Mozilla stattet Firefox mit DRM-Schnittstelle für Videostreams aus
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Es ist soweit. Mozilla hat angekündigt, seinen Firefox-Browser mit einer DRM-Schnittstelle (Digitale Rechteverwaltung) für Videostreams auszustatten. Dabei handelt es sich um einen Kopierschutz für Streaming-Inhalte, konkret um die sogenannten Encrypted Media Extensions (EME). Der von der Internet-Standard-Organisation unterstützte Kopierschutz soll laut Mozilla dafür sorgen, dass DRM-geschützte Inhalte auch im Firefox-Browser wiedergegeben werden können – ein Umstand, gegen den sich Mozilla selbst lange gewehrt hat. Der Druck des Markts wurde jedoch zu stark; bei einer Weigerung hätte Mozilla den Wettbewerb gegen andere Browser verloren. Ein schwieriger Schritt für das Unternehmen, verrät es dabei (teilweise) doch seinen Grundsatz Open Source.

© Mozilla

Real-Time-Entertainment macht laut einer kürzlich veröffentlichten Studie über 60 Prozent des Datenverkehrs der USA aus, dazu zählt auch Video-On-Demand. Die Rechteinhaber versprechen sich von der Implementierung EME mehr Kontrolle über das Nutzungsverhalten der Inhalte, während sich Nutzer über technische Probleme und Datenschutz beklagen. Ein Problem etwa ist, dass gekaufte Inhalte teilweise nur auf der Plattform konsumiert werden können, auf der man sie erworben hat. Ein anderer Punkt sind die Berechtigungen der Implementierung. Microsofts und Googles EME-Integrationen erlauben beispielsweise  den Zugriff auf das Netzwerk und die Laufwerke des Nutzers, es wird ein digitaler Fingerabdruck gespeichert und Informationen über das System übermittelt. Ersteres verspricht Mozilla zu verhindern; zweiteres geschieht zwar ähnlich (weil DRM eine Identifizierung verlangt), jedoch vergibt Mozilla nur unique IDs, die die jeweilige Plattform identifizieren, jedoch keinerlei weitere Informationen über das System des Nutzers preisgeben. So soll verhindert werden, dass User getrackt werden. Dabei ist verwunderlich, dass EME zwar als HTML5-Alternative zu Plugins wie Flash verwendet werden soll, Mozilla aber auch hier mit Adobe zusammenarbeitet. Und zwar kommt das Content Decryption Module (CDM) direkt von Adobe (ähnlich wie die Flash-Erweiterung für Firefox) und wird in einer Sandbox ausgeführt, also in einer externen Anwendung ausgeführt, die gestartet wird, sobald entsprechender Content geladen wird. Die übrige EME-Infrastruktur will Mozilla als Open Source veröffentlichen. 

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