MTC 14: Jan Wolter von testhub erklärt Crowdtesting
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Crowdtesting hat viele Vorteile. Beispielsweise kann der App-Entwickler innerhalb kürzester Zeit auf große Menge von Testern zurückgreifen, ohne dass diese rekrutiert und eingeladen werden müssen. Crowdtesting bietet einen sehr wichtigen Ansatz in Sachen der Benutzerfreundlichkeit mobiler Anwendungen. Denn eine Sache ist, die Produkte im Labor zu testen, eine ganz andere aber, jemandem ein Smartphone in die Hand zu drücken und zu sagen: Probiere es mal aus!

Jan Wolter ist Geschäftsführer der testhub GmbH, der größten Crowdtesting-Plattform in Deutschland mit Zugriff auf mehr als 20.000 Tester. Jan ist ständig damit beschäftigt, die Prozesse des Crowdtestings zu optimieren. In seinem Vortrag: „Crowdtesting: Ein neuer Ansatz, um User in die Entwicklung einzubinden“ erzählte er über die Vor- und Nachteile der Methode, die die User in die Entwicklung einbindet.

Crowdtesting lohnt sich besonders, wenn komplexe Testprojekte anstehen, mit knappen finanziellen und personellen Ressourcen. Besonders, wenn Userfeedback wichtig ist, lohnt sich diese Methodik. Aber es gibt auch Grenzen.

Die Welt ist voller Mobile-Devices, Wearables und Internet of Things erfährt gerade eine spannende Entwicklung.

Doch viele der Devices, die entstehen, kommen bei dem Endkunden aus irgendeinem Grund nicht an. Vielleicht weil die Entwickler, die irgendwann zwangsläufig betriebsblind werden, keine Problemfelder erkennen können. Das können aber die User.

Um Probleme so schnell wie möglich zu erkennen und schlechte Bewertungen zu vermeiden, sollte man den User so schnell wie möglich in die Entwicklung der Produkte miteinbinden. Crowdtesting macht genau das. Statt sich also in seinem stillen Kämmerlein zu verkriechen und zu programmieren, sollte man zuerst die Anwendung nah am Kunden, an der Zielgruppe, testen.

Crowdtesting fängt schon in der Konzeptphase an. Was wollen die User? Schon jetzt sollte man überlegen, was für die Kunden relevant ist.

Wenn man an einem Konzept arbeitet, kann man dieses schon an die User rausgeben und fragen, was die davon halten, bevor es zur Umsetzung kommt.

Wenn man über mobile Anwendungen spricht, ist es wichtig, sich zu fokussieren auf Features, die der Kunde wirklich braucht. „Es ist immer besser eine App zu haben, die 3 Funktionen hat, die jeder haben will, als eine App, die 20 Funktionen hat, die keiner haben will“, so Jan Wolter.

Wenn das Konzept entwickelt worden ist, sollte man auch den Prototypen an der Crowd in Sachen Usability testen. Dieser Test kann schon sehr viele Schwachstellen aufzeigen, die in diesem Stadium noch relativ leicht zu beheben sind.

Crowdtesting ist eine moderne Art, Produkte nah am Kunden zu entwickeln und Verbesserungsvorschläge der Zielgruppe sofort umzusetzen, statt sich später über die wenigen Downloads zu wundern.

In den meisten Fällen findet Crowdtesting explorativ statt. Sprich, es ist kein strukturiertes Testen, ohne Vorgabe von Test-Cases. Aber da die Tester je nach Anzahl aufgezeigter Bugs entlohnt werden, werden viele Problemfelder entdeckt, auch ohne konkrete Vorgaben zum Vorgehen.

Die Idee von Crowdtesting ist, Produkttests einfach zu gestalten, Userperspektive in Entwicklungsprozesse einzubinden und kundenorientiert zu denken.

Crowdtesting kann monatlich, wöchentlich oder vor einem großen Release durchgeführt werden. Man sollte sich genau überlegen, wann man diese Mechanismen einbindet. Auf jeden Fall sollte Crowdtesting von der endgültigen Fertigstellung des Produktes stattfinden.

Aufmacherbild: Many people or customers answering your questions with the word Survey in speech bubbles to symbolize feedback, comments and responses to a set of queries via Shutterstock / Urheberrecht: iQoncept

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