NSA-Affäre: Microsoft will Kundendaten nach Europa verlagern
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Microsoft zieht Konsequenzen aus dem NSA-Skandal und will seinen Kunden, die nicht in den USA leben, die Datenspeicherung außerhalb der Vereinigten Staaten ermöglichen.

Angesichts der NSA-Bespitzelungsaffäre stellt sich die Welt viele Fragen: Wo verläuft die Grenze zwischen Überwachung und Spionage? Wie viel muss man von sich, im Namen der globalen Sicherheit, preisgeben? In welchem Ausmaß ist die Speicherung und Auswertung elektronischer Kommunikation notwendig?  

Nun reagiert auch Microsoft auf die Bedenken seiner Kunden und will ihnen auch die Datenspeicherung auf Servern anbieten, die sich außerhalb der US-amerikanischen Grenzen befinden. Die Kunden sollen selbst entscheiden können, in welchem Microsoft Data Center sie ihre Daten aufbewahren möchten.

Der Konzern soll in Erfahrung gebracht haben, dass die NSA die technische Infrastruktur des Unternehmens zum Ausspähen europäischer und brasilianischer Bürger genutzt haben soll. Daraufhin habe sich die Software-Firma dazu entschlossen, Datenspeicherung in Europa zu ermöglichen, berichtet The Verge und bezieht sich dabei auf einen Artikel der Financial Times.

So will Microsoft das Vertrauen seiner Kunden zurückgewinnen. Unklar bleibt dabei allerdings, ob sich die Kunden mit der Verlagerung ihrer Daten auch tatsächlich sicher fühlen können. Denn es ist nicht bekannt, ob die NSA auch Zugriff auf Server außerhalb der USA hat. Der geplante Zug von Microsoft würde den Zugriff auf Kundendaten allerdings deutlich schwerer machen. 

Sollte das Software-Unternehmen die Maßnahme tatsächlich umsetzen, wäre Microsoft der erste amerikanische Großkonzern, der sich für diese wenig patriotische Dienstleistung entscheidet.

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