Newkia gegründet: Wie Nokia nur mit Android
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An dem Tag, als der Deal zwischen Microsoft und Nokia an die Öffentlichkeit drang, reagierte Thomas Zilliacus schnell und gründete das Unternehmen Newkia mit Sitz in Singapur. Er möchte Mitarbeiter und Know-How von Nokia abwerben und ähnliche Smartphones bauen, allerdings mit Android-Betriebssystem. Seine These lautet nämlich: Nokia würde es heute viel besser gehen, wenn sie doch nur den Android-Weg genommen hätten.

Der ehemalige Nokia CEO für die Region Asien-Pazifik und heutige Vorsitzende von Mobile FutureWorks sieht die Übernahme von Nokias Handy-Sparte durch Microsoft als eine Bestätigung des Scheiterns von Elops Strategie. Unter seiner Führung habe sich Nokia vom Marktführer zu einer unbedeutenden Marke entwickelt.

Die Finnen produzierten zwar immer noch die besten Handys der Welt, so Zilliacus, doch wollten die Menschen einfach das Windows-OS nicht. Für Windows Phone gebe es nicht genügend Apps und der Marktanteil der Plattform sei auch zu klein, um Entwickler dazu zu motivieren, hieran etwas zu ändern.

Mit Android soll nun jedoch alles anders werden. Innerhalb eines Jahres möchte Newkia sein erstes Smartphone herausbringen. Vorerst wolle man sich auf den asiatischen Markt konzentrieren, da dieser am schnellsten wachse. Dass irgendwann aber auch ein Newkia-Gerät den Weg in die USA findet, schließt Zilliacus allerdings nicht aus.  

Derzeit beschäftigen sich bereits einige Newkia-Mitarbeiter mit der Planung der neuen Strategie. Obwohl der Sitz des Unternehmens in Singapur ist, soll die Forschung und Entwicklung weiterhin in Finnland stattfinden. So sind auch die Chancen am höchsten, möglichst viele ehemalige Nokia-Mitarbeiter mit ins Boot zu holen. Während seiner Zeit bei Nokia hatte Zilliacus den Umstieg auf Android durchsetzen wollen – jeden, der ihn damals unterstützte, möchte er nun abwerben.

Übrigens handelt es sich bei Newkia schon um Zilliacus dritten Versuch, Nokia zu revolutionieren. Nachdem seine internen Pläne fehlgeschlagen waren, versuchte er vor einem Jahr, Nokias Handys-Sparte zu erwerben, genauso wie es Microsoft jetzt getan hat. Allerdings fehlte ihm dazu das nötige Kleingeld.

Aufmacherbild: Taina Sohlman / Shutterstock.com

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