„Not Provided“ bis die Schwarte kracht – die Keyword-Analyse ist nicht unmöglich, nur schwieriger
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Im September war es so weit: Nachdem Google bereits 2010 die verschlüsselte Suche über HTTPS als Beta eingeführt hatte, werden gut drei Jahre später sämtliche Suchanfragen auf HTTPS umgestellt. Schon 2011 ging ein Aufschrei durch die SEO-Szene, da die Umstellung dazu führte, dass Keyword-Daten und die Analyse von Visits über Suchanfragen kaum noch möglich waren.

Laut einer Analyse von BrithEdge vom August 2013 können Vermarkter und Webmaster nun bis zu 56 Prozent ihres Websiten-Traffics nicht mehr analysieren, da die verschlüsselten Suchanfragen keine Keyword-Daten mehr zur Verfügung stellen. Auch Search Engine Watch stellte Anfang dieses Jahres fest, das von Dezember 2012 bis Juni 2013 „not-provided“-Angaben in den eigenen Reports über 60,2 Prozent des organischen Traffics ausmachten. Das letztendlich die Umstellung auf SSL zu einer weiteren Zunahme von „not provided“ Angaben führte und organische Suchanfragen aktuell schwer zu analysieren sind, war bereits bei Googles Ankündigung der verschlüsselten Suche 2010 klar.

Jetzt müssen Webmaster, Vermarkter und SEOs damit zu Recht kommen, dass eine Segmentierung und Analyse des organischen Traffics und der Keyword-Daten nur noch über Umwege stattfinden kann. So müssen in Google Analytics und Webmaster Tools „Custom Search Reports“ erstellt werden, um nicht mitgelieferte Keyword-Daten zu generieren und analysieren zu können.

Für alle, die die Verschlüsselung so hart trifft, dass nun 100 Prozent des organischen Traffics keine Daten über die Suchanfragen zur Verfügung stellt, hat Rand Fishkin auf Moz Blog einen Beitrag veröffentlicht, der Betroffenen helfen soll, trotz Allem sinnvolle Erkenntnisse über die Websiten-Besucher zu erlangen.

Denn es ist nicht unmöglich entsprechende Daten herauszufinden, lediglich wesentlich schwieriger als früher. Man kann nach wie vor untersuchen, wie Besucher die eigene Marke wahrnehmen oder was für Begriffe gesucht wurden, die Besucher auf ihre Website bringen. Beispielsweise kann man Google Suggest, Ubersuggest oder in AdWords eigene Volume-Daten verwenden, um relevante Keyword-Erweiterungen herauszufinden, die im Zusammenhang mit der eigenen Marke und den eigenen Inhalten stehen. Neben Rand Fishkin empfehlen auch KISSmetrics Tools wie SEMRush, um die eigenen Keyword-Rankings zu untersuchen.

Dan Baker hat ein Not-Provided-Kit zusammengestellt, um Informationen über die Suchanfragen innerhalb von Google Analytics aufzudecken. Das Addon-Set soll SEOs und Vermarktern helfen, um mit der Flut an nicht mit gelieferten Keyword-Daten zurechtzukommen und auch in Zukunft erfolgreiches SEO betreiben zu können. Bei Unklarheiten oder Wünschen bietet Dan an, ihn auf Twitter unter @danbarker anzusprechen. Auch Search Engine Round Table stellt der Community Lösungsvorschläge zur Verfügung. Um die Verwendung multipler Tools für ein erfolgreiches SEO wird man wohl auch in Zukunft nicht herum kommen. Frustration hilft jedenfalls nicht viel bei der Analyse.

Aufmacherbild: SEO Foto via Shutterstock / Urheberrecht: BackgroundStore

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