Project Ara: kommt bald der erste Prototyp des Phonebloks?
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In wenigen Wochen soll der erste funktionstüchtige Prototyp des Project Ara, auch immernoch bekannt unter dem alten Namen „Phonebloks“ auf den Markt kommen.

Phonebloks war die Idee des niederländischen Designers Dave Hakkens, dessen Ziel es war, ein Mobiltelefon unter die Leute zu bringen, das aus mehreren verschiedenen Komponenten selbst zusammengebaut werden kann, um somit zukünftig Schrott zu minimieren, natürliche Ressourcen zu schonen und die Nutzer vor unnötigen Ausgaben zu schützen. Denn meist geht, wenn überhaupt, an einem Mobiltelefon eine Komponente kaputt, wie beispielsweise das Display, während alles andere noch wunderbar funktioniert.

So könnte das kaputte oder nicht leistungsfähige Teil ersetzt werden und der Rest wird behalten. Auf ähnliche Weise wird schon seit Jahren bei Rechnern vorgegangen. Dort gibt es jedoch den Unterschied, dass die Nutzer eine gewisse technische Kenntnis über den Aufbau des PCs haben müssen. Bei den Block-Telefonen werden die gewünschten Teile einfach auf die Rückseite aufgesteckt. Es muss nichts geöffnet, verschweißt oder großartig verkabelt werden.

Die Grundlage bietet eine Basis-Steckplatte, die ein wenig an eine Lego-Platte erinnert. Die verschiedenen Komponenten, so war die Hoffnung des Designers, kommen auch aus verschiedenen „Häusern“ – vielleicht ein Prozessor-Baustein von Qualcomm und ein Display von LG. Welche Unternehmen sich jedoch für eine Zusammenarbeit gewinnen lassen, wird sich konkret noch zeigen.

Nachdem Phonebloks zuerst mit Motorola zusammengearbeitet hatte, verblieb es nach dem Verkauf Motorolas an Lenovo unter den Fittichen von Google. Genauer gesagt, wird das Konzept von der ATAP (Advanced Technologies and Projects) weiterentwickelt, die auch für das „Project Tango“ zuständig ist.

Google arbeitet zur Zeit an drei verschiedenen Größen, wobei die kleinste Größe einen Preis von 50 US-Dollar haben soll und die „Jumbo“-Version ein sogenanntes „Phablet“ wird. Mit der kleinsten Version schielt Google auch auf noch vergleichsweise unerschlossene Märkte und Erstkäufer.

Die Größe wird auch der erste unveränderliche Aspekt des Telefons sein, da in dem „Backbone“ ein großer Teil der Elektronik steckt, über die alle anderen Bausteine verbunden werden. Die „Backbones“ werden von Google selbst hergestellt, wodurch das Unternehmen dennoch die Kontrolle über das „Herz“ des jeweiligen Modular-Phones behält. Dafür wird es sicherlich an anderer Stelle noch Kritik erhalten.

Eine weitere Idee ist, dass die jeweiligen Blöcke per 3D-Print-Verfahren an Wünsche der Nutzer angepasst werden, indem die Verschalungen individuell gedruckt werden und eventuell sogar ebenfalls austauschbar sind.

Das folgende Video zeigt die Geschichte von „Project Ara“.

 

 

Am 15. und 16. Apri wird in Mountain View, Kalifornien, die erste Entwicklerkonferenz zu „Project Ara“ stattfinden, die durch ATAP organisiert wird. Thema wird das Module Development Kit sein, welches es Entwicklern ermöglicht, Bauteile zu erstellen. 

Allerdings ist die Konferenz auch für nicht-Entwickler über Live-Stream verfolgbar.

 

 

 

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