Online Kampagne dotHIV: Domain im Kampf gegen AIDS
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Die digitale Initiative des gemeinnützigen Vereins dotHIV will in einem weltweit angelegten Projekt das Potenzial des Internets voll ausschöpfen, um auf die Immunschwächekrankheit AIDS aufmerksam zu machen und karitative Projekte zu unterstützen. Durch den Verkauf von .hiv-Domains an Unternehmen werden Gelder gesammelt, die durch Klickzugriffe der jeweiligen Website an HIV-Projekte ausgeschüttet werden. Das Pilot-Projekt startet mit der Verteilung lebensrettender Medikamente an HIV-infizierte Mütter und Kinder in Ruanda. Ab Januar 2015 sollen die Besucher der Seite click4life.hiv selbst entscheiden, welche Projekte als nächstes gefördert werden.

So funktioniert das Mirkospenden-Programm dotHIV

Die digitale AIDS-Schleife können Unternehmen durch die Registrierung und den Kauf einer .hiv-Domain erlangen, die im Jahr etwa 150 Euro kostet. Der Einrichtungsaufwand dauert laut dotHIV lediglich 15 Minuten. Die zusätzliche Internetadresse mit der Endung .hiv wird mit der regulären Unternehmensseite verknüpft. Bereits teilnehmende Unternehmen wie Plus, Swipe, Thjnk, Levi’s oder auch die MTV Staying alive Foundation sind nunmehr auch unter der hiv-Adresse im Netz zu finden.

Besucht ein Besucher eine dieser Seiten über die hiv-Domain, werden etwa 0,1 Cent über dotHIV aus dem Topf gespendet. Ein kleines Fenster mit dem Text „Vielen Dank für deinen Klick“ wird mit dem bisherigen Spendenbetrag eingeblendet und danach geht’s gleich weiter auf die gewünschte Seite. Grundlage dieses Mikrospenden-Programms ist ein Click-Counter Iframe, den das Unternehmen nach seinen Vorgaben aussuchen und anzeigen kann. Dieser Click-Counter-Iframe wird durch die Nutzung eines entsprechenden Codes unter Ihrer .hiv Domain eingebettet, heißt es in den AGBs. Der Spendenpot wird ausschließlich durch die Unternehmen gefüllt. 70 Prozent der Einnahmen gehen direkt in die HIV-Arbeit, verspricht der gemeinnützige Verein; alle Überschüsse sollen gespendet werden – doch dafür sind Klicks erforderlich.

Die Masse macht’s

0,1 Cent klingt im ersten Augenblick recht wenig, doch auf die Summe an täglichen Klicks gerechnet, die große Unternehmen auf ihren Websites verzeichnen, könnte das Klick-Spendenprogramm in naher Zukunft ordentliche Spendenbeträge akquirieren. Das Problem wie auch das Potenzial des gemeinnützigen Unternehmens sind unmittelbar mit der Freigiebigkeit der Unternehmen und Bereitwilligkeit der User verzahnt. Denn die einen speisen den Topf, aus dem die anderen nur schöpfen können, wenn sie den Weg über die hiv-Adresse zur gewünschten Seite finden.

 

Schleife von dotHIV für Domain-VerkaufAufklärung findet auch über das Internet statt

Angesichts der rund 35 Millionen HIV-Infizierten, die täglich um etwa 6000 Betroffene wachsen, scheint die Domain für einen guten Zweck mehr als fördernswert. Das Internet bietet hierfür eindeutig die beste Plattform, um möglichst Viele auf die Problematik aufmerksam zu machen und für die Thematik zu sensibilisieren. Die Flüchtigkeit des Mediums erschwert es aber leider auch, karitative Projekte zu verbreiten. Mal davon abgesehen, dass beispielsweise in Ruanda 2012 gerade mal 8 Personen von 100 überhaupt Zugang zum Internet hatten, so dass viele der potenziell Betroffenen diesen Weg der Aufklärung vielleicht nur schwerlich beschreiten können. Wir haben die Mittel und sollten sie deshalb gescheit nutzen, um die Folgen von AIDS einzudämmen und vielleicht in naher Zukunft ganz aus der Welt zu schaffen.

Contest clickstart.hiv soll durch Crowdsourcing weitere Unternehmen und User gewinnen

Der offene Verkauf von .hiv-Domains startete am 26. August – bisher ist das Schneeballprinzip noch nicht so durchschlagend gewesen wie etwa bei der Ice Bucket Challenge. Aber das könnte sich vielleicht bald ändern: Mit dem Contest-Projekt clickstart.hiv können kreative Köpfe ihre Ideen noch bis zum 29. Oktober einbringen, wie sich dotHIV besser verbreiten lässt und Internet-User wie Unternehmen auf die gemeinnützige Initiative aufmerksam gemacht werden könnten. Das Prinzip Crowdsourcing könnte sich mit den richtigen Anreizen für das Projekts dotHIV ‚bezahlt’ machen und den Spendentopf weiter füllen.  

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