Neues Problem mit Landeslizenzen?

Netflix: Zugriff per VPN auf US-Serien geblockt?
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Viele Netflix-User schauen über VPN ihre Lieblingsserien im Originalton, bevor sie hierzulande erscheinen. Vergangenen Monat gab es erste Probleme beim Zugriff. Netflix und Produktionsfirmen werden verdächtigt, VPN-Zugriff bewusst zu blockieren.

Anbieter von VPN-Servern wollen laut TorrentFreak vergangenen Dezember beobachtet haben, dass der Streaming-Dienst Netflix vermehrt den Zugriff aus dem Ausland auf das US-amerikanische Serienangebot unterbunden habe – heißt so viel wie: Netflix-Usern, die nicht erst bis zum deutschen Start einer Serie warten wollten und über einen VPN-Server ihre geografisch zugeordnete IP verschleierten, um Zugriff auf das amerikanische Serienangebot zu bekommen, wurde der Zugriff verweigert. Wegen landesspezifischer Lizenzverträge zur Veröffentlichung rechtlich geschützter Inhalte scheinen die großen Film- und Fernsehstudios gemeinsam mit Netflix gegen VPN-Piraten vorgehen zu wollen. Anders als bei illegalen Streaming-Angeboten im Netz handelt es sich bei dieser Form von „Piraterie“ hingegen um zahlende Kundschaft, die monatlich für die Flatrate zahlt.

Netflix will nichts von Geoblockern gewusst haben

Die Verantwortlichen von Netflix haben gegenüber Engadget den Vorwurf, VPN-User bewusst geblockt zu haben, von sich gewiesen und bekräftigt, dass es keine Änderung der Unternehmenspolitik gegeben habe. Wer letztlich an dem Zugriffsengpass Schuld hat, ist bis auf Weiteres unklar. Serien im Originalton können also weiterhin über Proxy oder VPN auch aus Deutschland geschaut werden. Fragt sich nur wie lange noch.

VPN und Proxy umgehen Lizenzverträge

Mal davon abgesehen, dass es bei der Nutzung von Proxy-Servern und auch per VPN in gewohnter Weise mal zu Verzögerungen und längeren Buffering-Zeiten kommen kann, dürfte es nach dem medialen Rummel vielleicht in Zukunft ganz unterbunden werden; vor allem wenn es nach den Lizenzinhabern der Filme und Serien geht. Denn letztlich sind es Verträge, also Geldbeträge, die findige Serienliebhaber bewusst oder unbewusst über VPN aufs Spiel setzen, wenn sie sich nicht an die AGBs halten, – die allerdings auch nicht ausdrücklich den Gebrauch von VPN- oder Proxy-Server untersagen. Das Problem ist wie so oft die Grauzone, in der man sich am Serienangebot eines anderen Landes im rechtlichen Sinne vergreift.

Netflix will Mitglieder, die VPN nutzen, nicht vergraulen

So gespannt man das Flatrate-Angebot von Netflix vergangenes Jahr in Deutschland erwartete, so ernüchternd ist aus heutiger Sicht manchmal die Auswahl an aktuellen Serien, wenn man zuvor gewohnt war, aktuelle Serien aus den Staaten halblegal einen Tag nach der Veröffentlichung zu streamen. Wenn es nach Netflix geht, dürfte es im Sinne des Unternehmens bleiben, dass einige Mitglieder weiterhin über VPN schauen, was das globale Kontingent hergibt, solange sie die Gebühr von 7,99 Euro monatlich entrichten. Wäre da nicht das Problem mit den Produktionsfirmen des Film- und Serienangebots, die darin eine Verletzung ihrer Landeslizenzen und Einbußen ihrer Einkünfte auf den regionalen Märkten wittern.

Community rüstet sich gegen VPN-Verbot auf Netflix

TorrentFreak berichtet, dass die neueste Version der Netflix-App für Android die Namensauflösung der IP über Googles DNS-Dienst erledigt und somit die Smart-DNS-Anbieter, also etwaige Geoblocker umgeht. Der Zugriff aufs amerikanische Serienangebot wird also bereits umkämpft.

 

Aufmacherbild: friendship, home, sports and entertainment concept – happy male friends with beer watching tv at home via Shutterstock / Urheberrecht: Syda Productions 

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