Neue Enthüllungsplattform The Intercept online
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Eingeweihte warteten schon seit mehreren Monaten auf den Launch des neuen Nachrichtenmagazins der investigativen Journalisten Glenn Greenwald, Jeremy Scahill sowie der Dokumentarfilmerin Laura Poitras. Heute Nacht war es soweit und „The Intercept“ ging online.

Weithin bekannt wurden sie durch ihre bahnbrechende Arbeit zur NSA, denn Greenwald und Poitras waren die beiden Journalisten, denen Snowden die gesammelten Daten zur Verfügung stellte. Scahill veröffentlichte unter anderem das Buch und den gleichnamigen Film „Dirty Wars“, der auch für einen Oscar nominiert ist, in denen er die sogenannten „covert actions“, also geheime Kommandoaktionen der US-amerikanischen Privatarmee JSOC in mehreren Ländern untersuchte und sich dabei auch auf die Zusammenarbeit mit Geheimdiensten fokussierte.

Im letzten Jahr wurde bekannt, dass sie gemeinsam ein Medienprojekt planen, das wirklich unabhängige Nachrichten und Reportagen veröffentlichen kann, da gerade, aber nicht nur, US-amerikanische Medien stark von Konzernen finanziert werden, wodurch sie deren Interessen unterliegen. Freie Presse ist jedoch ein wesentlicher Aspekt der Demokratie und stellt Regierungen immer wieder in die Pflicht Rechenschaft abzulegen.

Einen gemeinsamer Freund stellte den Kontakt zwischen Greenwald und dem eBay Mitbegründer Pierre Omidyar her. Omidyar experimentierte schon seit Jahren auf Hawaii mit neuen journalistischen Möglichkeiten und will dem neuen Magazin 250 Millionen US-Dollar zur Verfügung stellen.

The Intercept will sich zuerst in ihren Veröffentlichungen auf die Enthüllungen Snowdens konzentrieren. Im den ersten Beiträgen geht es um die Rolle der NSA im US-amerikanischen Tötungsprogramm und darum, dass sich US-Geheimdienste vor allem auf die Ergebnisse elektronischer Überwachung verlassen, wenn sie Ziele für Drohnen-Angriffe auswählen. Dieses Vorgehen führe nicht selten zum Tod Unschuldiger.

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