Mobiler App Orgasmus – Startup Vibease finanziert Smart Vibrator per Crowdfunding
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Unter dem Projektnamen „Fundawear“ veröffentlichte der britische Kondomhersteller Durex vor knapp drei Monaten ein Video auf YouTube, dass ein erotisch knisterndes Fun-Projekt vorstellte. Zu sehen war ein Pärchen, das sich mithilfe von Smartphone-Apps gegenseitig befummelte. Möglich machte diese ‚sexuelle Revolution’ (Video am Seitenende) die von Durex hergestellte „Fundawear“, Unterwäsche in die intelligent platzierte Vibratoren eingenäht waren.

Ob die Gründer von Vibease dieses Video kennen, ist nicht überliefert. Das „Durexperiment“ kam mir jedoch sofort in den Sinn, als ich über folgendes Startup aus San Francisco stolperte, das gerade für einen „Wearable Smart Vibrator“ – also einen tragbaren Smart Vibrator – ein erfolgreiches Crowdfunding auf der Plattform Indiegogo gestartet hat: 

Vibease Wearable Smart Vibrator that brings Fifty Shades of Fantasy to life

Dem obigen Motto folgend bietet Vibease also einen tragbaren Vibrator an. Tragbar? Ja, tragbar, aber nicht im Sinne von „tragbarer CD-Player“. Folgende Produktbeschreibungen helfen auf die Sprünge:

  • A total hands-free experience and your fingers will not get tired.
  • Discreet. No one will know that you’re having a good time.

Aber Sicherheit geht vor:

We do not recommend wearing the Vibease vibrator during outdoor activities.

Vibease
Nicht für „Outdoor activities“ geeignet – der Wearable Smart Vibrator von Vibease (© Vibease).

Der Vibease ist aber nicht nur tragbar, es handelt sich sogar um einen „Smart Vibrator“, der via Bluetooth mit Smartphone per App gesteuert wird. Ooohh, die Möglichkeiten – mag sich manch einer denken.

Manch anderer denkt sich: Warum hat es eigentlich so lange gedauert, bis jemand solch ein mobiles Selbstbefriedigungsprodukt auf den Markt bringt? Dass Smartphone-Besitzer scheinbar sehnsüchtig darauf warten, unterstreicht die Tatsache, dass das Crowdfunding-Projekt von Vibease sein Finanzierungsziel von 15.000 Dollar nach nur einem Tag erreicht hat. Mehr als das: Nach aktuellem Stand hat sich das Startup bereits Gelder in Höhe von 32.369 Dollar gesichert – und die Aktion läuft noch 28 Tage. Sex sells!

Die Early Bird Specials, nämlich 69 Dollar für einen Vibease Vibrator für iOS bzw. für Android, sind bereits ausverkauft – was bedeutet, dass jeweils 100 Vibratoren geordert wurden.

Hobby-Statisten würden darüber hinaus aus den angegeben Bestellmengen von zwei weiteren Angeboten für Early Adopter auf Unterschiede in der sexuellen Experimentierfreudigkeit von iOS- bzw. Android-Usern schließen. Denn während es nur elf Bestellungen für den Android-kompatiblen Vibrator gibt, haben iOS-Nutzer mit 59 Bestellungen zugeschlagen, um unter den ersten zu sein, die sich mit der Vibease-Technologie in höhere Orgasmus-Sphären zu versetzen.

Für alle, die schon jetzt absolut überzeugt von der Geschäftsidee sind, gibt es das „Intense Pleasure“-Paket mit 30 Vibratoren (1.990 Dollar) und das „Ultimate Pleasure“-Paket mit 100 Vibratoren (5.990 Dollar).

Als geschätztes Lieferdatum wird übrigens überall „Oktober 2013“ angegeben. Kurz vorher sollen Apps für iOS und Android verfügbar sein. Bereits jetzt erhältlich ist die Beta-Version der Vibease-Android-App. Diese hat eine Messaging-Funktion an Bord sowie ein „audio fantasy“-Feature. In diesem Modus wird der Nutzer offenbar durch Sprachausgabe im Rahmen von erotischen Ministories weiter stimuliert. Laut der Produktbeschreibung vibriert der Vibease sanft bei gesäuselten Sätzen und härter, wenn es richtig zur Sache geht. Wem die vorhanden Stories nicht ausreichen, kann eigene Fantasien aufnehmen und die Vibrationen dazu individuell anpassen. Und da wir in Zeiten von sozialen Netzwerken leben, kann man diese Sex-Selfies auch mit anderen Vibease-Nutzern teilen.

In Zukunft soll noch ein „binaural audio“-Feature hinzukommen, eine Tonausgabe, die den Eindruck erweckt, die ‚Anfeuerungen’ kämen aus nächster Nähe. Schaut man sich die Screenshots an, deuten darüber hinaus App-Einstellungen mit vielen Schiebereglern auf jede Menge ‚sexual customization“ hin.

Vibease AndroidScreenshots von der Beta-Version der bereits erhältlichen der Android-App (© Vibease).

Ich bin gespannt auf den Oktober, wenn der Vibrator buchstäblich unters Volk kommt und beweisen muss, ob er die gemachten Versprechen halten kann. Allerdings bin ich noch etwas skeptisch ob der angekündigten iOS-App. Ob die App Store Prüfer wirklich die Vibease App wirklich durchwinken, ist angesichts der strengen Regeln zumindest fraglich. Denn regelmäßig werden Strip Poker oder andere Apps mit vermeintlich unzüchtigem Inhalt – oder „overtly sexual content“ wie es bei Apple heißt – aus dem App Store geworfen. So geschehen beispielsweise auch bei der App MyVibe. Der Zweck der App wird klar, wenn man auf das Haupt-Feature blickt: die Vibrationsfunktion in hundert verschiedenen Intensitäten variieren. Zu viel für Apple, die App flog aus dem Store.

Zum Abschluss noch das Video zum oben erwähnten Durexpediment, das einen ähnlichen Ansatz verfolgte:

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