Monetarisierung von Games
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Gestern endeten die Deutschen Gamestage in Berlin und lassen nicht nur große Studios sowie Publisher und kleine Indies mit der Frage zurück „Wie lässt sich mit meinem Spiel Geld verdienen?“

Diese Frage stand bereits während der QuoVadis und im Rahmen des A.MAZE Indie Connect Festival im Zentrum. Die Gaming Branche ist nach der Solo-Player- und MMO-Ära (Massively Multiplayer Online Game) aktuell in der Mobile- und Social-Ära angelangt. Doch was bedeutet das für die Vermarktung von Games? Muss es ein Facebook- oder Browser-Game sein, um derzeit am Markt zu bestehen?

Smartphone und Tablets sind die Impulsgeber für immer größere Marktanteile im Bereich Mobile. Kleine Studios sind dadurch nicht mehr ausschließlich von Publishern abhängig, sondern können wesentlich bessere Revenue-Shares beispielsweise über unabhängige App-Netzwerke und -Stores jenseits von Apples App Store oder Googles Play Store generieren.

Nach einer Untersuchung von Newzoo im Dezember 2012 wird deutlich, dass die TOP 20 Games auf iOS und Google Play ausschließlich von großen Publishern stammen. Als eigenständiges Indie-Studio hat man es folglich schwer eine gute Position im App Store zu ergattern. Es ist erschreckend, das alle Anbieter versuchen weiterhin den Markt zu fragmentieren, dabei ist die Fragmentierung eines der großen Probleme der Branche – jedenfalls aus Perspektive der User.

Vergleichbar mit der Diskussion um DRM (Digital Rights Management), stellt auch die Fragmentierung des Marktes eine Einschränkung des Nutzers dar. DRM und Fragmentierung helfen zwar der Industrie, verringern allerdings auf der anderen Seite die Möglichkeiten echte und loyale Fans zu bekommen. Kopierschutz und das Ausnehmen von Spieler in aktuellen Games-Konzepten werden heiss diskutiert. Was sind faire Preise für In-App-Purchases? Und welches Pricing-Konzept geht in Richtung „Milking Gamers“?

Um bereits während der Entwicklung nicht auf einen der Negativ-Trends aufzuspringen, schlägt Gog.com vor, sich die „Customer Love“ zurück ins Gedächtnis zu rufen.

Gaming it´s all about building relationships

So Guillaume Rambourg, Gründer von GOG.com.

Entgegen der weitverbreiteten Meinung, dienen Bundle-Angebote und Promos lediglich für short-term Revenues und helfen nicht wirklich dabei, eine loyale Fanbase aufzubauen. Für eine langfristig erfolgreiche Monetarisierungsstrategie müssen die Wünsche und Bedürfnisse der Spieler berücksichtigt werden. Fühlt sich der Gamer ausgenommen oder ist er nicht zufrieden mit der Balance zwischen Qualität, Preis und Mehrwert des Spiels, werden sich langfristige keine Gewinne einstellen.

Und ist einmal das Vertrauen der Nutzer verloren, wird es sich auch nicht mehr so schnell wieder herstellen lassen. Guillaume Rambourg schlägt für die Lösung des Monetarisierungs-Dilemmas folgenden Leitfaden vor:

  • Produziere DRM-frei Games
  • Etabliere ein faires Preismodell weltweit
  • Biete den Spielern Mehrwert
  • Und beweise Customer Love

Die Community in die Weiterentwicklung mit einzubeziehen und für die Spieler etwas zu tun, wird seiner Meinung nach in jedem Falle honoriert werden. Falsche Preisentscheidungen und Promotions hingegen, zerstören auf der anderen Seite mehr als sie nützen und sollten daher grundsätzlich vermieden werden.

Think about your gamers needs,

das ist die Mission und das ultimative Credo, welches sich jedes Studio auf die Fahnen schreiben sollte. Dann sollte es auch mit der Monetarisierung klappen.

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