MWC 2014 geht zu Ende: alle Highlights und Trends
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Der Mobile World Congress 2014 in Barcelona hat seine Pforten geschlossen und ging mit einem neuen Besucherrekord zu Ende. Mehr als 85.000 Besucher aus 201 Ländern strömten nach Barcelona auf den MWC, wie der Veranstalter GSMA mitteilte. GSMA-Chef John Hoffmann bedankte sich feierlich bei den rund 1800 Ausstellern. Die diesjährige Veranstaltung sei ein überwältigender Erfolg gewesen.

Mobile World Congress 2014 schließt – Übrig bleibt die Vernetzung

Der MWC 2014 hat eindrucksvoll bewiesen, dass es in der Tech-Welt um weit mehr geht als um ein paar neue Mobiltelefone, auch wenn die natürlich auch zahlreich vertreten waren. Samsung stellte sein neues Flaggschiff Galaxy S5 vor, Nokia präsentierte sein erstes Smartphone auf Android-Basis, Sony läuft dem iPad Air mit mit seinem schnellen Xperia Z2 Tablet den Rang des dünnsten und leichtesten Premium-Tablets ab.

Es gab aber noch viel mehr: Wearables, Connected Drive, Smartglasses mit Gestensteuerung und Kühlschränke mit SIM-Karten. Außerdem: Apps, Apps, Apps. Im Resultat bleibt die Erkenntnis, dass die allumfassende Vernetzung nun endgültig in der Pipeline steckt und unsere digitale Identität viel mehr ist als ein Alter-Ego im Internet. Mit Jan Koum und Facebook-Gründer Mark Zuckerberg waren auch zwei prominente junge CEOs zu Gast, die von der restlichen Branche bislang eher mit Skepsis beäugt wurden, deren Geschäftsziel sich aber wunderbar mit dem Motto der Messe deckt: Alles zu vernetzen und jeden mit jedem zu verbinden.

Connected Drive

Es war dieses Jahr nicht zu übersehen. Jeder Mensch soll ein Handy haben, mit dem er ins Internet gehen kann, aber auch alle anderen Maschinen sollen jetzt ins Netz gehen und mit unseren Handys verbunden werden, damit wir sie smart steuern können, damit sie uns Arbeit abnehmen und unseren analogen Alltag endgültig digitalisieren. Etliche Mobilfunkhersteller stellten ihre Interpretation von vernetztem Fahren vor.

So hat Ford bereits zum zweiten Mal ein neues Auto auf dem MWC vorgestellt. Der neue Ford Focus ist mit einer verbesserten Fahr- und Einparkhilfe namens «Sync 2» ausgestattet, außerdem kommt der neue Focus mit Touchscreen-Bedienung, Smartphone-Verbindung und Spracherkennung. Neben Ford war auch General Motors vertreten. GM war hauptsächlich mit der Anwerbung von Entwicklern für seinen Opel App Shop beschäftigt.

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Samsung, Nokia, Sony und Co.

Eine der größten Überraschungen hielt der finnische Mobilfunkhersteller Nokia bereit. Mit seiner Nokia X-Reihe erblicken die ersten Nokia-Smartphones auf Android-Basis das Licht der Welt. Das Nokia X, X+ und XL sind Android-Smartphones für den kleinen Geldbeutel und bewegen sich im Preissegment um die 100 Euro. Damit sollte der Gewinner im Kampf zwischen Windows-Phone und Android feststehen, auch wenn Nokia zahlreiche Microsoft-Dienste ins System geschmuggelt hat.

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Samsung stellte, wie erwartet, sein Flaggschiff Galaxy S5 vor. Signifikante Neuerungen sind: eine verbesserte Kamera, Staub- und Wasserfestigkeit und ein integrierter Herzfrequenz-Sensor. Sony präsentierte sein neues High-End-Tablet Xperia Z2, das nicht nur flott ist wie nichts Gutes, sondern dabei auch sehr schick aussieht. Nur 6,4mm dünn und 450 Gramm schwer jagt es Apples iPad Air auch noch den Rang des dünnsten und leichtesten Tablets ab. Im Angesicht der Datenschutz-Debatte stellte der Schweizer Hersteller Blackphone sein neues Smartphone vor, das vor allem mit tadelloser Sicherheit punkten will und schwarz wie die Nacht ist.

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Neben den großen Herstellern hatten auch viele kleine mobile Betriebssysteme einen starken Auftritt in Barcelona. So zum Beispiel das von Ex-Nokia-Mitarbeitern entwickelte Sailfish OS, das inzwischen auf Android-Smartphones und auf dem Nexus 7 Tablet läuft. Das chinesische Unternehmen Meizu und der spanische Hersteller bq kündigten Ubuntu-Smartphones an, Mozilla gab einen Ausblick auf den Markt für sein neues Firefox OS und versuchte rege, Entwickler für seine neuen Entwicklerwerkzeuge und Geräte, darunter Tablets, zu begeistern. So soll neben besser ausgestatteten Geräten auch ein Smartphone für 25 US-Dollar mit Firefox OS rauskommen.

Wearables

Allerhand Gadgets sollen uns künftig durch unser Leben begleiten und uns Informationen über unseren physischen Zustand liefern, uns über Neuigkeiten informieren und uns die Möglichkeit geben, unser Menschsein mit anderen zu teilen. So auch bei sportlichen Aktivitäten.
Samsung stellte neben dem Galaxy S5 ein besonderes Wearable namens Gear Fit vor, ein smartes und äußerst leichtes Armband, das die Fitness-Aktivitäten des Trägers trackt und ihn über eingehende Nachrichten, Emails und Anrufe auf dem 1,84 Zoll großen Display informiert.

Auch Samsungs Smartwatch Samsung Gear 2 kommuniziert via Bluetooth mit dem Smartphone, misst den Puls und gibt Infos über aktuelle Neuigkeiten. Die israelische Firma Luxus stellte eine smarte Brille vor, die virtuelle Infotafeln ins Blickfeld der User einblendet, die sich mit Gestensteuerung steuern lassen. In Zukunft heißt es also vielleicht «merkwürdig Rumfuchteln statt merkwürdiger Selbstgespräche».

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Jede Menge Apps

2010 führte der MWC den App Planet ein, der sich zu einem wichtigen Treffpunkt für App-Developer entwickelt hat. Zahlreiche Entwickler stellten App-Neuheiten aus allen Bereichen vor. Den Jurypreis der Mobile Premier Awards räumte die Android-App «Fetch Apps you’ll love» ab, die dem Nutzer intelligente Vorschläge für neue Apps macht. Die iOS-App City Shopper macht Einkaufsvorschläge in der Stadt, sodass der Nutzer gar nix mehr zu suchen braucht, solange er sich selbst kennt und der App sagt, wonach sie suchen soll. Eine weitere interessante App ist der iPhone Musikplayer Splyce, der die Musiksammlung des Nutzers analysiert und Tracks anhand des zuerst gewählten Lieds mit dazu passenden mixt, je nach eingestellter Stimmung zum Feiern, zum Sport oder zur Entspannung.
Daneben stellten auch Security-Anbieter interessante mobile Apps vor, die das Gerät des Nutzers bei Verlust orten und Daten löschen können und sogar versuchen, ein Foto vom Dieb zu erhaschen.

Der Mobile World Congress 2015 findet nächstes Jahr Anfang März statt. Mal sehen, ob Kühlschränke und Autos bis dahin auch gegen Malware geschützt werden müssen.

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