O2 drosselt DSL-Flat : Neue Verträge ab dem 18. Oktober
Kommentare

Smartphone-Nutzer kennen sie bereits: die lästige Drosselung der Internetgeschwindigkeit nach einem festgelegten monatlichen Datenverbrauch. Plötzlich ist das schnelle Surfen unmöglich, nach jedem Klick wartet man eine gefühlte Ewigkeit. Im Mai kündigte die Telekom nun auch noch eine Drosselung der DSL-Anschlüsse an. Selbst vor den Rechnern zuhause muss man in Zukunft die Einschränkung der Internetgeschwindigkeit fürchten.

Gestern zog O2 nach: Laut einer Pressemitteilung bietet die Telefónica Deutschland ab dem 17.Oktober ein „All-In-Angebot“ an, das bei einem Überschreiten eines bestimmten Datenvolumens (je nach Vertrag ab 100 oder 300 GB) eine Drosselung auf 2MBit/s vorsieht. Der Netzbetreiber argumentiert, die Kunden bekämen „mehr Leistung zum gleichen Preis“, lockt mit sowohl einer Alle-Netze-Flat in deutsche Fest- und Mobilfunknetze, als auch verminderten Einstiegspreisen von 14,99 monatlich, statt 24,99 bis 34,99 , für die ersten drei Monate.

Kunden könnten, laut O2, auch „mit der reduzierten Geschwindigkeit (…) problemlos surfen“. Bei größerem Verbrauch könnten allerdings Datenpakete à 4,99 pro 100GB dazu erworben werden. Will man unbegrenzt surfen, werden zusätzliche 14,99 Euro pro Monat fällig. 

Das ganze Konzept scheint sehr rückschrittlich. Es erinnert an die Zeit vor der mittlerweile so selbstverständlichen Internet-Flatrate, in der man das Internet noch an- und ausschaltete, um Geld zu sparen.

Die Reaktion auf die Ankündigung der Telekom, nun auch Drosselkom geschimpft, war somit alles andere als positiv. Der Konzern erntet Spottstürme von Internet-Usern, eine Abmahnung der Verbraucherzentrale NRW und eine Petition gegen die neuen Vertragsklauseln wurde auf Change.org von 200.000 Menschen unterschrieben. Internet-User fühlen die Netzneutralität bedroht.

Dass die Pläne von O2 besser aufgenommen werden, ist sehr fragwürdig. Zwar klingt die Alle-Netze-Flat erst einmal verlockend, doch wer nutzt seinen Festnetzanschluss heute überhaupt noch maßgeblich, wo doch scheinbar jeder bereits ein Smartphone mit All-net-flat zu besitzen scheint? Und günstige Einstiegspreise sind ja schön und gut, allerdings entschädigen sie doch nicht für die danach immens angestiegenen Tarife.

Warum also tut O2 der Telekom wohl gleich? Seit dem ersten Aufschrei gegen die Pläne der Telekom haben sich die Wogen etwas geglättet, die Kunden finden sich langsam mit der Idee von eingeschränkter Internet-Nutzung ab. Die Telekom wird in diesem Fall das schwarze Schaf bleiben, immerhin war sie es, die zuerst mit dem Konzept aufkam. Den finanziellen Gewinn, den O2 mit den neuen Verträgen erringen wird, scheinen das bisschen Ärger wohl allemal wert zu sein.

 
Unsere Redaktion empfiehlt:

Relevante Beiträge

Meinungen zu diesem Beitrag

X
- Gib Deinen Standort ein -
- or -