NSA überwacht Menschenrechtsorganisationen
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Niemand kann sich sicher fühlen, soviel wissen wir seit den Enthüllungen Snowdens, nun hat der Whistleblower verkündet, dass auch Menschenrechtsorganisationen, wie Amnesty International und Human Rights Watch überwacht werden. Per Videoübertragung aus Moskau kam er auf einer Konferenz zu Wort. Ausspioniert würden Organisationen innerhalb und außerhalb der USA, aber er sprach nicht selbst aus, um welche Gruppen es sich handelt, sondern beantwortete nur direkte Nachfragen mit „Ja“.

Er berichtete außerdem, dass die Überwachungsprogramme der NSA, beispielsweise XKeystore, Billionen Daten privater Kommunikation sammeln und dass diese Systeme die größte Gefahr für bürgerliche Rechte darstellen. Wenn aber zusätzlich Menschenrechtsorganisationen überwacht werden, die auch Fälle bearbeiten, in denen Regierungen für die Menschenrechtsverletzungen verantwortlich sind, können deren Aktivitäten zielgerichtet untergraben werden. Noch immer ist nicht vollends bekannt, inwieweit die verschiedenen Geheimdienste zusammenarbeiten und auf welche Arten das Militär oder kleinere Privatarmeen darin verstrickt sind. Die Ausmaße der Überwachungen sind vergleichsweise schlecht zu überblicken. Der Journalist Jeremy Scahill, der unter anderem auch für The Intercept schreibt, beschäftigt sich mit dem militärischen Aspekt schon seit Jahren und schrieb die beiden Bücher Blackwater und Dirty Wars, dessen gleichnamiger Film auch für einen Oscar nominiert wurde. 

Analysten, die mit XKeystore arbeiten, benötigen keine zusätzliche Authorisierung um ihre Datenbanken nach E-Mails, Chats oder sonstigen Daten zu durchsuchen. Im Gegenteil, Metadaten konnten eingesehen und gesammelt werden, ohne, dass es richterlich überhaupt geprüft wurde. Auch die letzten Versuche Obamas das Sammeln von Telefon-Metadaten einzuschränken und unter richterliche Authorisierungspflicht zu stellen, betrifft diesen Bereich nicht. 

Deshalb ist es Snowden auch bekannt, dass nicht nur vermeintliche Terroristen, sondern unschuldige Bürger beispielsweise hinsichtlich ihrer Reisebewegungen ausspioniert wurden – von Amtsträgern ganz zu schweigen. 

Andere Gründe, warum Menschen unter den Blick der NSA fallen, waren durchgeführte Downloads (egal ob absichtlich oder unabsichtlich), Besuche in Sex Foren, der Klick auf einen Link oder die Nutzung bestimmter Netzwerke.

Anyone using non-encrypted communications might be targeted on the basis of their „religious beliefs, sexual or political affiliations, transactions with certain businesses“ and even „gun ownership“, he claimed. (The Guardian)

 Überwachung durch Nachrichtendienste wird, laut Snowden, zu einem globalen Problem, welches ganze Gesellschaften in ihrer Freiheit und ihrer Sicherheit einschränkt. Ebenso äußerte er sich zu den Aufnahmen von Webcams, die durch den GCHQ gemacht wurden. Diese Kommunikationen waren im Normalfall höchst private Aufnahmen von Menschen, die sich keiner Schuld bewusst waren und sich so verhielten, wie sie es eben in ihren privaten Zimmern machen. 

Allein die Tatsache, dass immer mehr Menschen die eingebauten Webcams ihrer Laptops abkleben zeigt doch, dass wir in unserer Freiheit eingeschränkt werden und es ein Bewusstsein für die technischen Möglichkeiten der Überwachung, egal ob durch Geheimdienste oder sonstige Angreifer, gibt. Es ist uns nicht mehr möglich den Geräten zu vertrauen, mit denen ein nicht ganz unwesentlicher Teil der Bevölkerungen jeden Tag arbeitet, oder sie privat nutzt. Die Vorteile der internationalen Kommunikation wurden ins Gegenteil verkehrt und bieten immer weitere Gefahren.

The exiled American spy, however, said the NSA should abandon its electronic surveillance of entire civilian populations. Instead, he said, it should go back to the traditional model of eavesdropping against specific targets, such as „North Korea, terrorists, cyber-actors, or anyone else.“ (The Guardian)

 

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