In seinem Vortrag „Mobile Trends“ auf der MobileTech Conference 2014 in Berlin hat er einmal die aktuellen mobilen Trends für uns zusammengefasst.

Internet of Things

Mit dem Thermostat Nest und dem Ambient-Light Hue von Phillips kamen 2013 die ersten internetfähigen „Dinge“ heraus, die sich mit dem Smartphone steuern lassen. Das Internet hatte es also bis in unser Wohnzimmer geschafft. Das Internet of Things ist einer der großen Mobile-Trends und gerade im Bereich Smart-Home schlummert großes Potential. Mittlerweile lassen sich die Geräte nicht nur mit dem Smartphone steuern, sondern kommunizieren auch untereinander und bestenfalls sogar ganz ohne unser Zutun. Auch das Angebot der Geräte hat sich ausgeweitet. So gibt es mittlerweile August, das smarte Türschloss, das die Haustür automatisch entriegelt, wenn das damit synchronisierte Smartphone in der Nähe ist. Ähnliches gibt es auch für in Form von TEO, einem schlüssellosen Fahrradschloss. Ein anderes Anwendungsbeispiel ist die Wetterstation Netatmo, die eine detaillierte Wetterkarte mit den Daten aller „Thing“-Besitzer erstellt. Laut Bukowski gibt es hier aber noch Entwicklungsbedarf, was die Sicherheit der Netzwerke angeht, über die die Geräte miteinander kommunizieren.

iBeacons

Auch um iBeacons werden wir in Zukunft nicht mehr herumkommen. Die Technologie hinter diesem Mobile Trend: Es werden Bluetooth-Sensoren, die Beacons, im Raum verteilt, die eine genau Indoor-Ortung ermöglichen. Diese Ortung könnte in Zukunft vor allem für Shops und Geschäfte interessant sein, denn sie ermöglichen das Senden von Push-Nachrichten, wenn der Kunde sich an einem relevanten Ort befindet. So können zum Beisiel passgenau Angebote verschickt werden, wenn der Kunde vor dem jeweiligen Produkt steht. Diese Technologie eignet sich auch zur Anwendung für Audioguides, zum Beispiel in Museen und Ausstellungen. Der Vorteil hier, die Indoor-Ortung mit iBeacons ist besonders genau und benötigt kein Satellitensignal. Natürlich lassen sich mit den Sensoren auch Analyse-Tools mit Informationen füttern. Die Firma Viewsy hat ein Programm entwickelt, mit dem Ladenbesitzer mittels einer Heat-Map Fingerprints der Kunden erstellen und die besonders stark frequentierten Bereiche auslesen können.

Quantified Self

Mit dem Aufkommen der Social Media ist es uns ein allgemeines Bedürfnis geworden, sein Leben zu dokumentieren und mit anderen zu teilen. Damit diese Art des digitalen Tagebuchs noch umfangreicher und detaillierter wird, gibt es eine Reihe an Lifelogging-Diensten und Devices. Der Vorreiter der heutigen Tracker ist Memoto, eine Kamera, die alle 30 Sekunden ein Bild schießt und so den Tagesablauf dokumentiert. Heute am häufigsten zum Lifelogging genutzt werden wohl Fitnesstracker und dazugehörige Apps wie Fitbit und Runtastic, mit denen man seine sportlichen Aktivitäten aufzeichnen kann. Neu dabei sind Sleeptracker, mit denen sich Schlafmuster aufzeichnen lassen und die Nachtruhe effektiver genutzt werden kann, sollten die Sensoren von Zeo und Withings denn zuverlässig Daten sammeln. Natürlich lassen sich alle Daten auch mit Freunden teilen. Ein Problem, das es hier noch zu lösen gilt, ist die sichere Speicherung der Daten. Trotz versprochener Datensicherheit, tauchen immer mal wieder Statistiken auf, die auf den Quantified-Self-Daten basieren. Diese sollen zwar anonymisiert sein, werden aber trotzdem benutzt.

Digital Drivestyle

Auch im Bereich Auto tut sich einiges. Auch der Digital Drivestyle gehört für Markus Bukowski zu den Mobile Trends. Es gibt zahlreiche Anwendungen rund um das Fahren. Dazu gehören Navigationsapps wie Navigon, Apps zum Car-Sharing und Car-Renting à la Uber und Taxi-Dienste wie der von MyTaxi. Aber auch das Auto selbst soll mit dem mobilen Netz verbunden werden. Das Problem hierbei: Das Auto selbst hat einen Entwicklungszyklus von circa sieben Jahren. Der von Smartphones und Apps dauert dagegen nur neun bis zwölf Monate. Würde man die Technologie also fest ins Auto einbauen, wäre sie so gut wie immer veraltet. Um diesem Problem aus dem Weg zu gehen, nutzt man den Bildschirm des Bordcomputers lediglich als Ausgabestelle für die Anwendungen des Smartphones anstatt die Technik fest einzubauen.

Augumented Reality

Dieser mobile Trend steht schon seit längerem im Raum. Auch wenn die Entwickler schon fleißig an der Software für Augumented Reality tüfteln, fehlt es immer noch an der entsprechenden Hardware, um sie auch einzusetzen. Die Google Glass ist zur Zeit die ausgereifteste der Smart Glasses, wird aber schon heftigst diskutiert. Eine Alternative dazu könnte die MetaPro sein. Makus Bukowski ist jedoch skeptisch, ob sich die Smart Glasses in unserem Alltag etablieren werden. Die Augumented Reality Software kann im Gegensatz zu den Geräten schon einiges. Das schwarze Schaf ist bisher die Face Recognition, die sich nach Bukowski wohl nicht mehr vermeiden lässt. Des Weiteren gibt es 3D Object-Recognition-Programme, die Informationen und Empfehlungen zu Objekten oder Gebäuden anzeigen. Auch wenn die Augumented-Reality-Technologie wohl noch eine Weile Zukunftsmusik sein wird, ist sie bereits jetzt von großer Bedeutung. Das wird vor allem daran deutlich, dass diverse Augumented-Reality-Projekte von großen Unternehmen wie Facebook und Google aufgekauft wurden.

Smart TV

Die Zukunft des Smart-TV liegt vor allem im Second-Screen-Bereich. Das bedeutet, dass während des Fernsehkonsums noch zusätzliche Dinge auf dem Tablet oder dem Smartphone geschehen. Die Second-Screen-Anwendungen nutzen die Tatsache, dass die meisten Fernsehzuschauer während des Fernsehguckens sowieso im Internet surfen. Leider sind die Sender selbst bisher noch sehr unkreativ, wenn es heißt, gute Second-Screen-Angebote zu entwickeln. Außerdem auf dem Vormarsch sind On-Demand-Dienste wie Google Chromecast oder Apple TV.

Mobile Health

Health-Care ist der wohl zukunftsträchtigste Markt für Anwendungen, Wearables und Devices. Ähnlich wie beim Quantified Self, werden auch bei den HealthCare-Anwendungen Daten über den User gesammelt. Diese geben Aufschluss über den Gesundheitszustand und können zum Beispiel an die Einnahme von Pillen oder an andere präventive Maßnahmen erinnern. Hier haben wir einiges vom neuen AppleHealth zu erwarten, das die Daten sammelt und aufbereitet. Auch auf dem Device-Markt tut sich auch einiges. So ist bei Google zum Beispiel die Google Lens in Entwicklung, die den Blutzuckerspiegel bei Diabetikern misst. Des Weiteren gibt es Blutdruckmessgeräte, Muskelsensoren, Fieberthermometer etc., die sich mit dem Smartphone synchronisieren lassen. Auch hier gibt es genau wie beim Lifelogging noch das Problem der Datensicherheit.

Mobile Payment

Beim Mobile Payment herrscht Stillstand. Zumindest bei uns. In Afika und Asien gehört das Mobile Payment mittlerweile zum Alltag dazu. So kann man mit dem afrikanischen Dienst Impesa zum Beispiel Geld per SMS überweisen, welches der Empfänger an einer offiziellen Stelle abholen kann. Dieses Konzept macht vor allem Sinn für Menschen ohne Bankkonto. Ein anderes Modell verfolgen Square und SumUp. Diese kommen mit einem Gadget, dass sich aufs Smartphone aufstecken lässt und das Kreditkarten zum Bezahlvorgang ausliest.

Hier der Stream zu Session

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