NFC

NFC ist tot – lang lebe iBeacon?
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iBeacon vs. NFC: Der Kampf der Technologien, die das mobile Micropayment in der westlichen Mobile-Community etablieren werden, ist eröffnet. Doch wie funktionieren die zwei Technologien, welche Vor- und Nachteile weisen sie auf und wer wird am Ende das Rennen machen? Folgender Artikel wirft einen Blick zurück, einen Blick in die Zukunft, erklärt die Übertragungsstandards und kürt einen Gewinner.

Während Near Field Communication (NFC) in Deutschland noch ein tristes Dasein fristet, ist es in Japan kaum noch aus der Werbewirtschaft und dem Alltag der Menschen wegzudenken. Im Land der aufgehenden Sonne gibt es über 100 Millionen Mobiltelefone, 65 Millonen davon sind mit einem NFC-Chip ausgestattet. Damit kommen auf jeden Einwohner im Durchschnitt über zwei NFC-Karten, die mit mehr als einer Million Stationen connected werden können. Rabatte, Gamification-Elemente oder Micropayment locken die Smartphone User, NFC zu nutzen. Und diese lassen sich nicht zweimal bitten. Schließlich gelten die Menschen im Land der aufgehenden Sonne als ausgesprochen technikbegeistert. Sicherheitsbedenken? Fehlanzeige! Im Vergleich zu Japan fristet NFC hierzulande ein tristes Dasein. Die Deutsche Bahn setzt NFC im Rahmen des Touch & Travel Programms ein. Sparkassen bieten NFC-Micropayment bis zu einem Betrag von bis zu 20 Euro an, gleichzeitig bleibt aber die Anzahl der NFC-Bezahlstationen sehr übersichtlich. Zwar ist Deutschland keine gänzlich NFC-freie Zone, aber obwohl NFC auf den meisten Android-Smartphones angekommen ist, wird es von einem Großteil der User schlichtweg ignoriert.

Apple versetzt NFC den Todesstoß

Jahrelang hat die Netzgemeine darauf gewartet, dass NFC auch auf iPhones Einzug halten und damit mobile Micropayment etablieren würde – vergebens! Stattdessen hat Apple iBeacon im Juni 2013 auf dem WWDC vorgestellt. Wenige Monate später ist PayPal Beacon im September mit einem mobilen In-Store-API gestartet. PayPal Beacon macht aus Einzelhändlern und Restaurants Beacons für Nutzer der PayPal-App. Ein Beispiel: Anstatt darauf zu warten, dass die Bedienung die Kreditkartenzahlung durchführt und man unterschreiben kann, zahlt man einfach per App und kann das Restaurant verlassen. Apple hat NFC ignoriert und sich schlichtweg einen eigenen Übertragungsstandard gebaut, der Ähnlichkeiten zu NFC aufweist. iBeacon ist eine Bluetooth-basierte Software aus dem Hause Apple, die eine genaue Standort-Bestimmung auf kurze Distanz ermöglicht. Dabei nutzt iBeacon den Bluetooth-Low-Energy Standard (BLE) und ist somit sowohl in iOS als auch für Android anwendbar. Und hierin liegt eine große Stärke von iBeacon.

Apple hat sich in den vergangenen Jahren ein Image aufgebaut, dass für Sicherheit steht – Apps werden auf Schadsoftware geprüft, das System ist geschlossen – Netzkriminelle und Viren bleiben draußen – das zumindest denkt ein Großteil der Nutzer. Schließlich geistern regelmäßig Schreckensnachrichten über Android-Malware durch die Medien. Die Vorteile einer Open-Source-Technologie erschließen sich Normalo-Nutzern nicht und beim Thema Geld ist man in Deutschland, verglichen mit Usern aus anderen Ländern, besonders vorsichtig. Ein klarer Vorteil von Apple. Um iBeacon nutzen zu können, bedarf es lediglich einer aktivierten Bluetooth-Schnittstelle und einer iBeacon-fähigen App, die über eine aktivierte Bluetooth-Schnittstelle und eine iBeacon-fähige App, Verbindung zu Bluetooth-Modulen, sogenannten Beacons, aufnehmen. Die Verbindung kann bereits ab einer Distanz von zehn Metern aufgenommen werden. Dabei senden iBeacons keine Daten, sondern teilen anderen Geräten dank UUID-Kennung mit, dass sie aktiviert sind.

Bezahlen ohne Akku

In Japan funktioniert NFC auch bei ausgeschalteten Smartphones. Dort funktioniert das Kunden-Device als passives Element und wird von den jeweiligen Stationen mit Strom versorgt. Der Vorteil liegt auf der Hand: Bezahlen kann der Kunde auch dann, wenn der Akku seines Smartphones schon längst leer ist. Hierzulande ist es noch umgekehrt, weil das Smartphone als aktives Element bei der Übertragung fungiert. Mit Proximity Marketing, Location Based Marketing oder auch Bluetooth-Marketing genannt, wird der lokalisierte, drahtlose Vertrieb von Anzeigen oder Werbung durch Technologien wie NFC genannt. Kunden können so situationsgerecht und ortsbasiert angesprochen werden. Ein ganz normaler Supermarkt könnte sich dank NFC oder iBeacon in ein wahres Marketing-Mekka verwandeln. Einen Vorgeschmack darauf, was uns bald mit iBeacon erwarten könnte, bekommen wir, wenn wir erneut nach Asien blicken. Einer der großen NFC-Marketing-Player in Japan ist Mc Donald’s, die eine individualisierte Coupon-Strategie anbieten. Während der Kunde zum Beispiel in der Warteschlange vor der Kasse steht, empfängt er auf Basis seiner letzten Bestellungen Rabatt-Aktionen zum Lieblingsprodukt. In deutschen Filialen genügt es, einfach den Coupon auf dem Handy vorzuzeigen. Ein tatsächliches Einlösen des Gutscheins wird nur selten gefordert. Ein hierzulande noch ungenutztes Potenzial.

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