Post Privacy Experiment – Blogger Christian Heller lebt ohne Privatsphäre
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Hat die Zeit der Post Privacy, also eine Zeit nach der Privatsphäre bereits begonnen, da bereits so viele Daten eines jeden Internet-Nutzers im Netz herumschwirren?

Der Blogger Christian Heller meint ja, also startete er ein Experiment: Seit ca. anderthalben Jahren dokumentiert er seinen Alltag auf einem Blog. Direkt abrufbar befinden sich dort sein Terminkalender, der bis ins Jahr 2010 zurückgeht, seine Tagesabläufe (jeder kann nach verfolgen, wann Heller einen Döner aß) oder auch sein Twitter-Archiv. Sprich: er gibt bewusst alles von sich preis.

Statt einem Recht auf Privatsphäre, fordert er ein Recht auf Öffentlichkeit. Er sieht eine Chance in der Offenlegung aller persönlichen Daten, statt einer Bedrohung. Wenn alle seinem Beispiel folgen, lässt sich viel Wissen aus dem gesammelten Datensatz ziehen. Außerdem nimmt man damit Unternehmen, die aus den Daten ihrer User Profit ziehen, den Raum eben dies zu tun. Christian hat zu diesem Thema ein Buch mit dem Titel Beschreibung seines Buches Post Privacy – Prima leben ohne Privatsphäre.

„Unser Sein und Handeln wird gespeichert, berechnet, ausgewertet – wir müssen lernen, damit klarzukommen. Privatsphäre war eh nie der lupenreine Wohltäter, als der sie gern dargestellt wird. Mit ihrem Wegfall im digitalen Zeitalter ergeben sich nicht nur viele neue Probleme, sondern auch viele neue Chancen.“

Heller mag in vielen Punkten Recht haben, fast alle haben mittlerweile Internet-technisch einige Leichen im Keller. Wenn alle mitmachen, blamiert sich keiner. Doch es bleibt anzuzweifeln, dass wir alle bereit sind, beispielsweise unsere finanzielle Situation gänzlich der Öffentlichkeit zu präsentieren.

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