Porno-Abmahnwelle: Phishing-E-Mails und Klage gegen Abmahner
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Im Fall der abgemahnten Nutzer des Porno-Streamingportals redtube wehrt sich nun das erste Opfer gerichtlich gegen die von der Kanzlei Urmann + Collegen versandten Abmahnungen. Das erklärte dessen rechtliche Vertretung Alexander Hufendiek, Fachanwalt für IT-Recht aus Essen, auf seinem Blog Anka.

Hufendiek erhebt für seinen Mandanten eine sogenannte negative Feststellungsklage vor dem Amtsgericht Potsdam. Ziel der Klage sei es, „gerichtlich feststellen zu lassen, dass der abgemahnte Anschlussinhaber die vorgeworfene Urheberrechtsverletzung nicht begangen hat.“ Die Abmahnung sieht neben der Abgabe einer Unterlassungserklärung auch die Zahlung eines Betrags in Höhe von 250 Euro vor. 

Offenbar surfen inzwischen auch die ersten Trittbrettfahrer auf der Abmahnwelle. Laut Berichten im Web und von unseren Lesern sind Phishing-E-Mails im Umlauf, die gefälschte Abmahnungen enthalten. Auch Redaktionskollegen haben entsprechende E-Mails erhalten, deren Betreff „Abmahnung Ihrer Urheberrechtsverletzung 10.12.2013“ lautete. Absender war „Anwalt Urmann“ – eine Referenz an die Kanzlei Urmann + Collegen, die die richtigen Abmahnung postalisch verschickt hatte. Im Anhang der E-Mail befinden sich mit hoher Wahrscheinlichkeit Viren oder Trojaner. Man sollte das Attachment also auf keinen Fall anklicken beziehungsweise öffnen. 

Gestern hatten wir unter anderem darüber berichtet, dass das Kölner Landgericht in seinem Beschluss zur Auskunftserteilung davon ausgegangen war, dass es sich bei redtube um eine Tauschbörse handelt. Ein möglicherweise schwerwiegender Fehler. Entweder wurde das Gericht Opfer seines geringen technischen Verständnisses, unter Umständen wurde es auch durch die Beschreibungen der Software getäuscht. Dazu gesellte sich die Kritik des Freisinger Fachanwaltsfür IT-Recht, Thomas Stadler, der kritiserte, dass am Kölner Landgericht die Beauskunftungsbeschlüsse seit Jahren nur textbausteinartig durchgewunken werden

Darüber hinaus erachten zahlreiche Rechtsanwälte die versendeten Abmahnungen auf formellen Gründen als unwirksam.

 

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