On the Spot: Aus dem Leben eines Webdesigners
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Sie sind die Könige des Webs und Meister der Ästhetik. Sie bauen Websites, haben ein Händchen für HTML und sind in der Onlinewelt zu Hause: Die Rede ist von Webdesignern, einer faszinierenden Berufsgattung, ohne die es kein Internet geben würde – zumindest nicht so wie wir es heute kennen.

Den wenigsten ist bewusst, was sich hinter der Fassade des Webs befindet. Wer zieht die Fäden, feilt an der Optik und lässt unsere Lieblings-Website durch natürliche User Experience heimisch wirken? Wir haben uns auf die Suche gemacht und zwei Experten auf dem Gebiet gefunden: Illustrator Alexander Konrad und Grafikdesigner Randolf Mayerbuch.

Das noch junge Design-Duo ergibt zusammen die Webdesign & Werbeagentur www.konrad-mayerbuch.de – und das ist Ihre Geschichte:

Aus dem Leben eines Webdesigners

webdesigner

WebMagazin: Seit wann arbeitet ihr als Webdesigner zusammen?

K&M: Konrad & Mayerbuch haben wir im Frühsommer 2012 gegründet und so richtig mit der gemeinsamen Arbeit haben wir dann im Herbst losgelegt. Ich habe zuvor 2009 als Illustrator (unter 13illustrations.com) in der Skate- und Surfszene den Sprung ins kalte Wasser der Selbständigkeit gewagt und Fuß gefasst, während Randolf noch als Koch arbeitete und bereits nebenher als freier Grafiker die Konstanzer Gastronomie mit Printprodukten versorgte.

Kennengelernt haben wir uns bereits während des Architekturstudiums vor knapp 10 Jahren, wo wir schon gemeinsam an Projekten arbeiteten. Damals waren wir uns beide nicht ganz sicher hinsichtlich der Berufswahl und so verschlug es uns anschließend für einige Zeit unabhängig voneinander in die Gastronomie. Hierdurch haben wir, quasi ohne es zu wissen, bereits den Grundstein für unsere spätere Unternehmung gelegt. Als wir dann letztes Jahr gestartet sind, hatten wir so gleich schon einen mehr oder weniger festen Kundenstamm.

Der Entschluss, unsere Kompetenzen in Design, Illustration und Web zusammenzulegen erfolgte dann bei einem Bier und einer großen Portion Enthusiasmus am Küchentisch.  

WebMagazin: Eure Portfolio-Homepage sticht sofort ins Auge und zeigt, dass ihr was von eurem Handwerk versteht. Gibt es eine Muse, die euch mit der nötigen Inspiration versorgt?

K: Durch den Illustrator Jim Phillips bin ich überhaupt erst auf den Trichter gekommen, dass man von Illustrationen leben kann und als ich dann mein erstes Portfolio gestaltet habe, hat das Web mir sozusagen die Augen geöffnet. Plötzlich mit so vielen kreativen Menschen aus der ganzen Welt vernetzt zu sein, finde ich sehr aufregend und inspirierend. Und dann sind es oftmals winzigste Details in meiner Umwelt, die mich zu unterschiedlichen grafischen Spielereien anregen.  Meine Hauptinspirationsquelle aber ist meine Freundin, die mich stets anspornt und auf tolle neue Ideen bringt.

M: Wenn die Zeit da ist, gehe ich gerne raus und lasse mich von meiner Umgebung inspirieren. Meist habe ich meine Kamera dabei und fotografiere Gebäude und klassizistische Schnörkel, Blätter oder sonstige Details, deren Formen ich dann im Designprozess mit einfließen lasse.

Ich schaue mir auch gerne die Werbung im Fernsehen oder in Magazinen an und überlege mir dabei, wie diese gemacht worden ist. Dabei lasse ich mich dann gelegentlich von den verschiedenen Gestaltungselementen inspirieren.

WebMagazin: An welchem Projekt bzw. an welchen Projekten arbeitet ihr gerade? 

K&M: Momentan arbeiten wir an einigen spannenden Projekten aus den unterschiedlichsten Bereichen. Zum Beispiel gestalten wir eine neue Website für ein Seniorenzentrum in der Schweiz. Das ist besonders spannend, da die Zielgruppe ab 65+ ist und wir uns dabei sehr viele Gedanken um die Seitennavigation und die Informationsarchitektur machen müssen. Parallel entwickeln wir gerade ein neues Marketingkonzept für ein Konstanzer Strandrestaurant.

Hinzu kommt noch diesen Monat eine neue Website für das Restaurant Dom Konstanz, auf die wir uns besonders freuen, da wir komplett freie Hand bei der Konzeption und der Gestaltung haben. Dazwischen stehen dann noch kleinere Illustrationsaufträge und Printsachen an.

WebMagazin: Wie viele Aufträge bekommt ihr durchschnittlich im Jahr?

K&M: Da fehlen uns im Moment leider noch die Erfahrungswerte, da es uns ja noch nicht so lange gibt. Im Augenblick sieht es aber so aus, dass wir seit Jahresbeginn bis Mai erstmal komplett ausgelastet sind und schon Projektanfragen über diesen Zeitpunkt hinaus haben. Das nächste große Ziel ist dann ein schönes neues Büro zu finden und evtl. eine Hilfe einzustellen.

WebMagazin: Kann man hauptberuflich gut als Webdesigner leben?

K&M: Inzwischen können wir sehr gut davon leben. Das sah vor wenigen Monaten noch ganz anders aus. Das war anfangs auch eine der schwierigsten Herausforderungen, jeden Monat zuzusehen, dass was im Kühlschrank ist und die Miete pünktlich gezahlt wird. Eine Zeit lang lebten wir hart am Existenzminimum, da überlegt man sich schon immer mal wieder, ob das wirklich das Richtige ist.

Auch bis der ganze bürokratische Part, das Erstellen eines Portfolios und das Einspielen der gemeinsamen Arbeitsprozesse abgeschlossen war, hatten wir ganz schön zu kämpfen. Heute sind wir froh, dass wir es durchgezogen haben und würden es zurückblickend wieder tun.

WebMagazin: Liebt ihr euren Job? Wenn ja, was macht ihn so besonders?

K&M: Ja, wir leben und lieben unsere Arbeit. Mit all ihren Facetten, Höhen und Tiefen. Während man es zum Teil mit sehr engen Deadlines, hohem Arbeitsvolumen und der ständigen Erreichbarkeit zu tun hat, können wir uns die Zeit bzw. den Tag selbst einteilen und jederzeit mal kurz raus gehen. Das ist besonders praktisch, weil man nicht immer zu einer vorgegebenen Stunde am Tag kreativ ist. Manchmal arbeiten wir beispielsweise bis tief in die Nacht.

Wir wissen dieses Privileg sehr zu schätzen, vor allem aber auch, weil uns unsere Kunden meistens freie Hand bei der Gestaltung lassen und wir uns so kreativ voll ausleben können. Monotonie kennen wir dadurch nahezu nicht und man hat ständig mit neuen Leuten zu tun, jeder mit seiner eigenen Lebensgeschichte. Wir arbeiten nicht einfach unsere Projekte ab und sehen unseren Auftraggeber nie mehr, sondern sind oft auch nach Projektabschluss noch beratend tätig oder pflegen den Kontakt bei einer Tasse Kaffee (wir haben viele Kunden in der Gastronomie). Zusammenfassend kann man sagen, der Job ist wie auf uns zugeschnitten.

Im nächsten Beitrag gewähren wir Euch noch tiefere Einblicke in die Welt des Designs. Grafische Arbeitsproben und der legere aber strikte Alltag der Webdesigner warten auf Euch.

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