Private Cloud: Snowdens Erbe als Device
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Nachdem Edward Snowdens Enthüllung zur weltweiten Spionage-Affäre ausgiebig durch die Presse und Köpfe aller Betroffenen gewandert ist, suchen immer mehr Internet-User und Unternehmen nach Wegen und Möglichkeiten, sich der stetigen Überwachung durch Geheimdienste zu entziehen und Hackern, die Geschäftsideen über das Internet erbeuten, zu entgehen.

 

Wer seine Daten bei Dropbox lagert, über Skype kommuniziert oder bei Google nach bestimmten Produkten sucht, wird sich nur schwerlich dem Raster entziehen können und immer Gefahr laufen, auf die ein oder andere Weise beobachtet oder getrackt zu werden. Das gefällt Datenschützern zwar nicht, ist aber auch nicht sonderlich gefährlich oder einschränkend für einen durchschnittlichen Internet-User, der im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen das World Wide Web nutzt. Doch was ist mit Unternehmen und Firmengründern, die ihre Ideen schützen wollen und zunächst nur einem eingeweihten Kreis zugänglich machen möchten?

Server für Zuhause oder das Büro mit eigener Cloud

Mehrere Startups haben es sich selbst zur Aufgabe gemacht, nach Lösungen für das Spionage-Problem zu suchen; eines davon will nun mit einer Art autonomen Server für Zuhause an den Start gehen, genannt Wedg. Dieses kompakte schwarze Device mit blauer Leuchtschrift soll es ermöglichen, eine eigene, personalisierte Cloud zu erzeugen, die auch unterwegs angesteuert werden kann. Wedg kann nicht nur Daten zwischenspeichern, sondern soll auch Medien-Streams unterstützen sowie Websites und Apps hosten können. Mit den letztgenannten Features wird das Gerät vor allem für den Business-Bereich interessant. Momentan befindet sich der Home-self-Hoster noch in der Entwicklungsphase. Alles Testgeräte sind bereits ausverkauft. Das Crowdfunding-Projekt für die Serienreife ist allerdings noch offen.

Trotz guter Ausstattung werden die Sicherheitsbedenken nicht kleiner 

Bislang ist das Konzept noch nicht ganz aufgegangen und bei der letzten Finanzierungsrunde nur zögerlich angenommen worden. Bisher sind zwei Versionen von Wedg entwickelt, heißt es bei TechCrunch. Das Original ist mit einer ARM-basierten Version ausgestattet und für etwa 149 Pfund zu haben, das stärkere Pro-Modell mit einem Intel Atom Prozessor für 219 Pfund. Manch einer stellt sich natürlich auch bei der Heim-Cloud die Frage, wie sicher die ganze Angelegenheit ist. Die Wedg Entwickler versuchen dahingehend dem Misstrauen vehement entgegen zu wirken, da es ja gerade die Geschäftsgrundlage bildet.

Wie sicher ist Wedg?

So soll Wedg eine AES und XTS-AES 512-Bit-Verschlüsselung zu bieten haben sowie eine zweifache Authentifizierung bei der mobilen App und SLL-Verbindung. Sensible Nutzerdaten sollen zusätzlich vor Dritt-Anwendungen geschützt werden. Es handelt sich um ein Open Source Projekt – allerdings ist es noch nicht freigegeben. Das birgt wiederum die Gefahr für, sagen wir, versehentlich implementierte Sicherheitslücken.

Privatsphäre bleibt weiterhin eine Baustelle

Neben Wedg gibt es andere Projekte wie Pixeom, die mit ähnlichen Startschwierigkeiten und verbleibenden Sicherheitsproblemstellungen zu kämpfen haben, um sich auf dem Markt durchzusetzen. Trotz Snowdens Aufklärung ist das Problem um die Privatsphäre noch nicht ganz zufriedenstellend gelöst.

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