Nokia entwickelt Smartphone, das sich selbst auflädt
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So schön und praktisch Smartphones auch sind, haben sie doch einen entscheidenden Nachteil gegenüber nicht-smarten Mobiltelefonen. Konnte man sein Nokia 3210 eine ganze Woche mit sich herum tragen, hin und wieder telefonieren, eine SMS schreiben, oder auch mal Snake spielen, ohne den Akku laden zu müssen, kommt beispielsweise das Lumia 920 bei intensiver Nutzung nicht über einen einzigen Tag Akkulaufzeit hinaus. Das stört nicht nur die Nutzer, sondern auch die Hersteller der sonst so nützlichen Geräte.

Kein Wunder, dass sich diese nun schon seit einiger Zeit mit der Verbesserung der Akkulaufzeit beschäftigen. Fast jedes Firmware Update verspricht einen ausdauerfähigeren Akku, Geräte wie etwa das Nokia Lumia 620 sind speziell darauf ausgerichtet, möglichst lange durchzuhalten. Doch bringen all diese vermeintlichen Fortschritte nichts weiter als wenige Stunden Aufschub, bevor man sein Smartphone wieder an die nächste Steckdose anschließen muss.

Um dieses bekannte Ärgernis zu beheben, verfolgt Nokia nun einen neuen Ansatz. Im großbritannischen Nokia Research Centre arbeiten Wissenschaftler derzeit an einem Smartphone, das sich selbst auflädt. Es soll Energie aus den umgebenden Radiowellen der WLAN-Transmitter, Handy-Antennen, Fernsehmasten etc. ziehen und die gewonnenen elektromagnetischen Wellen in elektrische Energie umwandeln.

Dem beteiligten Forscher Markku Rouvala zufolge produziert man derzeit Prototypen, die 3 bis 5 Milliwatt an Energie generieren können. Um das Smartphone für immer ohne neues Aufladen im Standby-Modus zu halten, wären jedoch etwa 20 Milliwatt nötig. Soll sich der Akku auch noch selbstständig wieder aufladen, bräuchte man ganze 50 Milliwatt. Auf einen solchen Prototypen arbeitet man derzeit hin.

Wenn alles gut läuft, könnte die Technologie in drei bis vier Jahren in ein fertiges Produkt verbaut werden. Geplant ist ein Verbund mit anderen Energiegewinnungs-Technologien, etwa Solarzellen, sodass der Griff zum Ladekabel vollkommen überflüssig werden könnte. Hoffen wir mal, dass die Zusammenarbeit zwischen Nokia und Microsoft bestehen bleibt und diese vielsprechende Innovation in Windows-Phone-Geräte eingebaut wird. Dieser entscheidende Wettbewerbsvorteil könnte dem derzeitigen Stiefkind der Smartphone-Betriebssysteme nämlich endlich zum lange erwarteten Marktdurchbruch verhelfen.

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