Neuer Skandal um Apples Zulieferer
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Längst haben wir uns daran gewöhnt, dass die weltweit führenden Unternehmen ihre Waren möglichst billig in China, Taiwan oder Bangladesch produzieren lassen. Dabei nehmen die Unternehmen zugunsten des Preises häufig in Kauf, dass die lokalen Arbeitsbedingungen nicht immer den hohen westlichen Standards entsprechen. Eine Ausnahme will nach eigenem Bekunden Apple sein und so soll der angebissene Apfel der im Einklang mit der propagierten Philosophie des Unternehmens für Nachhaltigkeit und Verantwortungsbewusstsein im Umgang mit Ressourcen und Arbeitern stehen.

Nicht zuletzt aus diesem Grund steht das Unternehmen unter besonders kritischer Beobachtung und kann – wie die Vergangenheit zeigt – die beworbenen Standards in der Praxis scheinbar nicht immer aufrechterhalten. Diese Woche hat die Nichtregierungsorganisation China Labor Watch (CLW) in einem Bericht die schlechten Arbeitsbedingungen bei Apple-Zulieferer Pegatron aufgedeckt, der in den Fabriken in Shanghai und Suzhou 70.000 Arbeiter unter unwürdigen Bedingungen beschäftigt.

In dem Bericht heißt es, dass die Pegatron-Werke eine Vielzahl von internationalen und chinesischen Gesetzen verletzen und somit auch den von Apple vorgegeben Verhaltenscodex nicht einhalten. So leiden die Angestellten unter schlechten Arbeits- und Wohnbedingungen und leisten regelmäßig unbezahlte Überstunden, was selbst gegen die lokalen Arbeitsgesetze verstoße. Auch Minderjährige werden als Praktikanten eingesetzt und für schwangere Frauen werden die besonderen Rechte bezüglich Arbeitszeit und -dauer nicht eingehalten. Pegatron kündigte an, die Vorwürfe zu untersuchen.

„Wir versuchen jeden Tag, die Bedingungen für unsere Arbeiter zu verbessen, da sie das Herz unseres Betriebes sind. Daher nehmen wir die Anschuldigungen sehr ernst,“ sagte CEO Jason Cheng in einer Pressemitteilung.

Apple reagierte ebenfalls auf die Berichte der CLW und gab bekannt, man habe seit 2007 insgesamt 15 Kontrollen in den Fabriken durchgeführt, um die Sicherheit und gute Behandlung der Arbeiter in der gesamten Versorgungskette zu gewährleisten. Seit einigen Monaten stehe man zudem in engem Kontakt zur CLW und arbeite daran, die Missstände zu beheben.

Das Unternehmen verkündete zudem, dass man von Pegatron erwarte, seine Arbeiter vollständig auszuzahlen, sollten sich die Vorwürfe der Unterbezahlung und unvergüteter Überstunden bewahrheiten. Bereits in der Vergangenheit ist Apple für die Zusammenarbeit mit Foxconn in die Kritik geraten und das Image der Cupertiner hatte erhebliche Kratzer erhalten. Die Bedingungen bei Pegatron sollen nun noch schlimmer sein.

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