MWC Barcelona: China-Kracher und Phablets
Kommentare

Heute startet in Barcelona die weltweit bedeutendste Smartphone-Messe, der Mobile World Congress (MWC). Wie jedes Jahr treffen sich namhafte Hersteller und Entscheider aus der ITK, um im sonnigen Süden Neuheiten aus dem Smartphone- und Tablet-Sektor vorzustellen. Auffällig in diesem Jahr ist, dass sich der chinesische Smartphone-Hersteller Huawei neu positionieren will.

Huawei will Apple und Samsung vom Thron ’sparen‘

Während Apple voll und ganz und Samsung zumindest bedingt dem MWC in Barcelona fernbleiben (die Koreaner setzen nämlich genau wie Apple auf eigene Events für Flaggschiff-Modelle), befinden sich die beiden Premiumhersteller wie immer im Fadenkreuz der Mitbewerber. Denn unangreifbar macht diese arrogant anmutende, selbstverordnete Exklusivität noch lange nicht. Der Rest des Marktes hat beileibe nicht aufgegeben und versucht wo immer möglich den beiden Topsellern Marktanteile abzujagen.

Huawei setzt bei seinem Angriff vor allem auf den Faktor Preis – und versucht dennoch gute Qualität abzuliefern. Für die Kunden ein schlagendes Argument, was zur Folge hat, dass sich Huawei binnen kurzer Zeit zum drittgößten Smartphone-Hersteller weltweit hoch katapultiert hat.

Mit dem nun vorgestellten Ascend P2 haben die Chinesen einen direkten Konkurrenten zu den momentanen Top-Produkten, dem iPhone 5 und Samsung S3, auf den Markt gebracht. Der 4,7-Zöller hat einen starken Quadcore-Prozessor, eine 13-Megapixel scharfe Kameraauflösung und neben NFC und LTE in der Ausbaustufe Cat 4 auch eine hohe Display-Auflösung von 1280 x 720 Pixeln. Für schlappe 399 Euro ist das ein wirklich günstiger Einstieg in die Smartphone-Oberliga. Samsungs Königsklasse kostet noch immer rund 450 Euro und Apples iPhone 5 stolze 679 Euro in der günstigsten Ausstattungvariante.

Nokia setzt auf klassische “Handys”

Anstatt einen Nachfolger zum Lumia 920 zu präsentieren, setzt Nokia bei seiner Windows-Phone-8-Palette auf günstige Einstiegsmodelle. Angekündigt wurden das Lumia 520 für 199 Euro und das etwas besser ausgestattete Lumia 720 für 379 Euro. Das von Konzernchef Stephen Elop heute Vormittag verkündete Ziel: Innovationen, die sonst den Oberklassemodellen vorbehalten bleiben, sollen erschwinglicher werden. Mit dem bereits erwähnten und nur 20 Euro teureren Huawaei Ascend P2 kann dieses Windows Phone jedoch nicht mithalten.

Darüber hinaus stellen die Finnen Billig-Handys vor, die hierzulande eher als Zweit- oder Notfallhandy in Frage kämen. So auch das 15 Euro teure Nokia 105, mit LED-Taschenlampe, Ziffernfeld und Mini-Farbdisplay.

So kann sich Nokia vor allem eins auf die Fahnen schreiben: Wie kein anderer Hersteller deckt man wirklich alle Preisklassen ab.

Samsung kann’s nicht lassen

Trotz der endlos erscheindenden und teilweise immer noch andauernden Patentstreitigkeiten zwischen Apple und Samsung orientiert sich letzterer Hersteller noch immer an der Konkurrenz. Mit dem Galaxy Note 8.0 stellen die Koreaner ein 8 Zoll großes Tablet vor, neuerdings auch Phablet genannt, das stark an das iPad mini erinnert. Auch wenn die Telefonfunktion ein klares Alleinstellungsmerkmal darstellt, ist es nur schwer vorstellbar, dass sich jemand in der Öffentlichkeit einen 8-Zoll-Kasten ans Ohr hält. Dennoch reiht sich das Note 8.0 als gute Alternative zu den trendigen Mini-Tablets Kindle Fire HD, iPad Mini und Nexus 7 ein.  
 

Phablets, die neuen Smablets

Das Wort Phablets erinnert stark an den Begriff Smablets, der im vergangen Jahr die Smartphone-Tablet-Hybriden beschrieben hatte. Das erste als Smablet bekannt gewordene Produkt war das Samsung Galaxy Note, das mit einem ungewöhnlich großen Display von 5,3 Zoll daherkam. Mittlerweile bieten aber auch andere Hersteller die nun namentlich leicht abgewandelten Phablets (Phone – Tablet) an, die im Grunde genommen nichts anderes sind als ein Smartphone mit sehr großem Display. Darunter fallen zum Beispiel das Lenovo K900 mit 5,5 Zoll sowie das Zopo mit 5,7 Zoll, das noch dazu eine 32-Megapixel-Kamera an Bord hat. Insgesamt liegen große Displays total im Trend, weshalb sowohl Billig- als auch Premium-Anbieter auf diesen Zug aufspringen. Einzig Apple distanziert sich noch von den modernen Riesen-Screens. Das aktuelle iPhone 5 zählt trotz des auf 4 Zoll vergrößerten Displays noch immer zu den Kleinsten.     

Aufmacherbild: Screenshot mobileworldcongress.com

Unsere Redaktion empfiehlt:

Relevante Beiträge

Meinungen zu diesem Beitrag

X
- Gib Deinen Standort ein -
- or -