Mehr Zeit für bessere Freunde

pplkpr-App optimiert soziale Kontakte
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Welche Freundschaft tut mir gut? Die App pplkpr analysiert die körperlichen und emotionalen Reaktionen und erstellt daraus einen individuellen Beziehungskalender. Ein ernstzunehmendes Projekt mit kritischem Unterton.

Zeit und Kontakte besser einteilen

„So viele Emotionen. Und so wenig Zeit“ – bei all den Bekanntschaften, Freunden und unzähligen Kundenkontakten, die wir täglich pflegen, scheinen einem die Beziehungen manchmal über den Kopf zu wachsen. Viele davon sind anregend und erheiternd, einige überaus nützlich, andere hingegen nur lästig. Wie soll man bei den ganzen Verpflichtungen des Alltags und Berufslebens noch alle sozialen Kontakte bewältigen, ohne dass man dabei nicht selbst zu kurz kommt? Die Macher der App pplkpr – people keeper ausgesprochen – wollen das soziale Miteinander abseits der Messenger und digitalen Kontakte optimieren und übersichtlicher gestalten.

Im Real Life gibt es Optimierungsbedarf

Die Analyse-App für Beziehungen im Real Life regelt soziale Kontakte und berücksichtigt dabei, dass man sich mehr mit den Leuten trifft, die einem ein gutes Gefühl geben. Kontakte, die einen in Stress versetzen oder langweilen, werden dank Algorithmus in die hinteren Reihe der Kontaktprioritäten gerückt. pplkpr wertet hierfür die körperlichen und emotionalen Reaktionen aus, die der User im Gespräch mit einer Person veräußert. Hierfür kann etwa das Mio Wristband oder ein vergleichbares Wearable genutzt werden, dass über eine Blootooth 4.0 Schnittstelle verfügt und den Herzschlag, beziehungsweise Puls, misst und die Bewegungen registriert. Die kommende Generation der Smart-Watches wie auch die Apple Watch wird hierfür ebenfalls kompatibel sein.

App für Freundekalender

Apps können uns beim Management von sozialen Kontakten helfen.
Screenshot: http://pplkpr.com/

Mit Wearable oder Like-Funktion

Und wer kein Wearable nutzt, kann sein Feedback zu einem Treffen, Gespräch oder sonstigen sozialen Kontakt auch erst mal einfach per Gefühls-Icon in der App eintragen. Da der User ebenfalls per GPS getrackt wird, kann die App zudem auswerten, wo und wie lange man sich mit einer bestimmten Person aufgehalten hat und interagierte. Daraus lassen sich ebenfalls für das Programm Rückschlüsse ziehen, ob man gerne mit einer Person verweilte oder nicht. Die App generiert seinem User einen persönlichen Kalender, sortiert nach Kontakt-Prioritäten.

iOS-App pplkpr lernt dazu

Sollte die Auswertung des Programms mal falsch liegen und der hohe Pulsschlag und die kurze Aufenthaltsdauer nicht mit einem unliebsamen Nachbarn zusammenhängen, sondern das Ergebnis eines kurzen Rendezvous sein, kann man den Vorschlag der App auch eigenhändig anpassen. Der Algorithmus lernt hierdurch, sich dem Verhalten des Users anzupassen und wird in Zukunft bessere Vorschläge machen können. Die App steht kostenlos im App Store zu Download.

Facebook macht auch mit

Die Kontakte selbst werden praktischerweise aus Facebook generiert, so dass sich gegebenenfalls auch hier Zeit sparen lässt, einen neuen Kontakt anzulegen. Die Macher versichern, dass alle Nutzerdaten allein auf dem Smartphone gespeichert und nicht weitergegeben werden. Das Projekt ist ernst zu nehmen. Vielleicht viel ernster, als der sarkastische Unterton des dahinter steckenden Kunstprojekts es einem glauben machen will. Man wolle durch das Projekt darauf aufmerksam machen, wie das Prinzip der Optimierung und Quantifizierung unseres Lebens durch Apps allmählich groteske Züge annimmt. Die App funktioniert trotzdem – und zwar genauso gut wie alle anderen Apps, mit denen sich der Schlafrhythmus, die Laufperformance, die Arbeitsprozesse und alle anderen Dinge des Lebens optimieren lassen.

pplkpr from Lauren McCarthy on Vimeo.

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