OECD-Beschäftigungsausblick 2014
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OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) hat einen Beschäftigungsausblick für das Jahr 2014 veröffentlicht, der sich um Faktoren wie Arbeitsmarkterholung, Lohnwachstum, Beschäftigungsqualität, Zeitarbeit und Kompetenzen und Bildungsniveau der Arbeitnehmer dreht. Im folgenden Artikel fassen wir die Zahlen für Deutschland zusammen. 

Deutschland im OECD-Beschäftigungsausblick

Laut OEDC wird die Arbeitslosigkeit hierzulande bis Ende 2015 auf weniger als fünf Prozent fallen. Sollte sich diese Prognose erfüllen, gehört Deutschland ab dem kommenden Jahr zu den Top-Arbeitsmarkt-Performern der OECD. 

Die Folgen der Wirtschaftskrise sind in dem OECD-Raum immer noch spürbar. Insgesamt soll die Arbeitslosigkeit bis Ende 2015 immer noch über dem Vorkrisenniveau verharren: Fast 45 Millionen Menschen sind zurzeit ohne Job – das sind zwölf Millionen mehr als 2007. Nach Einschätzung des Berichts soll die durchschnittliche Arbeitslosenrate in der OECD von 7,4 Prozent Mitte 2014 auf 7,1 Prozent Ende des kommenden Jahres sinken.

Griechenland und Spanien am stärksten von der Wirtschaftskrise betroffen

Der Ausblick variiert von Land zu Land: Am schlechtesten ist die Lage immer noch in Griechenland und Spanien, wo trotz eines leichten Rückgangs etwa ein Viertel der Erwerbsbevölkerung arbeitslos ist. Auch in Italien, Portugal, Slowenien und der Slowakei wird die Arbeitslosigkeit auf absehbare Zeit über zehn Prozent liegen. Im Euroraum rechnet der Bericht bis Ende 2015 mit einem Rückgang von derzeit 11,6 auf 11,2 Prozent.

Langzeitarbeitslosigkeit in Deutschland geht zurück

Die Langzeitarbeitslosigkeit ist in Deutschland so stark zurückgegangen wie in keinem anderen OECD-Land, sie ist allerdings immer noch wesentlich ausgeprägter als im Rest der OECD: Nahezu 45 Prozent aller Arbeitslosen in Deutschland sind schon länger als ein Jahr ohne Job, im OECD-Durchschnitt sind es 35 Prozent. Das sind ganze 16 Millionen Menschen und damit beinahe doppelt so viele wie zu Beginn der Krise. Dieses Ergebnis gibt Anlass zur Sorge, denn in Ländern, die von der Krise stark betroffen waren, ist so strukturelle Arbeitslosigkeit entstanden, die selbst dann nicht automatisch zurückgehen wird, wenn die Wirtschaft wieder anzieht.

Löhne und Gehälter

Den Auswirkungen der Krise auf Löhne und Gehälter widmet der Ausblick ein eigenes Kapitel. Er kommt zu dem Schluss, dass es seit 2009 im Großen und Ganzen kaum mehr Reallohnsteigerungen gegeben hat und dass die Löhne in einer Reihe von Ländern sogar um jährlich 2 bis 5 Prozent gesunken sind, so zum Beispiel in Griechenland, Irland, Slowenien und Spanien

Arbeitssicherheit von befristeten und unbefristeten Jobs

In einer Vielzahl von Ländern bemängelt der Beschäftigungsausblick den großen Unterschied in der Arbeitsplatzsicherheit von befristeten und unbefristeten Jobs – so auch in Deutschland. Befristete Anstellungen seien allzu häufig kein Sprungbrett in eine permanente Arbeit. In Europa zum Beispiel hatte weniger als die Hälfte der befristet Angestellten drei Jahre nach Erfassung eine entfristete Vollzeitstelle. Länder wie Spanien, Italien oder auch Griechenland haben hier bereits mit Reformen begonnen. Auch hierzulande müsste man diesem Beispiel folgen und entsprechende Reformen durchführen. 

Auf der Seite von OECD findet ihr diverse Grafiken, die sich nach Ländern sortieren lassen und die Entwicklungen von Q1 2007 bis Q2 2014 widerspiegeln. Die Vergleiche können in verschiedenen Bereichen angestellt werden (Überblick, Arbeitsmarkt, Arbeitsplatzqualität, Löhne).  

oedc grafik 

Screenshot: http://bit.ly/Wlubn5

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