Präzedenzfall? Rechtsanwälte mahnen Endnutzer für Film-Streaming ab
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Anwälte in Köln haben erstmals einen Nutzer abgemahnt, weil er einen gestreamten Film im Internet angeschaut hat: Die Anwaltskanzlei Urmann + Collegen setzten vor dem zuständigen Landgericht eine entsprechende Klage durch. Die Abmahnung könnte sich als Präzedenzfall erweisen, da es bislang unüblich war, Nutzer von Streaming-Diensten zu verklagen. Auch wenn das Thema „Filme schauen im Internet“ bisher immer eine rechtliche Grauzone darstellte, war doch zumindest eine Sache klar: Wer runterlädt und Filme auf dem eigenen Computer speichert, macht sich strafbar, wer hingegen nur streamt muss sich zumindest als Endverbraucher keine Sorgen machen.

Gerichtsurteile betrafen bislang immer nur die Betreiber entsprechender Dienste –  zuletzt geschehen im Falle des Sharehosters Megaupload. Für den Anwalt Karsten Gulden ist der Fall deshalb auch so etwas wie eine kleine Sensation: „Uns liegt nun die wohl erste Streaming-Abmahnung vor, die bald auch die Massen bewegen könnte“, so der Fachanwalt für Urheber- und Medienrecht. Inwieweit man die Abmahnung durchsetzen kann, sei aber unklar. Vor Gericht müsse immerhin nachgewiesen werden, dass durch den Streaming-Vorgang tatsächlich Urheberrechte verletzt würden.

Bei dem Film handelt es sich um den Pornostreifen „Amandas Secret“, der über die Plattform redtube.com angeschaut wurde. In der Abmahnung werden sowohl IP-Adresse als auch Benutzerkenndaten aufgeführt, wie U+C an diese Daten gekommen ist, bleibt aber unklar, da die Seite in den USA gehostet wird. Immerhin scheint U+C einige Erfahrung mit dem Milieu zu haben. Laut Süddeutscher Zeitung hat die Kanzlei in der Vergangenheit schon des öfteren Klienten aus der Pornofilm-Industrie vertreten.

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