Ophone: Harvard-Studenten lassen Smartphones duften
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Man stelle sich folgende Situation vor: Es ist Montag Morgen, 8 Uhr früh. Man stürmt Hals über Kopf in die überfüllte U-Bahn und findet, wie durch ein Wunder, tatsächlich noch einen Sitzplatz. Ein kurzer Moment wohlverdienter Entspannung in der Alltagshektik. Die Augenlieder werden schwer und man „schläft noch kurz nach“, um die Zeit sinnvoll zu nutzen. Plötzlich breitet sich ein betörender Duft aus. Es riecht nach bunter Sommerwiese, frischen Blüten, Bergamotte und Rose. In der Kopfnote erkennt man noch den süßen Duft einer Vanilleschotte. Für einen kurzen Realitätscheck gehen die Augen wieder auf. Man ist immer noch in der gleichen U-Bahn. Neben einem sitzt eine technikaffine junge Frau und schaut sich über ihr Smartphone gerade die Duftbeschreibung für ein Damen-Parfum an. Und tatsächlich wird der Text auch von einem passenden Duft begleitet. 

Hört sich unwirklich an? Nicht so für die Harvard-Studenten. Unter der Leitung von Le Laboratoire, einem Pariser Labor für experimentelle Forschung, arbeiten sie gerade an einem sogenannten Ophone. Hierbei handelt es sich um ein Geruchs-Smartphone, welches Düfte empfangen und auch versenden soll. Durch diese Technik wollen die Studenten eine neue universelle Sprache schaffen. Das Ophone soll mit einem Cartridge ausgestattet werden, welches in der Lage sein wird, Düfte auszustoßen und aufzunehmen. Dank begleitender oTracks-App sollen Bilder mit entsprechenden Düften gepaart und verschickt werden. So, das erhoffen sich jedenfalls die angehenden Akademiker, könnte sich ein neuer Weg der Kommunikation etablieren. Endlich bleibt der Geruchssinn nicht mehr außen vor. Mit dem eingebauten Modul soll die Duftübertragung, laut eigenen Angaben, bis zu 10.000 Mal möglich sein.

Serienreif ist das Ophone noch nicht. Ob es überhaupt irgendwann soweit sein wird, ist auch unklar. Doch alleine die Vorstellung ist schon Inspiration genug und gleichzeitig irgendwie auch beunruhigend. Denn wer weiss, welche Düfte sich zukünftig in der U-Bahn ausbreiten könnten. 

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