Pheme: Lügendetektor für soziale Netwerke
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Gerüchte, Lügen und sonstige Falschmeldungen blühen in sozialen Netzwerken und werden häufig breit gestreut, ohne dass die User nachvollziehen (können), ob die Nachricht echt ist oder woher sie stammt.

Wissenschaftler von fünf Universitäten (Sheffield, King’s College London, Warwick in England, Saarland und MODUL Universtät Wien) und vier Unternehmen (ATOS in Spanien, iHub in Kenia, Ontotext in Bulgarien und Swissinfo) arbeiten gemeinsam an einem Lügendetektor für soziale Netzwerke.

Das Projekt startete am 01. Januar 2014 und wird über 3 Jahre von der EU unter der Bezeichnung „Pheme“ gefördert. Der Name leitet sich von der griechischen Personifikation des Gerüchts und des Ruhms ab.

Pheme ist ihrer Natur nach böse, leicht, oh so leicht aufzulesen, aber schwer zu tragen und kaum mehr abzulegen. Sie verschwindet nie völlig, sobald sie großgeredet ist von der Menge. Tatsächlich ist sie eine Art Göttin.“ (Hesiod – „Werke und Tage“)

 Die Software soll in der Lage sein, Informationen auf verschiedenen Plattformen zu untersuchen und, basierend auf dem Ursprung der Quelle, herauszufinden, ob die Nachricht echt ist.

Die Wissenschaftler hoffen, dass die Software es vor allem Regierungen, ärztlichen Notdiensten, Journalisten und dem privaten Wirtschaftssektor erleichtert, auf Falschmeldungen angemessen zu reagieren.

Um die Wahrhaftigkeit von Meldungen zu überprüfen, wird die Analyse großer komplexer Datenmengen mit Methoden der Linguistik und Visualisierungen verbunden.

Im ersten Schritt wird die Information auf Wortschatz und -bedeutung sowie Satzbau hin untersucht. Anschließend wird nach Referenzen in vertrauenswürdigen Quellen gesucht, wie beispielsweise in großen online Datenbanken und Bibliotheken sowie auf Open-Data-Seiten. Im letzten Schritt werden diese Informationen verbunden und die Zusammensetzung sowie der Kontext der Meldung dahingehend analysiert, wer welche Information auf welche Weise erhält und wann sie zu wem weitergeleitet wird.

Sobald das System funktioniert, sollen möglichst viele Algorithmen zur Berechnung als Open Source bereitgestellt werden.

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