News-Portale erlauben Tracking von Drittanbietern
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Dass Unternehmen wie Facebook und Twitter Informationen über ihre User sammeln, um diese anschließend an Drittparteien weiterzuverkaufen, ist weitläufig bekannt und wird von der Presse stark kritisiert. Dass bei dem Besuch einer durchschnittlichen News-Website allerdings viel mehr Informationen an Drittseiten weitergegeben werden, zeigt das Projekt „We used to read the newspaper, now the paper reads us“, das bei den Hackdays des GEN Editor’s Lab Berlin entstanden ist.

News-Portale lassen Drittparteien das Browsing-Verhalten ihrer Besucher überwachen

Wer eine News-Seite besucht, wird in den meisten Fällen von diversen Werbe-Partnern der Seite getrackt – immerhin finanziert sich der Großteil aller News-Portale allein durch Werbung. Um den Partnern eine zielgerichtetere Werbung zu ermöglichen, integrieren sie also auf ihren Websites externe Tracking-Beacons, die Drittparteien erlauben, das Browsing-Verhalten der Besucher zu überwachen.

Wer trackt mich auf welchem News-Portal

Es lassen sich verschiedene deutsche News-Portale, darunter Süddeutsche.de, Zeit Online und Spiegel.de, innerhalb der Projektseite aufrufen und beobachten wie sich nach und nach die Logos verschiedenster Unternehmen um den Mauszeiger versammeln – und diesem folgen, während man damit über die Seite fährt.

So wird man nach Angaben des Projekts bei einem Welt-Online-Besuch von 59 und einem Besuch bei FAZ.de von 55 unterschiedlichen Seiten getrackt.

Es befindet sich außerdem eine Infografik auf der Seite, die darstellt, welche News-Seiten über welche Domains mit welchen Unternehmen verbunden sind.

Auf der Website des Projekts heißt es:

In the end, the news site may get more information out of you than you get out of their articles.

Es wird das Problem verdeutlicht, mit dem sich User vor dem Hintergrund der gegebenen Informationen befassen müssen: Blockt man diese Drittanbieter und nimmt den News-Portalen, die man gerne besucht, die Einnahmequelle, oder lässt das Tracking schlicht und ergreifend über sich ergehen?

A better compromise would be for readers to share their data with news sites, who then control the sharing of that data with third party web-sites – instead of inviting them onto their web sites to collect whatever information they want, with whatever mechanism they want.

newsreadsus

(Screenshot: http://newsreadsus.okfn.de/#read)

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