Neil Youngs Pono Player geht an den Start
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Die Crowdfunding-Plattform Kickstarter sorgt immer wieder für Aufsehen. Im April dieses Jahres ist eine Kampagne zu Ende gegangen, die das Finanzierungsziel von 800.000 US-Dollar um das fast Achtfache übertroffen hat. Über 18 Tausend Geldgeber haben mehr als 6 Millionen US-Dollar an Finanzierungsgeldern für Neil Youngs Musikplayer Pono zusammengekriegt. Jetzt geht der Pono Player an den Start. 

Gute Ideen kommen an. Das hat Kickstarter schon mehrmals bewiesen. Backer, also Menschen, die sich an den vorgestellten Projekten finanziell beteiligen, können sehr spendierfreudig sein. Bis jetzt konnten rund 42 Prozent aller bei Kickstarter eingereichten Projekte erfolgreich finanziert werden.

Pono Music will Musikindustrie revolutionieren 

Auch der kanadische Musiker Neil Young gehört mit seiner Kampagne zu den Kickstarter-Überfliegern. Sein auf der US-amerikanischen Crowdfunding-Plattform vorgestellter Musikplayer Pono setzt auf besonders hohe Soundqualität. Diese Idee kam besser an als erwartet. 6,2 Millionen US-Dollar landeten auf dem Konto des Pono-Projektes. Das anfängliche Finanzierungsziel von 800.000 US-Dollar wurde bereits am ersten Tag nach dem Kampagnen-Start erreicht.

Die Erfolgsgeschichte zeigt, dass die Musik-Streaming-Dienste, die monatliche Abos für Musik aus dem Netz anbieten, zwar immer mehr Nutzer für sich gewinnen können, der Nischenmarkt für Musikabspielgeräte in hoher Qualität allerdings weiter existiert. Youngs Pono ist der Beweis dafür, dass es für solche High-End-Geräte immer noch Interessenten gibt.

Pono Player, Pono Community, Pono Music Hub

Am vergangenen Donnerstag hat die Musiklegende sein Projekt Pono Music mit dem dazugehörigen Pono Player auf der Softwaremesse Dreamforce 2014 in San Francisco vorgestellt.

Wie angekündigt, kommt der Pono Player nicht als loses Produkt auf den Markt. Begleitend haben die Macher einen Online Katalog an den Start gebracht, der 600.000 Lieder im FLAC-Format für den PonoMusic Store bereitstellt, sowie eine Verwaltungssoftware namens Pono Music Hub. Demnächst sollen weitere Titel folgen. Verbunden mit dem Pono Player soll dem Nutzer ein hochqualitatives Musikerlebnis geboten werden. Die sich im Store befindliche Musik stammt, sofern es möglich war, von den ursprünglichen analogen Aufnahmen. Dementsprechend echt sollen sich die Titel anhören. 

Pono Music integriert auch einen Community-Bereich, wo sich Musikliebhaber untereinander austauschen können. Verwaltet wird die Musikbibliothek über Pono Music Hub. Die Verwaltungssoftware funktioniert ähnlich wie iTunes und erkennt auch automatisch Musiktitel aus der iTunes-Bibliothek. Diese können auf Wunsch zu der Pono Music Sammlung hinzugefügt werden. 

PonoPlayer vorbestellen

pono player

Screenshot: ponomusic.force.com/ccrz__HomePage

Diejenigen, die einen Pono Player bereits bei der Kickstarter-Kampagne ergattert haben, sollen diesen noch im Oktober erhalten. Der Rest der Interessenten kann sich zum Preis von 399 US-Dollar einen Pono Player vorbestellen und bekommt diesen zwischen Januar und März 2015 ausgeliefert. 

Die Pono-Entwickler setzen auf das qualitativ hochwertige FLAC-Format mit hoher Auflösung, um bessere Soundqualität zu ermöglichen, als es im MP3-Format beispielsweise der Fall ist. Dieses Format hat einen Nachteil – beachtliche Dateigröße. Dementsprechend bietet der PonoPlayer eine Speicherkapazität von bis zu 128 GB. So können bis zu 5000 Songs auf dem Gerät Platz finden. 

PonoPlayer und die Erfolgschancen

Ob die Musik-Plattform samt des teuren Musik-Players tatsächlich zu einem großen Erfolg wird, wie es von den Machern erwartet wird, ist abzuwarten. Denn Pono Music hat sich einer relativ kleinen Zielgruppe von Musikliebhabern mit dem nötigen Kleingeld verschrieben und wird es schwer haben, sich gegen Spotify und Co. durchzusetzen. Des Weiteren ist auch fraglich, ob sich in der heutigen Zeit, in der das Smartphone tragbare Musikplayer vertrieben hat, so ein kostspieliges Gerät durchsetzen kann. Wir sind gespannt. 

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