Popcorn Time: Open-Source-Software zum kostenlosen Film-Streaming
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Es klingt zu schön, um wahr zu sein: Ein Programm, welches vollkommen kostenlos aktuelle Kinofilme und Klassiker zum Streaming anbietet. Wir sagen gleich vorweg: Popcorn Time bewegt sich dabei in einer rechtlichen Grauzone und dürfte mit zunehmender Aufmerksamkeit auch in das Visier der Filmindustrie und seiner rechtlichen Vertreter gelangen. Aber das Open-Source-Programm zeigt auf, wie einfach und intuitiv ein Streaming-Dienst aus Nutzersicht funktionieren sollte.

Popcorn Time basiert auf Torrents

Popcorn Time funktioniert auf der Basis von Torrents. Diese müssen jedoch nicht, wie üblich, über eine Download-Software heruntergeladen werden, um sie dann von der eigenen Festplatte mit einem Mediaplayer abzuspielen. Popcorn Time verbindet stattdessen all diese Abläufe und ermöglicht ein direktes Streaming des Films im Programm, circa 15 Sekunden nach dem Klick auf den Wunschfilm.

Welche Technik steckt dahinter? 

Das Open-Source-Projekt wird momentan von 60 Personen über Github regelmäßig weiterentwickelt und ist als Beta-Version für Linux, OS X 10.7 und Windows 7 verfügbar. Dabei verbinden die Macher verschiedene APIs: eine für die Torrents, eine für die Filminformationen, eine weitere für die Filmposter sowie eine zusätzliche API für Untertitel. Diese werden vom Programm automatisch zusammengeführt. Popcorn Time hostet also keine Daten, sondern verbindet nur im Netz verfügbare Informationen und Daten miteinander.

Macher bewegen sich in rechtlicher Grauzone

In einem Interview mit TorrentFreak sehen sich die beteiligten Developer im Recht, da sie weder urheberrechtlich geschütztes Material hosten, noch einen monetären Zweck verfolgen. Dies dürften zumindest die Filmindustrie und legale Streaming-Anbieter wie Netflix anders sehen. Denn technisch gesehen bietet das Programm den einfachsten Weg zur Verbreitung von urheberrechtlich geschützten Filmen. 

Nutzer wollen große Auswahl und leichte Bedienung

Hollywood dürfte also mit Argusaugen auf das Projekt schauen, denn es bietet den Nutzern ein großes Angebot bei einfachster Usability: Film aus dem Katalog auswählen, Knopf drücken, fertig!

Gerade legale Streaming-Anbieter wie Netflix oder Amazon leiden im Gegenzug unter dem Protektionismus Hollywoods. Viele Filme werden erst mit starker Verspätung für diese Portale freigegeben, um die Einnahmen von den Kinokassen und Blu-ray-Verkäufen nicht zu schmälern. Diese Politik begünstigt seit Jahren die Erfolge der Piraterie-Industrie.

Letztlich dürfte es wohl nur eine Frage der Zeit sein, bis Staatsanwaltschaft und Gerichte sich mit dem Fall Popcorn Time beschäftigen werden, um für eine rechtliche Klärung zu sorgen.

 

UPDATE: Die Downloads der Client-Software sind momentan nicht mehr zu erreichen, obwohl die Dateien beim neuseeländischen One-Klick-Hoster Mega gelagert waren, welcher sich ja bekanntermaßen vehement gegen die Kooperation mit staatlichen Behörden wehrt. Die Macher suchen dem Twitter-Account zufolge gerade nach einer neuen Hosting-Lösung.

 

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