OkCupid protestiert gegen homophoben Mozilla CEO
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 „Hello there, Mozilla Firefox User, pardon this interruption of your OkCupid experience“, werden User der Dating Website, die die Homepage per Mozilla Firefox aufrufen, begrüßt, „Mozillas new CEO Brendan Eich is an opponent of equal rights for gay couples. We would therefore prefer that our users not use Mozilla Software to access OkCupid.“ Doch was hat es mit dieser Meldung auf sich?

Letzte Woche hat Mozilla Firefox die Stelle des CEO mit Brendan Eich besetzt. Eine Entscheidung die noch viele Konsequenzen nach sich ziehen soll: Drei Vorstandsmitglieder kündigen ihren Job, App Developer Rarebit erklärt, den Support für die Plattform einzustellen und nun warnt OkCupid, eine Dating-Seite, die die Times 2007 zu einer der zehn besten erklärte, ihre Nutzer davor, den Internet-Browser zu benutzen. Christian Rudder, Vorsitzender von Ok Cupid, erkärt gegenüber der Washington Post, dass 12 Prozent der ungefähr 3 Milliarden Seitenaufrufe, über Firefox laufen. Die Warnung ist damit ein harter Schlag für den weltweit zweitbeliebtesten Internet-Browser.

Doch was bewegte OkCupid dazu die Warnung zu schreiben? Ganz einfach: Eich ist ein Gegner der gleichgeschlechtlichen Ehe und unterstützte eine entsprechende Anti-Kampagne in Kalifornien mit 1000 US-Dollar.

Warum das OkCupid nun so gar nicht passt, erklärt das Unternehmen so:

“We’ve devoted the last ten years to bringing people—all people—together. If individuals like Mr. Eich had their way, then roughly 8% of the relationships we’ve worked so hard to bring about would be illegal. Equality for gay relationships is personally important to many of us here at OkCupid. But it’s professionally important to the entire company.”

Wenn also Brendan Eich in seinen Ansichten Recht gegeben würde, würden ganze acht Prozent aller Paare, die die Datingseite zusammengebracht hat, illegale Beziehungen führen. Mozilla Firefox hingegen kritisiert in einem E-Mail Statement, dass OkCupid nicht auf Mozilla zugegangen ist, bevor die Warnung live ging:

No matter who you are or who you love, everyone deserves the same rights and to be treated equally. OkCupid never reached out to us to let us know of their intentions, nor to confirm facts.

Doch nicht nur OkCupid reagierte schnell auf die veralteten Ansichten Eichs, auch bei Twitter machte sich ein Aufschrei bemerkbar – und zwar von Mozilla Mitarbeitern höchstpersönlich:

Selbstverständlich musste da auch der neue CEO Brendan Eich reagieren und veröffentlichte am 26.März ein Statement:

I am committed to ensuring that Mozilla is, and will remain, a place that includes and supports everyone, regardless of sexual orientation, gender identity, age, race, ethnicity, economic status, or religion.

So richtig aus der Patsche helfen wird ihm seine Stellungnahme wohl nicht mehr. Ob Mozilla Firefox nachgibt und ihn aus seiner Position entlässt bleibt abzuwarten. Schön ist es jedenfalls zu wissen, dass sich bei Fragen nach Gleichberechtigung und Toleranz die Netzwelt vereinigt und Stellung bezieht.

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