Verbessertes Bildkompressionsformat

Neues Bildformat BPG könnte JPEG ersetzen
Kommentare

Bildkompressionen gehen immer mit Qualitätsverlust einher – so war es lange Zeit bei JPEG. Das Format BPG bietet deutlich bessere Bildqualität bei gleicher Datengröße.

Das mittlerweile 22 Jahre alte Bildkompressionsformat JPEG ist auch nach zwei Dekaden scheinbar kaum aus der Welt zu denken und allgegenwärtig im Netz unterwegs. Ein französischer Software-Entwickler, Fabrice Bellard, hat nun mit BPG (Better Portable Graphics) ein Format für Bilder vorgestellt, das den Klassiker ablösen will. Auch wenn sich daran schon andere Formate versucht haben und kläglich scheiterten, hat BPG durchaus einige Qualitäten, die das Format zu einer brauchbaren Alternative machen könnten.

Der Bild-Vergleich zeigt die Vorteile des neuen Formats

Auf seiner Homepage präsentiert Bellard eine Gegenüberstellung zwischen BPG und JPEG anhand eines Testbildes und zeigt, wie sich die Qualität bei zunehmender Komprimierung verändert. Wie man bereits anhand des Aufmacherbildes sieht, sind die Qualitätsunterschiede bei etwa gleicher Datengröße zwischen beiden Formaten eklatant. Während JPEG die bekannte kachelartige Verpixelung bei kleinen Kompressionen aufweist, scheint BPG hingegen nur an Kontrast zu verlieren, so, als ob ein leichter Weichzeichungsfilter verwendet worden wäre. Die BPG-Bilder lassen sich jedoch nur im Browser anzeigen, wenn Java Scripts aktiviert ist – hieran zeigen sich unter anderem die Nachteile des neuartigen Formats.

Startschwierigkeiten gehören immer dazu

Zwar werden keine Plugins gebraucht, doch ist ein Javascript-basierter Decoder unbedingt notwendig, um die Bilder anzuzeigen. Das können die meisten Browser ohne Weiteres leisten. Golem berichtet, dass dies auch bei iOS-Geräten funktioniert. Das vielleicht größere Problem ist bisher das Erstellen von BPG-Formaten. Bisher ist eine Formatierung nur über Kommandozeilen-Tool möglich, was den einfachen User wohl zunächst davon abhalten wird, mit BPG zu arbeiten.

BPG hat so viel wie JPEG und noch mehr zu bieten

Wie so oft, müssen wohl erst die Randbedingungen, also die Akzeptanz für das neue Format geschaffen und die Formatierung erleichtert werden, damit BPG überhaupt massentauglich werden kann. Gründe, den Weg zu begünstigen, liegen dabei klar auf der Hand: Das neue Format unterstützt wie JPEG die Farbräume RGB, CMYK und das Farbmodell YCgCo; Farbtiefe von acht bis 14 Bit pro Kanal. Zudem können Metadaten wie ICC und XMP mit Zusatzinformationen eingebunden werden. BPG basiert auf High-Efficiency-Video-Coding, also demjenigen Standard, der auch für Videokompressionen verwendet wird.

Die Grundvoraussetzungen für ein qualitativ fortschrittlicheres Bildformat sind also gegeben. Jetzt muss sich zeigen, wie BPG angenommen und weiterentwickelt wird, um es vielleicht irgendwann als neuen Standart zu etablieren.

Unsere Redaktion empfiehlt:

Relevante Beiträge

Meinungen zu diesem Beitrag

X
- Gib Deinen Standort ein -
- or -