Negativ SEO: Welche Links sollte man löschen?
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Nicht erst seit gestern geht es Linknetzwerken an den Kragen. Während das Web Spam Team von Google in den letzten Jahren vornehmlich in den USA und international unterwegs war, stehen nun europäische Websites, die die Quality Guidelines von Google missachten, im Visier von Matt Cutts` Team.

Erst kürzlich kündigte Matt eine große Reinigungsaktion in Europa und speziell in Deutschland an. Und wie es scheint, müssen Webmaster hier zu Lande nach wie vor zittern.

Denn nach wie vor steht Europa im Fokus der Aufmerksamkeit des Google Web Spam Teams.

Was tun bei einer Mittelung von Google über „unnatürliche Links“?

Erst einmal Ruhe bewahren. Viele Webmaster verfallen in Panik und löschen 90 Prozent der Links, die von der eigenen Website ausgehen. Oder schreiben in Panik sämtliche Backlink-Geber an, um diese aufzufordern, die Rückverlinkung zu löschen.

Zwar ist klar, dass man einige davon löschen sollte, ebenso wie man bestimmt einige Backlink-Geber bitten sollte, die Verlinkung zu löschen, denn wenn ungenügend gesäubert wurde, wird Google Euch keine Meldung von der Aufhebung der manuellen Maßnahmen zusenden. Allerdings sollte man auch nicht mehr Verlinkungen löschen (lassen) als notwenig. Alles andere ufert eher in blinden Aktionismus aus und fördert auf der anderen Seite nicht zwingend die Zusammenarbeit mit Kooperationspartnern.

Wie findet man unnatürliche Links?

Tools wie die LinkResearchTools von Christopher Cemper aber auch kostenlose Alternativen wie beispielsweise ahrefs können Aufschluss über schadende Linkquellen liefern. Hier ist aufwändige Handarbeit gefragt, denn es ist ratsam die entsprechenden Links einzeln aufzurufen und zu überprüfen. Bei großen Seiten bleibt nichts anderes übrig als mit kostenpflichtigen Werkzeugen zu arbeiten, um sich umgehend „verdächtige“ oder „giftige“ Ressourcen ausgeben zu lassen.

Negativ SEO: Dies sind die schädlichsten Linkquellen

  1. Gekaufte Links: Wo man die Links gekauft hat, sollte man als Webmaster möglichst wissen. Auch ist es ratsam, diese Praktik in Zukunft zu unterlassen, und sich nicht noch mehr Ärger mit Googles Web Spam Team einzuheimsen. Diese Links müssen gelöscht werden.
  2. Redaktionell forcierte Links: Diese sind bei genauerem Hinsehen klar zu erkennen. Hat man auf eine Plattform verlinkt, bei der das eigentliche Thema nicht klar erkennbar ist, sind in den Anchor-Texten vermehrt Keywords vorhanden, ist von einer schlechten Linkquelle auszugehen.
  3. Anzeigen-Links: Links, welche als Anzeige gekennzeichnet sind, sind eher nutzlos und gehören gelöscht.
  4. Advertorials: Anzeigen-Links, die auch noch ein „follow“ im Alt-Attribut haben, sind umgehend zu entfernen.
  5. FreeBlog-Links: Häufig werden gerade die kostenlosen Blogging-Services wie WordPress.com oder blogspot.de zum Spammen benutzt. Diese Quellen sollten entsprechend geprüft werden und beim kleinsten Verdacht auf Spam gelöscht werden.
  6. „Böse“ Foren-Links: Ob es sich bei einer Foren-Verlinkung, um einen schädlichen Link handelt, ist an der Aktivität des Foren-Mitglieds erkennbar. War dieser nur wenig aktiv, hat also durchschnittlich lediglich ein bis fünf Beiträge hinterlassen, geht Google von einem Spammer aus. Ist das Forum an sich voll mit Links zu anderen Unternehmen, ist somit eher von einem Spam-Forum auszugehen.
  7. Webkatalog-Links: Links von Webkatalogen sind nicht per se schlecht. Allerdings sollte man bei kostenpflichtigen Webkatalogen oder Katalogen mit Backlink-Pflicht Abstand nehmen.
  8. Artikelverzeichnisse: Hier scheiden sich nach wie vor etwas die Geister. Allerdings ist die allgemeine Empfehlung: Löschen statt die Gefahr einer Abstrafung durch Google in Kauf zu nehmen. Zudem kann man ja die Original-Quelle verlinken, womit man klar besser fährt.
  9. Presseportale: Wird mit Keyword oder „follow“ verlinkt, sollten diese entfernt werden. Auch hier eignet sich die Verlinkung auf die Original-Quelle am besten. 
  10. Blog-Kommentar-Links: Auch die Verlinkung von Blog-Kommentaren ist nicht grundsätzlich schlecht. Allerdings sollte dieser Link auf „no-follow“ gesetzt sein. Zudem sollte nicht versäumt werden, den Namen des Kommentators zu erwähnen, anstatt den Eindruck zu erwecken, auf ein bestimmtes Keyword hochranken zu wollen.
  11. Links von expired Domains: Auch wenn Google vielleicht noch nicht darüber informiert ist, sollte man als Webmaster auf den fadenscheinig guten PageRank verzichten und solche Links löschen. Google erfährt es so oder so.

Was genau sind „paid links“?

Google Webmaster Help hat Anfang März mal wieder ein YouTube-Video veröffentlicht, in dem Matt Cutts erneut mit einer Engelsgeduld darauf eingeht, was bezahlte Links sind und wie man als Webmaster damit am Besten verfahren sollte. Da Google mittlerweile (beinahe) alle schwarzen Schafe der SEO-Branche kennt, sollte sich auch niemand einbilden, er bliebe von den Anti-Spam-Bemühungen von Matt Cutts Web Spam Team verschont.

Echter/natürlicher Linkaufbau lohnt sich

Schon lange gilt für die Verfechter des Internets der Grundsatz: verlinke lediglich auf Quellen, die Du selbst ließt, beziehungsweise die dem eigenen Leser einen Mehrwert bringen! Denkt man an den Ursprung des Webs zurückt, konnte man kaum in einer Blogroll mit Links aufwarten, die nichts mit dem eigenen Blogthema zu tun hatten.

Das verbot schon damals der gesunde Menschenverstand. Leider konnte eben durch den optimierungsbedürftigen PageRank-Algorithmus von Google eine lange Zeit mit schlechtem Content Geld gemacht werden. Diese rosigen Zeiten für Webspammer sind allerdings nun schon seit einigen Jahren vorbei und Google hat algorithmisch stark nachgebessert.

Hat man auf seiner Webpräsenz entsprechend aufgeräumt, kann man bei Google einen Antrag auf Aufhebung der manuellen Maßnahmen stellen. Da man mitterweile bei einer Ablehnung mehrere Wochen warten muss, bis ein erneuter Antrag gestellt werden kann, sollte man dies nach entsprechend betriebenem Aufwand tun und nicht hoffen, dass durch das wahllose Löschen von einigen Links das gewünschte Ziel erreicht werden kann.

Von daher sollte man sich die Top SEO-Trends 2014 zu Herzen nehmen und die eigene Seite aufräumen, wenn man den Anspruch hat, seiner Zielgruppe einen Mehrwert zu bieten. Hat man diesen Anspruch nicht, kann mann möglicherweise über einen Domain-Verkauf noch ein wenig Geld machen.

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