Online Shop vs. Einzelhandel
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Nachdem die Wirtschaftswoche Anfang April eine Todesliste für den stationären Handel veröffentlichte, die von der Münchner Beratung Dr. Wieselhuber & Partner gemeinsam mit dem Marktforscher Facit Research erstellt wurde, waren die Gemüter erregt.

Dabei ist die Abwanderung der Kunden in die Online Shops des World Wide Webs nichts Neues. Doch will das auf die Beratung von Handelsunternehmen spezialisierte Unternehmen Dr. Wieselhuber & Partner auf Basis einer repräsentativen Umfrage von 8000 Kunden nun herausgefiltert haben, wo der Handlungsdruck am Größten ist.

Denn schon seit einigen Jahren geht der Trend mehr und mehr Richtung Online-Handel. So hat es der stationäre Handel schwer Umsatzerwartungen zu erfüllen, was einige Pleiten und Entlassungen in den letzten Jahren zur Folge hatte. Zu groß ist der Druck und die Konkurrenz von Erfolgs-Onlinerner wie Amazon, Zalando und Co.

Nach der Veröffentlichung der Roten Liste des Einzelhandels war der Handel geschockt. Finden sich doch auf den ersten 30 Plätzen einige namenhafte Anbieter, die sich nach wie vor sicher fühlen. Häufig geht man ja davon aus, dass es immer die anderen treffen wird.

Da fragt sich so mancher: Ist diese Studie denn repräsentativ? Wird es all diesen Händlern in naher Zukunft an den Kragen gehen?

Der stationäre Handel steht vor großen Herausforderungen

Der klassische Einzelhandel ist in Bedrängnis. Immens ist der Druck, der durch die Online-Konkurrenz ausgeübt wird. Nicht nur inhabergeführte Fachgeschäfte, auch Warenhäuser mit großen Fachabteilungen oder Selbstbedienungsfachmärkte sind bedroht.

Denn auch die Online-Konkurrenz können in den klassichen Leistungskriterien, wie Produkte, Preis und Service punkten. So wurden im Rahmen der Studie „Category Killer: Der stationäre Handel unter Zugzwang“ von Dr. Wieselhuber & Partner nicht nur die 50 bedrohtesten Unternehmen eroiert, sondern auch 14 pure Onliner untersucht, um herauszufinden, wie es mit dem Image, der Loyalität und der Leistung dieser gestellt ist.

Laut der Studie sind Kunden ihren Online-Händlern treu. Und im Gesamtranking der Händler erzielen die Onliner im Durchschnitt gegenüber dem stationären Anbietern auch in der Gesamtbewertung höhere Werte. Dem stationären Handel wird damit ein großer Nachholbedarf prognostiziert. Zwar sieht die Branchenwahrnehmung im Gegensatz zu den Kunden bei den Bewertungen der Händler einiges anders, allerdings ist die Kundenwahrnehmung entscheidend.

Um gegenüber den sich schnell ändernden Bedingungen am Markt und der Konkurrenz bestehen zu können, wird ein hohes Maß an Innovationsgeist und Anpassungsfähigkeit gefordert. Der Markt bereinigt sich nicht nur Online sehr schnell selbst. Nur wer gebotene Möglichkeiten nutzt und geschickt seine Kunden bei der Stange hält, wird in den nächsten Jahren tatsächlich überleben. Denn nach wie vor wird guter Service und Beratung von Kunden geschätzt.

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