Premium statt Schmuddel: Interview mit Lea-Sophie Cramer von Amorelie [Startup-Sommer]
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Sex und Erotik waren im Internet schon immer sehr gefragte Themen. Viele nutzen die Anonymität des World Wide Webs dazu, um Dinge zu tun, die sie sich unter den wachen Augen der Gesellschaft sonst nicht trauen würden. Dabei hat auch die Erotik-Branche in den vergangenen Jahren einen Wandel erfahren: Neue eCommerce-Konzepte grenzen sich selbstbewusst vom zwielichtigen Sex-Image ab und erschließen damit ganz neue Zielgruppen.

Im Zuge unserer Serie Startup-Sommer sprechen wir mit Lea-Sophie Cramer von Amorelie, einem Online-Shop für Erotikartikel, der nicht nur durch sein Webdesign vor allem Frauen ansprechen will.


WebMagazin: Erkläre uns doch bitte das Prinzip von Amorelie, wie funktioniert Eure Idee?

Lea-Sophie: Amorelie ist ein premium Lovestyle Onlineshop – man könnte auch sagen premium Sexshop. Unser Motto ist „Discover Lovestyle“, da wir ein neues Einkaufserlebnis für Produkte für ein erfülltes Liebesleben schaffen. Unser Produktportfolio ist hochwertig, einzigartig und sorgfältig ausgewählt.

Da bei unserem Thema – Sexualität und Leidenschaft – Beratung und Unterhaltung nicht fehlen dürfen, haben wir auch einen Ratgeber, ein Magazin mit wissenswerten Artikeln und eine Kolumne. In unserem Live-Chat gibt es eine individuelle, anonyme Beratung. Dort können alle offenen Fragen geklärt werden. Sollte es dennoch Gesprächsbedarf geben, dann hilft unsere telefonische Hotline. Ganz neu auf Amorelie.de ist die Möglichkeit, Bewertungen für die einzelnen Produkte abzugeben.

So haben die Kunden und wir ein direktes Feedback. Der Versand der Produkte ist absolut diskret, sodass man sich keine Gedanken machen muss, wenn der Nachbar die Lieferung annimmt. Mit diesem Konzept sind wir einzigartig auf dem deutschen und österreichischen Markt.


WebMagazin: Wo steht Ihr bei der Entwicklung von Amorelie gerade und wie finanziert Ihr Euch?

Lea-Sophie: Wir sind seit dem 1. Februar 2013 online und haben im April zwei größere Investoren gewinnen können: VC Paua Ventures aus Berlin und Otto Capital mit Sitz in Brasilien und Holland. Zudem haben wir einige bekannte Business Angels aus der deutschen Gründerszene, die uns tatkräftig unterstützen. Wir haben vor ein paar Wochen unser sechsmonatiges Online-Dasein gefeiert und mit der bisherigen Entwicklung sind wir extrem zufrieden. Die Kunden verstehen und lieben das Konzept.


WebMagazin: Erotikartikeln haftet immer noch ein Schmuddel-Image an. Was macht Amorelie besonders, wer sind Eure Mitbewerber und was unterscheidet Euch vom Rest?

Lea-Sophie: Mein Geschäftspartner Sebastian Pollok und ich kommen nicht aus der Erotikbranche. Dadurch haben wir einen Vorteil gegenüber vielen traditionellen Händlern, die die Unsicherheiten und Ansprüche von Lovetoy-Neulingen nicht verstehen. Zudem verkörpern wir selbst unsere Zielgruppe und verstehen diese dadurch extrem gut und wir kommen aus dem Online Bereich, das heißt E-Commerce liegt uns sehr.

Unsere Zielgruppe sind nicht nur Sextoy-Liebhaber, sondern der durchschnittliche deutschsprachige Konsument. Daher haben wir bei der Konzeption unseres Onlineshops sehr auf das Design geachtet: von natürlich wirkenden Models bis hin zu einer farben- und lebensfrohen Grafik, die eher an einen Mode- und Lifestyle-Shop erinnert. Zudem versuchen wir, unseren Neulingen den Einstieg zu erleichtern, indem wir durch unseren Produktratgeber, die Top 10 Listen, einen Life-Chat und einer Beratungshotline Hilfestellung anbieten.

Wir bieten auch noch ein Magazin an, in dem sich z.B. eine Kolumne oder auch Videos finden, die informieren und unterhalten sollen. Zudem verkaufen wir neben Sextoys vor allen Dingen auch hochwertige Marken-Dessous, also Reizwäsche – diese Kombination und die Art der Produktpräsentation sind komplett neu. Alle diese Aspekte machen uns einzigartig. Einen direkten Konkurrenten haben wir auf dem deutschen Markt nicht. Unser Konzept und die Ansprache sind nicht vergleichbar.


WebMagazin: Was sind die Grundpfeiler Eures Monetarisierungskonzepts, wie verdient Ihr Geld?

Lea-Sophie: Wir sind ein klassischer Online Shop. Wir kaufen Ware zu Einkaufspreisen ein und verkaufen sie online wieder zu Verkaufspreisen. Die Marge dazwischen muss unsere derzeitig 20 Mitarbeiter ernähren und zugleich Marketing und Overhead-Kosten decken.


WebMagazin: Wie seid Ihr auf die Idee von Amorelie gekommen, und was habt Ihr vorher gemacht?

Lea-Sophie: Mein Interesse an dieser ganzen Thematik wurde durch „Sex and the City“ geweckt. Ich war ein riesiger Fan der Serie. Als dann der Hype um Erotikliteratur im letzten Jahr begann, fasste ich endgültig den Entschluss mich näher mit dieser Thematik zu beschäftigen. Ich wollte wissen, was es mit den darin beschriebenen Produkten auf sich hat, jedoch gab es keinen passenden „Ort“, um sich darüber zu informieren.

Somit war die Idee zu Amorelie geboren. Mein Mitgründer Sebastian Pollok, den ich bereits während meiner Zeit bei der Boston Consulting Group kennengelernt habe, war zuvor Investor bei BV Capital in San Francisco und ich war zuletzt Vice President bei Groupon, zuständig für den asiatischen Markt und zuvor Vice President International beim Berliner Inkubator Rocket Internet.


WebMagazin: Was sind Eure nächsten Meilensteine, und was wollt Ihr in den kommenden sechs Monaten erreichen?

Lea-Sophie: Derzeit arbeiten wir noch viel an der Website selbst, am Sortiment und dann müssen wir als Marke natürlich einfach noch bekannter werden. Um das zu erreichen, werden wir in den nächsten Wochen einige spannende Projekte starten, wie zum Beispiel Pop-up Stores über die Weihnachtszeit, und mehr. Nächstes Jahr werden wir dann in Richtung Internationalisierung denken – darauf freuen wir uns auch schon!

WebMagazin: Vielen Dank!

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